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Falkensee Spontane Säuberungsaktion auf Schafwiesen
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10:06 12.01.2020
Schäfer Olaf Kolecki half ebenfalls tatkräftig bei der Säuberungsaktion in der Kölner Straße. Zum Dank gab es von ihm im Anschluss eine Ziegenwurst für die zahlreichen Helfer Quelle: Enrico Berg
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Falkensee

Viele Hände sind der Arbeit schnelles Ende – genau das traf am Samstagvormittag in Falkensee zu. Mehr als 70 Bürgerinnen und Bürger der Gartenstadt sind dem kurzfristigen Aufruf zur Säuberungsaktion gefolgt und haben sich mit Müllsäcken, Greifzangen und Handschuhen bewaffnet, um dem Müll auf dem Weidengelände an der Ecke von Kölner zur Mainzer Straße den Garaus zu machen. „Wir sind total überrascht, dass so viele Falkenseer dem Aufruf gefolgt sind”, freute sich Kathleen Kunath, Sprecherin des Vereins „Willkommen in Falkensee“.

Schäfer gab den Anstoß

Angestoßen wurde die Säuberungsaktion durch Olaf Kolecki. „Von Oktober bis Dezember habe ich mit meinen Schafen dieses Areal beweidet, dabei haben die Tiere den ganzen Müll zum Vorschein gebracht“, erklärte der Schäfer. Gefährlich für die wolligen Vierbeiner seien Draht und Glasscherben, da sie sich daran verletzen könnten.

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Falkenseer sammelten Müll aus den Wiesen, den andere Mitbürger zuvor dort hingeschmissen hatten.

Das Grünflächenamt der Stadt will dort Baum- und Strauchpflege vornehmen, die eingesetzten Maschinen würden die Flaschen zerbrechen. Sowohl Scherben als auch Plastikmüll würden in den Boden eingearbeitet, das ist nicht sinnvoll. Also nahm Kolecki Kontakt zu Annette Heller (CDU Falkensee) und Kathleen Kunath (Willkommen in Falkensee) auf. Kathleen Kunath knüpfte darauf hin Kontakt zu verschiedenen Netzwerken und Institutionen. Über diese Wege wurden die Falkenseer aufgefordert, bei der Säuberungsaktion mitzuhelfen.

Viele unbekannte Helfer

„Gegen Mittag kamen noch mehr Leute, um an der Säuberungsaktion teilzunehmen, die mussten wir wieder wegschicken, da die zahlreichen Helfer so super gearbeitet hatten, dass der gesamte Müll beseitigt war“, so die Organisatorin. Besonders gut findet sie, dass sich bei solch einer Aktion Menschen begegnen, die sich sonst wohl nicht begegnet wären. Sie kenne selbst viele Falkenseer, aber 90 Prozent der Helfer waren ihr unbekannt.

Netzwerke funktionieren

Das zeige ihr, dass das Netzwerk gut funktioniert habe und viele Menschen über unterschiedlichste Wege erreicht wurden. Institutionen wie die Lokale Agenda 21, das Jugendforum Falkensee, das Regenbogencafé Falkensee und einige mehr, aber auch ein Großteil der lokalen Politik beteiligten sich an der Säuberungsaktion.

Stadt stellte Geräte

Die Stadt Falkensee hat Greifzangen, Handschuhe und Müllbeutel zur Verfügung gestellt und holt den gesammelten Müll am Montag ab. „Thomas Zylla, stellvertretende Bürgermeister von Falkensee, hat heute morgen auch tatkräftig mit angepackt und die ganzen Flaschen eingesammelt und aus dem übrigen Müll gefischt“, berichtete Kathleen Kunath.

Wiese als Müllhalde missbraucht

Es scheint unbegreiflich, was manche Zeitgenossen so in der Natur entsorgen. Ein Fahrradrahmen, Plastikstühle, Kabel, Schrott, große Bauverbundteile, Müllsäcke mit Gartenabfällen, Flaschen und anderer Müll wurden bei der Säuberungsaktion zusammen getragen. „Ich finde die Aktion echt super, so können nach der Säuberung die technischen Nacharbeiten statt finden“, sagte Anwohner Uwe Kersten, der ebenfalls fleißig Müll aufsammelte.

Glas und Böller

Unter der Brücke an der Lake fand Wolfgang Kuletzki sehr viel Glas und Böller. „Es ist unglaublich, was hier alles liegt. Ich habe über die Zeitung und über eine Facebook-Gruppe von dieser Aktion erfahren und beschlossen zu helfen. Das sollte zweimal jährlich stattfinden”, fand der Falkenseer.

Ziegenwurst als Dank

Natur pur erlebten einige Helfer hautnah. Bei der Säuberungsaktion wurden vier Wildschweine aufgescheucht, die sich dann aufgrund der vielen Menschen vom Acker machten. Füchse wurden ebenfalls gesichtet. Der Schäfer Olaf Kolecki war so begeistert von der Aktion, dass er den Helfern vor Ort mit einer frisch gegrillten Ziegenwurst dankte, Willkommen in Falkensee steuerte die Getränke bei.

Nächste Aktion

„Da der Aufruf so erfolgreich war, wird es am 21. März eine weitere Säuberungsaktion geben, damit die Leute, die heute nicht mithelfen konnten, auch ihre Chance bekommen und sich hier einbringen können“, erklärte Kathleen Kunath. Diese Säuberungsaktion soll am alten Falkenhagener See stattfinden.

Von Hannelore Berg

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