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Falkensee Tage der offenen Ateliers im Havelland
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18:18 05.05.2019
Die Ausstellung „Chairs" in der Kulturmühle Perwenitz bot auch dieses ungemütliche Exemplar von Siegfried Kober. Quelle: Marlies Schnaibel
Perwenitz/Paretz

Ein Stuhl, ein Sessel, ein Thron, ein Hocker, ein Schemel – es gibt viele Arten von Sitzmöbeln. Unter dem Titel „Chairs“ sind jetzt in Perwenitz ein paar neue hinzugekommen. Die Kulturmühle Perwenitz lud zu den Tagen des offenen Ateliers zu einer Doppelausstellung ein.

Möbel-Kunst in der Kulturmühle

Im Atelier von Hausherrin Gudrun Venter waren Arbeiten von befreundeten Künstlerkollegen aus Perwenitz und Falkensee zu sehen, in den benachbarten Galerieräumen wurde die Ausstellung „Chairs“ gezeigt. Sie vereint Arbeiten von 20 Künstlern aus dem Havelland und aus Berlin zu einer immer wieder überraschenden Schau.

Möbel-Kunst, spürbarer Ton, magenta arts und der Pilgerweg zur Sinnsuche: Perwenitz und Paretz präsentieren sich zu den Tagen des offenen Ateliers als zwei Kunstdörfer im Havelland.

Optisch Spektakuläres hängt und steht neben klassisch Feinem, ironisch Aufgeladenes wird neben handwerklich oder medial Inszeniertem gezeigt. Die flächenmäßig größte Arbeit „LOOP“ zeigt Angela Lubic. Auf einer ganzen Wand hat sie mit Draht die Umrisse von Bürostühlen geklammert, dazu läuft ein akustischen Band, das das Geklacker von Computertastaturen wiedergibt. Eine schöne Arbeit, um darüber nachzudenken, dass viele Menschen inzwischen die meiste Zeit eines Tages auf einem Bürostuhl zubringen.

Stühle von Geisterhand bewegt

Magische Stühle, scheinbar von Geisterhand bewegt, zeigt die Falkenseerin Monika Funke-Stern in ihrem Video. Irritierend fürs Auge die Stuhlbilder von Heinz Bert Dreckmann, der Falkenseer Objektkünstler überrascht immer wieder durch neue Sichten auf Dinge und Material.

Sinnlich fein die Arbeiten von Susanne Pomerance aus Birkenwerder, mit Kreide und Tusche zeichnete sie „Die Stühle des Matisse“.

Neben der Kunst an der Wand standen auch jede Menge Sitzmöbel im Raum, sie konnten und wollte benutzt werden: der bequeme Plüschsessel, über und über mit Plüschtieren garniert, gehörte ebenso dazu wie Stühle aus Holz oder Eisen.

In den Stuhl von Siegfried Kober wollte sich allerdings niemand setzen: Der aus Eisenstäben geschweißte stachlige Stuhl war aber trotzdem der größte Hingucker in der Ausstellung, die ihre Besucher von Kunstwerk zu Kunstwerk auf eine freudige Entdeckungsreise mitnahm.

„Chairs“ noch bis 10. Juni zu sehen

Die Ausstellung steht am Anfang der diesjährigen Kulturmühlensaison in Perwenitz. Die „Chairs“ werden bis zum 10. Juni gezeigt, immer samstags, sonn- und feiertags.

Neben Perwenitz hat sich am Atelierwochenende auch Paretz als Kunstdorf präsentiert. Vier Künstlerinnen gaben am Wochenende als Team in ihren Ateliers in der Paretzhofer Straße Einblicke in ihre Arbeit.

Der Weg zum heiligen Gral

Vielgestaltig nähert sich die Künstlerin und Heilpraktikerin Anette Hollmann dem Thema „Der Weg zum Heiligen Gral oder Fontanes Suche nach der Quelle“. „Was bringt Fontane in mir zum Schwingen und wie offenbart er sich durch mich?“, habe sie sich gefragt. So entstand eines der Bilder, ein Labyrinth als Pilgerweg zur Sinnsuche nach dem eigenen Wesen.

Immer ist die Birne dabei. Ein nur schemenhaft ätherisch pastellfarbener Birnbaum lässt den ebenso schemenhaft darin zu sehenden „spannenlangen Hansel“ und die „nudeldicke Dirn“ des alten Volksliedes erkennen. Diese und andere Bilder von Anette Hollmann sind ab 19. Mai im Ketziner Kultur- und Tourismuszentrum in der Gemeinschaftsausstellung „Himmelland-Fontaneland“ zu sehen.

Keramik zum Anfassen

Gleich nebenan lud die Keramikerin Annette Wienen in ihr Atelier ein. „Individuelles Geschirr und Gartenkeramik“ überschrieb sie ihre Ausstellung. Erstaunt strich hier eine Besucherin über eine nur teilglasierte Tasse in einer neuen von ihr kreierten Form aus anthrazitfarbenen Steinzeugton, der bei 1240 Grad gebrannt wird. „Als würde man über Samt streichen“, meinte sie bewundernd. Es sei ihr wichtig, dass man den Ton noch sieht und als solchen spürt, merkte Annette Wienen an, die den Besuchern an diesem Tag viel über die Techniken ihrer Arbeit erklärte.

Seit mehreren Jahren gibt Annette Wienen in ihrem Atelier der Malerin Anja Mattenklott die Möglichkeit, am Tag des offenen Ateliers ihre Bilder vorzustellen. Sie überraschte mit einer neuen Kollektion, der Fortsetzung ihrer Energiebilder. „Alles Lebendige ist stets im Wandel und beeinflusst sich gegenseitig. Es sind Momentaufnahmen meiner eigenen inneren und äußeren Bewegungen der letzten Monate“, sagte sie zu ihrer diesjährigen Bildauswahl.

Alltägliche Dinge in vielfältigen Farben

Mit dem Titel „Alle Farben“ überschrieb die Fotografin „magenta arts“ ihre kompositorische Fotoausstellung. Sie präsentierte alltäglich begegnende Variationen und in kaum zu übertreffender Farbenvielfalt.

Die Paretzer Ausstellungen können nach den Tagen der offenen Ateliers nach Voranmeldung bei den Künstlerinnen besucht werden.

Von Marlies Schnaibel und Wolfgang Balzer

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