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Falkensee Thomas Fuhl will als Einzelkandidat in den Landtag
Lokales Havelland Falkensee Thomas Fuhl will als Einzelkandidat in den Landtag
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19:41 09.08.2019
Thomas Fuhl am Dienstag Abend bei der Gesprächsreihe „Gespräche auf der Platte“. Quelle: Tanja M. Marotzke
Falkensee

Sein Wahlkampfteam hat ihm erst mal eine Änderung in der Kleiderordnung verpasst: Wahlkampf ohne Schlips. Dabei hat Thomas Fuhl hunderte und ist eigentlich fast nie ohne Schlips zu sehen. Trotzdem hat Fuhl nicht das Image eines feinen Pinkels. Ob mit oder ohne Binder – der Falkenseer ist dicht an den Leuten dran. Seine naturgegebene Heiterkeit und seine Geselligkeit verschaffen ihm viele Sympathien.

Im Kampf mit Barbara Richstein

Nun hat sich Thomas Fuhl bei seiner Partei allerdings einige Sympathien verscherzt. Denn er tritt als Einzelbewerber bei der Landtagswahl im Wahlkreis 6 (Falkensee, Dallgow-Döberitz und Schönwalde-Glien) an, obwohl die CDU hier Barbara Richstein aufgestellt hat und mit ihr das Direktmandat verteidigen will.

Rekord für Fuhl

Seit 1990 gehört Thomas Fuhl der CDU an. Und er hält einen Falkenseer Rekord, den ihn keiner nehmen kann: Seit 1990 sitzt er ohne Unterbrechung als Abgeordneter in der Falkenseer Stadtverordnetenversammlung. Er war Ausschussvorsitzender und Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung, derzeit ist er stellvertretender Vorsitzender. Aber er wollte schon immer gerne mehr: Wollte gerne Bürgermeister werden. Oder Landrat. 2016 trat er überraschend als Einzelbewerber gegen den von der CDU aufgestellten Roger Lewandowski an und verlor klar.

Gespräche auf der Platte

Nun landete er wieder einen Coup und wurde erneut zum Einzelbewerber. Viele, denen er begegnet, sagen: Respekt, dass der sich das traut. Oder auch mal: „Du bist doch verrückt.“ Aber Fuhl steht zu dieser Verrücktheit und geht seine Idee mit all seiner Kraft und seinen Kontakten an. Er ist mit einem Wahlkampfbus unterwegs, er klebt Plakate, er führt Gespräche am Gartenzaun. Und er lädt bis zur Wahl dienstags und donnerstags zu „Gesprächen auf der Platte“. Auf dem Gelände des einstigen Autohauses Ehrl an der Spandauer Straße ist sein Plakatgesicht immer zu sehen, hier greift er aber auch zweimal die Woche zum Mikro und begrüßt die Besucher. Möglichst hat er Gäste als Gesprächspartner dabei.

Mit Würstchen und Fassbrause

Bei der der Runde gibt es für die Besucher auch Würstchen, Fassbrause und Bier. Wer mag, kann dafür etwas spenden. Beim ersten Tag kam das Geld dem ASB-Wünschewagen zugute.

Bei den Gesprächen erklärt Thomas Fuhl meistens erst einmal das Prinzip der Wahl, erklärt den Sinn und die Auswirkung von Erststimme und Zweitstimme. Und er erklärt, dass er auf Platz 12 ganz unten auf dem Wahlzettel steht.

Coole Ideen

Daneben will er aber auch seine Inhalte rüberbringen. Er will unabhängig von den etablieren Parteien, Ideen in den Landtag bringen. „Ich stelle fest, dass es in jeder Partei ein paar coole Ideen gibt.“ Er will da auch Brücken bauen: „Ich rede mit allen“, sagt er. Er tritt für eine kommunale Familie ein. Das heißt, dass in Falkensee, Dallgow und Schönwalde die Kommunalpolitik nicht an der Ortsgrenze aufhören soll.

Zur Person

Geboren wurde Thomas Fuhl 1963 im Krankenhaus Staaken. Er besuchte in Falkensee die Schule und erlernte in der Firma seines Vaters den Beruf eines Facharbeiters für Isoliertechnik. An der Abendschule legte er das Abitur ab und begann ein Fernstudium in Volkswirtschaftslehre.

Der Kandidat betreibt einen Arbeitsgeräteverleih. Nach der Wende hatte er die Firma seines Vaters übernommen und 2001 die Firma Fuhl Isologistik gegründet.

Thomas Fuhl ist verheiratet und hat zwei Kinder. Sein Hobby ist Wassersport.

Der Diplom-Volkswirt und Handwerksmeister ist seit 1990 ohne Unterbrechung Stadtverordneter in Falkensee und seit 1991 Mitglied des Kreistages Havelland.

„Das Leben wird anscheinend immer komplizierter“, sagt er, wobei er sicher ist, dass soziale Medien keine sozialen Kompetenzen ersetzen. Er ist für den direkten Weg, für das direkte Gespräch mit denen, die die Gesellschaft gestalten wollen. Etwa im Miteinander mit Spandau, wenn es um Verkehrsprobleme und um den Ausbau des Brunsbüttler Damms geht. Er steht für einen 24-Stunden-Ordnungsdienst an Brennpunkten, für ein kostenloses Schülerticket im Land, für die Stärkung der Vereine und für sozial- und gewerbeverträglichen Umweltschutz. Und eine kleine Sonder-Idee gibt es auch: eine Wasserski-Anlage am Neuen See von Falkensee.

Und bei all den Ideen, will er nicht das Geht-nicht-weil als erstes hören, sondern den Willen befördern, sich neue Ideen unvoreingenommen anzuschauen und nach Lösungswegen zu suchen.

Von Marlies Schnaibel

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