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Falkensee Überraschung im Museumsfundus
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09:20 16.02.2020
Erna Offeney entpuppte sich als Malerin.   Quelle: Uwe Grötschel
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Falkensee

Das Falkenseer Museum hat seine Schatzkammern weiter gefüllt. 50 Neuzugänge wurden im vergangenen Jahr registriert, darunter besonders viele Kunstgegenstände. Eine Auswahl dieser „spannenden und aufregenden Dinge, die alle eine Geschichte erzählen“, präsentierte Museumsleiterin Gabriele Helbig am Freitagabend in der Veranstaltung „Fundus mit Geschichte(n)“ der Öffentlichkeit.

Ölgemälde der Haferlands

Zwei Ölgemälde der Maler Franz und Adolf Haferland, die in der Finkenkruger Zillestraße zuhause waren, bereichern jetzt den Fundus des Museums. Von Adolf Haferland stammt das Bild einer Cellospielerin und von dessen Sohn Franz ein Motiv mit zwei Seen, bei denen es sich wahrscheinlich um den Neuen und den Falkenhagener See handelt. Damit besitzt das Museum erstmals ein Landschaftsbild von Franz Haferland aus der direkten Umgebung, freute sich die Museumsleiterin. Auch von dem bekannten Malerpaar Hans Zank und Willi Gericke, die Jahrzehnte lang in Falkensee lebten und dessen Werk das Museum erst kürzlich mit einer Sonderausstellung würdigte, bereichern jetzt zwei Seenlandschaften die Sammlungen des Hauses.

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Einblicke in den Fundus, der im vergangenen Jahr wieder um spannende Dinge angewachsen ist.

Erna Offeney ist bekannt als die große Dame der Falkenseer Kultur und Stifterin des Kulturhauses „Johannes R. Becher. Eine große Überraschung war es, als jetzt ein Ölbild von Erna Offeney, die „Segelboote auf dem Meer“, den Weg ins Museum fand. Denn als Malerin war die Diva, die sich selbst als „Sängerin, Tänzerin, Kunstschützin, Vogelstimmenimitatorin und Kunstpfeiferin“ bezeichnete, bisher kaum bekannt. Lediglich in ihren Memoiren fand sich ein Vermerk, dass sie ursprünglich Malerin werden wollte und Unterricht unter anderem bei der großen Käthe Kollwitz genommen hatte. „Wir konnten es kaum glauben, als wir erstmals diese Malerei von Erna Offeney sahen“, erzählte Gabriele Helbig.

Gegenstände aus der NS-Zeit

Neu im Fundus sind auch einige Gegenstände aus der NS-Zeit. So zeigt ein Besteck das Signet „BSI“ der „Berlin-Seegefelder Industriewerke AG“, die als großer Rüstungsbetrieb in Falkensee auch Zwangsarbeiter beschäftigt hatten. Ein Mitarbeiterausweis der BSI sowie ein Ausweis für das Alkett-Lager des damaligen holländischen Fremdarbeiters Rudie Mooijmann erinnern an diese Zeit. Ein Zeitzeugenbericht über das Leben der Fremdarbeiter in Falkensee, der schon vor 19 Jahren ins Museum gelangte und aus dem Gabriele Helbig zitierte, machte diese Gegenstände lebendig.

Sport und Kunst

Viele der Neuzugänge berichten von der Alltagskultur der DDR. Darunter sind eine Jubiläumsmedaille und eine Armbinde der „Helfer der Volkspolizei“, ein Wimpel der „Betriebssportgemeinschaft Volkseigenes Gut Fleisch- und Frischeierproduktion Falkensee“ und eine Fußschale (EVP 14,20 Mark der DDR) aus der Marwitzer Werkstatt von Hedwig Bollhagen.

Lehrmittel der Hilfsschule

Stempel, Fotos, Broschüren und Lehrmittel erinnern an den Hilfsschulkomplex „Clara Zetkin“, einer großen pädagogischen Einrichtung, die ab 1979 an der Ruppiner Straße entstanden war (heute Lise-Meitner-Gymnasium). Drei Paar Kinderhausschuhe aus den 1970er und 80er Jahren stammen aus der Fertigung der Produktionsgenossenschaft des Handwerks der Schuhmacher „Hans SachsFalkensee, die einst ihren Sitz an der Gartenstraße hatte und auch Lederschuhe, Schulranzen und die DDR-weit bekannten Brottaschen für Kinder herstellte.

Reliefs vom Burattino

Zwei Reliefs aus Terrakotta der Keramikerin Elena von Martens, die die Geschichte des Pinocchio erzählen, wurden im vergangenen Jahr vom Museum sichergestellt und im Fundus eingelagert. Sie zierten mehr als 30 Jahre lang das Gebäude des Burattino-Kindergartens an der Finkenkruger Holbeinstraße, das jetzt einem Neubau weichen muss. „Wir würden das Relief gern wiederherstellen“, wünscht sich Gabriele Helbig, „und an einem neuen Platz im öffentlichen Raum mit seiner Geschichte zeigt.

Von Uwe Grötschel

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