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Falkensee Unwetter sorgt auch im Havelland für Dauereinsatz
Lokales Havelland Falkensee Unwetter sorgt auch im Havelland für Dauereinsatz
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17:26 12.06.2019
Einfach umgeknickt: Thomas Heemann hatte alle Hände voll zu tun, um die Schäden vor seinem Haus in Falkensee zu beseitigen. Quelle: Tanja M. Marotzke
Havelland

Über fünf Stunden war die Wilmsstraße in Dallgow-Döberitz im Grunde unpassierbar. Auf Höhe der Schule hatte sich in der Nacht zu Mittwoch in Folge des heftigen Unwetters eine riesige, knapp 50 Zentimeter tiefe Pfütze über die gesamte Breite der Fahrbahn gebildet. Etwas weiter sündlich sorgte ein umgestürzter Baum endgültig für die Blockade der wichtigsten Hauptverkehrsstraße der Gemeinde.

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„Fünf Autofahrer ließen sich davon allerdings nicht abschrecken und versuchten durchzufahren. Bei dem Versuch fiel jedoch die Elektronik der Fahrzeuge aus. Sie mussten dann abgeschleppt werden“, erzählte Dallgows Gemeindewehrführer, Oliver Frandrup-Kuhr.

Die Anlieferung war des Selgros-Marktes in Falkensee war auch am Mittwoch noch gelfutet. Quelle: Tanja M. Marotzke

Zu insgesamt 15 wasserbedingten Einsätzen mussten die Dallgower Kameraden in der Nacht zu Mittwoch ausrücken. 16 Mal wurden sie zu umgestürzten Bäumen gerufen. „Wir waren mit etwa 20 Kameraden und sechs Fahrzeugen im Dauereinsatz.

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Aus der Leitstelle hieß es schon, in Dallgow geht es in dieser Nacht heiß her“, so Frandrup-Kuhr. Die erste Einsatzmeldung erreichte die Feuerwehr um 22.50 Uhr, der letzte Einsatz konnte um 4.50 Uhr beendet werden. Insbesondere die Vielzahl der Fälle stellte sie vor eine Herausforderung.

Feuerwehr musste Prioritäten setzen

„Wir mussten einige Bürger auch vertrösten, weil wir uns nicht um ihren Keller kümmern konnten, in dem das Wasser gut fünf Zentimeter hoch stand. Die meisten hatten dafür Verständnis“, so der Gemeindewehrführer. In dieser Nacht sei es vor allem darum gegangen, die Einsätze nach Priorität abzuarbeiten. So mussten die Einsatzkräfte auch am Dallgower Havelpark anrücken. Dort drohten ebenfalls Kellerräume voll zu laufen.

Trotz heftigen Regens und starker Windböen kam in der Nacht in Dallgow niemand zu Schaden. „Es gab auch sehr viele Blitzeinschläge, bei denen aber glücklicherweise nichts schlimmeres passiert ist“, erklärte Oliver Frandrup-Kuhr.

Falkenseer Kleiderkammer geflutet

Eine schlaflose Nacht bescherte das Unwetter auch anderen Feuerwehren im Osthavelland.

„Der erste Alarm ging um 23.11 Uhr los, um 5 Uhr haben wir dann erst einmal abgebrochen. Um 7 Uhr ging es weiter“, resümiert Falkensees Stadtbrandmeister Daniel Brose. „Bäume, die auf Dächer, Carports oder die Straße gekippt sind, Blitzeinschläge oder vollgelaufene Keller – insgesamt rückten 25 Kameraden zu 40 Einsätzen aus“, so Brose weiter. In einigen Fällen sei sogar das Abwasser von den Regenmassen in die Häuser zurückgedrückt worden.

Neben dem Sportpark Rosenstraße, dem Selgros-Parkplatz und der Straße der Einheit hat der Starkregen auch die ASB-Kleiderkammer in der Ruppiner Straße geflutet. Sie bleibt vorerst geschlossen, Kleiderspenden können aktuell nicht entgegengenommen werden.

In Brieselang mussten die Kameraden der Feuerwehr zwei Bäume Löschen, die vom Blitz getroffen wurden. Quelle: Rachner/Gemeinde Brieselang

Das Auspumpen von Kellern blieb den Brieselanger Kameraden erspart, sie mussten sich mit zwei Bäumen befassen, der nach einem Blitzeinschlag Feuer fingen.

In Schönwalde wurde gesägt

In Schönwalde-Glien rückten die Kameraden mehrfach aus. „Das Gewitter kam uns relativ nah. Durch die Trockenheit der vergangenen Wochen haben viele Bäume die Last des Wassers nicht ausgehalten“, sagte Bürgermeister Bodo Oehme. „Einige kippten in Häuser und Zäune. Außerdem war viel Totholz zu beseitigen“, sagte Oehme.

In Friesack und Ketzin/Havel hingegen blieb es ruhig. In der Gemeinde Wustermark waren die Feuerwehrleute zu sechs Einsätzen in Priort und Elstal ausgerückt, um Äste und umgeknickte Bäume von den Straßen zu räumen. In Nauen gab es 15 solcher Unwettereinsätze, wie Stadtbrandmeister Jörg Meyer sagte. In der Kernstadt war unter anderem die B 273 am Weinberg betroffen, ebenso die L 173 bei Ebereschenhof und Straßen in den Ortsteilen Groß Behnitz, Börnicke, Berge und Ribbeck.

Von Danilo Hafer, Laura Sander und Jens Wegener

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