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Falkensee Viel Kunst bereicherte das Stadtfest
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15:27 02.09.2018
Die Tänzerinnen vom Ensemble Regenbogen überraschten mit fantasievollen Kostümen.
Falkensee

Mit einem krachenden Trommelwirbel begann Samstag um kurz nach 11 Uhr die sechste Falkenseer Kunstmeile. Die aus Falkensee stammende Frauengruppe „Samba Baezz“ marschierte in knallgrünen Shirts zwischen den etwa 50 Buden entlang und entlockte den umgeschnallten Trommeln einen mitreißenden Sound.

Bundenzauber im Gutspark

Der erste Samstag im September steht in Falkensee traditionell im Zeichen des Stadtfestes, das von der Interessengemeinschaft Falkensee (IGF) auf dem Campus-Gelände der neuen Stadthalle veranstaltet wird. Parallel dazu steht die Kunstmeile an, die in direkter Nachbarschaft für kurze Wege sorgt und dieses Mal zum ersten Mal im Gutspark installiert wurde. Die Interessengemeinschaft Zentrum (IgZ) zeichnet für den Budenzauber der Kreativen verantwortlich.

Der neue Standort im Gutspark war gut gewählt, denn die Hobbykünstler aus der Region und aus der Nachbarschaft präsentierten ihr Selbstgemachtes unter schattigen Bäumen.

Mit einem Trommelwirbel eröffneten die Frauen von „Samba Baezz“ die Kunstmeile. Quelle: Carsten Scheibe

Neben Klassikern wie Schmuck aus ausrangierten Kaffeekapseln, handgemachter Seife, Kinderspielzeug aus Holz und farbigen Perlen gab es auch Neues zu sehen. So zeigte Christine Ostendorf aus Falkensee ihre Kunst beim Bandweben. Zahllose farbige Fäden verwandelten sich unter ihren geschickten Fingern in Schlüsselanhänger mit bunten Mustern. „Zu Hause habe ich einen großen Webstuhl, da kann ich noch breitere Stoffe erzeugen“, erklärte sie.

Falkenseer lieben Kunst

Ralph Horak aus Dallgow-Döberitz produziert seit Jahren historische Türbeschläge, fehlende Teile für Oldtimer-Autos und individuelle Gürtelschnallen: „Heute zeige ich eine Neuheit: In Messing gegossene Hundepfoten, die ich in Gürtelschnallen, in Schlüsselanhänger und auch in Türklingeln einarbeite. Meinen Kunden gebe ich einen speziellen Formschaum mit, den auch Orthopäden verwenden. Mit ihm können sie einen Pfotenabdruck von ihrem Haustier machen. Ich fertige dann ein Gipsmodell an, drücke das in eine Sandform und gieße das mit über tausend Gras heißem Messing aus.“

Ein neuer Gast auf der Kunstmeile war die Falkenseerin Sara Horwath. Sie schafft burleske Kunst, die mit der Erotik spielt. Auf dem alten Stadthallenvorplatz präsentierte sie Originale und Drucke, ließ sich beim Zeichnen über die Schulter schauen und freute sich über einen guten Umsatz: „Alles mit schönen Frauen, Einhörnern und Mafia-Motiven läuft sehr gut. Ich kann nur sagen: Falkensee liebt die Kunst. Die Kunden sind wie hungrige Wölfe über meine Bilder hergefallen.“

Wochenmarkt wird gewünscht

Beim Stadtfest, das um 12 Uhr, begann, präsentierten sich an Ständen vor der Europaschule am Gutspark lokale Parteien, Organisationen, Vereine und einige Firmen. Die Aussteller haben aus der Vergangenheit gelernt und sorgten mit vielen Mitmachaktionen und Spielen für zufriedene Kinder.

Aus dem Angebot ragte eines heraus: Günter Chodzinski und Thomas Lenkitsch von der Werbegemeinschaft Falkensee-Starke-Mitte machten dafür stark, dass Falkensee langsam „marktreif“ werden muss. Architekt Thomas Lenkitsch: „Wir brauchen dringend einen Wochenmarkt in Falkensee – und zwar am Samstag direkt vor der alten Stadthalle. Wenn die einmal wegkommt, muss der neu entstehende Platz einen Namen haben. Wir sind für ‚Marktplatz am Gutspark’.“ Man wolle regionale Anbieter als Aussteller gewinnen, was einen langen Vorlauf und starke Fürsprecher erfordere. Deshalb soll das Projekt jetzt angestoßen werden. „Wenn das in zwei Jahren zur Umsetzung führt, sind wir gut“, so Lenkitsch.

Den Campusplatz direkt an der neuen Stadhalle hatte Heiko Richter fast komplett mit Bierzeltgarnituren vollgestellt, so dass die Besucher den Darbietungen auf und an der Bühne zuzuschauen konnten.

Auf der Hauptbühne war den ganzen Nachmittag Programm. Quelle: Carsten Scheibe

Die Mädchen vom Tanzensemble Regenbogen und die Judokämpfer von der Judoschule Falkensee sorgten den ersten Beifall. Bürgermeister Heiko Müller (SPD) eröffnete das Stadtfest gegen 15 Uhr offiziell mit einer Frage: „Wir haben im Vorfeld gegrübelt, wie viele Stadtfeste denn in Falkensee schon gefeiert wurden?“ Es müsste das 24. sein, gab Müller selbst die Antwort.

Je länger der Abend, je jünger wurde das Publikum. Auf der großen Bühne spielten die Gewinner des ersten Bäänd-Contests vom Donnerstag „Cunning Stuff“ vor der Hauptband „Titty Twisters“. Die Vorband heizte den Zuschauern so ordentlich ein, dass umgehend der Wunsch aufkam, sie im kommenden Jahr doch als Haupt-Act zu buchen.

Höhenfeuerwerk und Live-Musik zum Abschluss

Einen Höhepunkt des Stadtfest es bekamen leider nur ein paar Dutzend Zuschauer mit: Im Foyer der Stadthalle spielte die Band „Smokin’ Guitars“ Südstaaten-Blues auf selbst gemachten Cigar Box Gitarren. Torsten Starke hatte acht Falkenseer zuvor zu einem Workshop eingeladen, der auf dem Stadtfest sein Finale fand. Unter dem wachsamen Augen von Fabian Fahr hatten sich die angehenden Musiker Gitarren mit drei Saiten aus einer Zigarrenkiste, einem Gitarrenhals, einem US-Nummernschild und ein bisschen Draht gezimmert. Beim Live-Auftritt zeigte Fabian Fahr, wie die kultigen Gitarren klingen können.

Das Höhenfeuerwerk nach 22 Uhr beendete den Außenteil des Festes. In der Stadthalle ging es mit der Band „Malibu Stixx“ noch bis nach Mitternacht weiter.

Von Carsten Scheibe

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