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Falkensee Hausverbot: Verbannter Lehrer legt gegen Bürgermeister nach
Lokales Havelland Falkensee Hausverbot: Verbannter Lehrer legt gegen Bürgermeister nach
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17:47 26.03.2019
Das Vicco-von-Bülow-Gymnasium.
Das Vicco-von-Bülow-Gymnasium. Quelle: Marlies Schnaibel
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Falkensee

Der zwischenzeitlich mit einem Hausverbot belegte Falkenseer Gymnasiallehrer Holger Kapp hat sich erneut zu Wort gemeldet und zu dem Vorfall am 8. März am Vicco-von-Bülow-Gymnasium Stellung genommen.

Damals hatte Bürgermeister Heiko Müller als Hausherr ein vom Staatlichen Schulamt Neuruppin angewiesenes Hausverbot übermittelt und durchgesetzt.

Kapp vermutet, dass Bürgermeister Müller „eine persönliche Abneigung gegen mich hat“ und listet eine Reihe von Problemen auf, bei denen er die Stadtverwaltung in den vergangenen Jahren kritisiert hatte und auf Unzulänglichkeiten hingewiesen hatte.

Gab es Einflussnahme auf eine Schülerzeitung?

Demnach soll sich die Verwaltung bereits vor Jahren kritisch über eine Meinungsäußerung in einer Schülerzeitung über die Anzahl von Kopien der Arbeitsblätter beklagt haben; die Schulleiterin hatte daraufhin die Zeitung verboten und angewiesen, die Zeitung künftig vor Erscheinen zur Genehmigung vorzulegen. 

>>LESEN SIE AUCH: Hausverbot für Lehrer: Die Beteiligten schweigen

Den Leiter der IT-Abteilung der Stadt, die auch für die Technik an unserer Schule verantwortlich ist, hat der Gymnasiallehrer über Jahre hinweg informiert, dass an der Schule dringend Arbeiten auszuführen seien. So soll ein neuer Drucker über zwei Jahre nicht angeschlossen worden sein.

Vorwurf der Schikane gegen Sekretärin

„Einer kompetenten Teilzeitsekretärin wurde es verweigert, ihren Arbeitstisch im Sekretariat unterzubringen. In einem abgelegenen Raum erhielt sie kaum Aufgaben“, sah Kapp laufende Sekretariatsabläufe behindert.

„Ohne Beschlusslage der Schulleitung wurde behauptet, die Schule brauche die sehr versierte Sekretärin nicht“, schreibt der Lehrer.

Auch Kritik an Freitagsdemos

Und auch das wird mit Blick auf die Freitagsdemos von Schülern kritisiert: „Die bei der Stadt angestellte Sekretärin der Schule forderte das Lehrpersonal auf, ihr die Namen der Teilnehmer an den Demos zu melden, ohne dass die Schulleitung darüber befunden hätte.

Heiko Müller kündige an, dass er bei der Stadtverordnetenversammlung am Mittwochabend im nicht öffentlichen Teil zu den Abgeordneten über die Vorgänge sprechen wird.

Müller spricht zur SVV

Öffentlich will er dies nicht – und begründet das mit juristischen Gründen: „Von dem zugrunde liegenden Vorgang ist eine Vielzahl weiterer Personen betroffen. Der Schutz der Persönlichkeitsrechte dieser Personen hat Vorrang. Insofern ist leider eine öffentliche inhaltliche Gegendarstellung nicht möglich.“

Von Marlies Schnaibel