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Falkensee Zufriedene Frauen, enttäuschte Männer
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14:38 05.09.2019
Das große Zählen: In der Europaschule von Falkensee befand sich eines von 35 Wahllokalen der Stadt. Quelle: Foto: Tanja M. Marotzke
Falkensee

Der Tag nach der Wahl ist kein Tag zum Ausruhen. „Aufräumen. Aufräumen. Aufräumen“, so beginnt der Montag für Barbara Richstein (CDU), die Gewinnerin des hart umkämpften Direktmandats im Wahlkreis 6. Dann hat sie beim Sportverein FF einen FSJler begrüßt, hat angefangen, Plakate abzunehmen, war dabei, als die Brandenburger Leichtathleten zur WM verabschiedet wurden und abends ging es zur Sitzung von Präsidium und Landesvorstand. Aber der Sieg vom Sonntag gibt auch Kraft für solch ein Arbeitspensum.

AfD-Mann auf Platz 4

„Barbara Richstein ist eine Macht in der Region“, kommentiert Heiko Prüwer (AfD) den Sieg der CDU-Frau. Er selbst ist mit seinem Abschneiden nicht ganz zufrieden. Er erreicht zwar mit 16,9 Prozent das mit Abstand beste Ergebnis eines männlichen Direktkandidaten im Wahlkreis, 5840 Frauen und Männer stimmten für ihn. Damit landete er aber insgesamt nur auf Platz 4. „Mit dem Sieg hätte ich nicht unbedingt gerechnet, aber Frau Jesse wollte ich schon hinter mir lassen“, gesteht er.

Lob für Jesse-Wahlkampf

Das gute Abschneiden von Ines Jesse wird auch von Ursula Nonnemacher (Grüne) gesehen. Sie gesteht, dass sie die SPD-Bewerberin eigentlich auf Platz 3 erwartet hatte. „Ich habe nicht damit gerechnet, dass Ines Jesse so stark abschneidet“, erkennt sie kollegial an. Ines Jesse hatte nur 187 Stimmen weniger als Barbara Richstein erhalten. „Ein irre knappes Rennen“, beschreibt Ursula Nonnemacher den Kampf der drei prominenten Frauen um die Erststimmen.

Nonnemacher siegt in der Stadt Falkensee

Sie als Spitzenkandidatin im Land konnte vor Ort nicht so präsent sein, ist aber trotzdem mit dem Abschneiden ihrer Partei sehr zufrieden. „Wir sind überall gewachsen“, sagt Ursula Nonnemacher. Der Wahlkreis 6 war bei Zweitstimmen für die Grünen der drittbeste im ganzen Land. Und auch das Abschneiden ihres Bürgermeisterkandidaten Karl-Heinz Kordt, der aus dem Stand fast 25 Prozent in Schönwalde-Glien erreichte, wertet sie als gutes Zeichen. „Ich sehe in Schönwalde Potenzial, das entwickelt sich, der Ortsverband wächst“, sagt Ursula Nonnemacher, die am Sonntag 7319 Stimmen erhalten hatte. Dabei hatte sie in Falkensee am meisten Erststimmen von allen Kandidaten bekommen, Barbara Richstein punktete bei ihrem vierten Direktmandat wieder einmal mehr in Dallgow-Döberitz und Schönwalde.

Wahl als Chance sehen

7527 Stimmen hatte Ines Jesse bekommen. „Ich freue mich darüber, sie waren hart erkämpft“, sagt die Sozialdemokratin. Sie selbst war viel im Wahlkreis unterwegs gewesen, hatte ein sehr aktives Team von Helfern an der Seite. „Wir bleiben SPD-Land“, freute sie sich darüber, dass die SPD im Land stärkste Kraft geblieben ist und in den Wahlkreisen Havelland I und OPR/Havelland III noch zwei Direktmandate geholt hat. „Ich nehme das als Chance, dass die Leute sagen: Wir wählen euch als SPD, erwarten aber auch, dass ihr was tut.“

AfD zugelegt

Die SPD war bei den Zweitstimmen in Falkensee und in Dallgow-Döberitz als stärkste Partei hervorgegangen, in Schönwalde-Glien erhielt die CDU die meisten Stimmen. Allerdings lagen die Parteien eng beieinander und hatten gegenüber der Wahl von 2014 deutlich verloren. Die AfD hat zugelegt, sie erreichte in Schönwalde-Glien mit 21,1 Prozent ihr bestes Ergebnis im Speckgürtel-Wahlkreis, lag aber unter dem Landesdurchschnitt.

Stimmen für Tierschutz

Die Freien Wähler erhielten im Wahlkreis 6 weniger Stimmen als im Landesdurchschnitt, die FDP etwas mehr. Unter den kleineren Parteien, die in Auswertungen oft unter Sonstige zusammengefasst werden, erhielt die Tierschutzpartei mit 3,3 Prozent die spürbar meisten Stimmen.

Fuhl nicht zufrieden

Ohne eine helfende Partei im Rücken hatte sich in Falkensee Thomas Fuhl auf den Wahlkampf-Weg gemacht. Der Einzelbewerber erhielt 927 Stimmen, darunter viele Briefwahlstimmen. „Ich bin der beste Verlierer“, witzelte er am Montag, aber er sei doch enttäuscht und hatte mit mehr Stimmen gerechnet. „Offensichtlich war ich nicht die richtige Alternative“, sagt er. Trotzdem habe ihm der Wahlkampf, zu dem er sich kurzfristig und gegen seine Partei die CDU entschieden hatte, Spaß gemacht. „Das war ein persönlicher Höhepunkt für mich“, sagt er. Jetzt macht er sich ans Aufräumen, Abbauen und an den Kassensturz.

Von Marlies Schnaibel

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