Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Falkensee Walzerklänge in der Stadthalle
Lokales Havelland Falkensee Walzerklänge in der Stadthalle
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:56 21.05.2018
Das Brandenburgische Konzertorchester Eberswalde kam zum ersten Mal in die Falkenseer Stadthalle. Quelle: Enrico Berg
Anzeige
Falkensee

„Stadt Falkensee proudly presents...“ – so oder so ähnlich könnte man sagen zu dem, was Pfingstsamstag in der Falkenseer Stadthalle präsentiert wurde. Das Brandenburgische Konzertorchester Eberswalde unter Leitung von Holger Schella als Dirigent gastierte zum ersten Mal an der Spielstätte, die vor zwei Jahren eröffnet wurde.

Orchester aufgestockt

Für das Konzert in Falkensee wurde das Ensemble noch aufgestockt. In der Regel besteht das Orchester aus 13 Musikern, nun wurden für die Darbietung in der Stadthalle acht weitere Musiker engagiert.

Anzeige
Die Stadthalle Falkensee lud zum Johann-Strauß-Konzert. Quelle: Enrico Berg

Das erwartungsgemäß etwas reifere Publikum fand sich an dem sonnigen Nachmittag in der Stadthalle ein, um das Johann-Strauß-Konzert mit den beliebtesten Werken des Walzerkönigs zu genießen.

Mit Heiterkeit und Frohsinn

Wer jetzt glaubt, dass es sich hierbei um schwere musikalische Kost handelt, der irrt. „Operette ist leichter und beschwingter als Oper“, erklärt Katrin Zimmermann, selbst Musikerin im Ensemble und Bereichsleiterin für den künstlerischen Bereich des Orchesters. „Die Operette hat zu ihrer Zeit der klassischen Oper den Rang abgelaufen und war sehr populär. Die klassische Oper ist geprägt von Drama, Tod und Schicksalsschlägen. Das wollten die Menschen in unruhigen Zeiten eher nicht hören, sie wollten Heiterkeit und Frohsinn erleben.“

Und genau das traf den Nerv der Falkenseer. Das Konzert war sehr gut besucht. Ein Bühnenbild oder gar aufwendige Dekorationen waren nicht vorhanden, die Kulisse war sehr minimalistisch in schwarz gehalten. Mehr brauchte es auch nicht. Hier lebte die Musik. Die Akustik war hervorragend.

Klassiker der Operette

Bei Werken aus den weltbekannten Operetten „Eine Nacht in Venedig“, „Die Fledermaus“, „Der Zigeunerbaron“, „Wiener Blut“ und „Der Vogelhändler“ spürten die Zuhörer die Leidenschaft der Musiker zu der Musik und zu ihren Instrumenten. Die Solisten, Sopranistin Carola Reichenbach und Tenor Christoph Schröter, haben ihr Können sehr eindrucksstark auf die Bretter, die für sie die Welt bedeuten, gebracht. Mit viel Hingabe, Gestik und Mimik gaben sie ihre Kunst zum Besten.

Viel Beifall für Walzerklänge

Bei der Operette als eher „leichterer Kost“ im Bereich Klassik gibt es in den verschiedenen Werken zuweilen auch die eine oder andere sehr amüsante, heitere Strophe. Dies wurde von Reichenbach und Schröter perfekt transportiert. Als Zuschauer konnte man das Gefühl bekommen, als ob die Solisten nur für sich alleine singen und spielen würden, so innig war ihre Darbietung. Das hatte etwas Fesselndes und Inniges in der ansonsten so nüchternen Halle.

Aufmerksam lauschte das Publikum den Auszügen aus verschiedenen Operetten. Das Programm war sehr kurzweilig, dazu trug auch Dirigent Holger Schella bei. So hat er nicht nur heitere Geschichten zu den Musikstücken erzählt, sondern auch den Komiker Heinz Erhard zitiert. Dies wurde mit Lachen und Applaus vom Publikum gewürdigt.

Schunkeln bei der blauen Donau

Bei Musikstücken wie „An der schönen blauen Donau“ konnte man vereinzelt schunkelnde Zuschauer beobachten, die so ganz versunken der Musik lauschten.

Lob für Vielfalt

Für die Musiker des Konzertorchesters war es ein gelungener Auftritt in Falkensee. Und auch die Besucher zeigten sich nach dem stimmungsvollen Nachmittag sehr zufrieden. „Das ist eine Bereicherung für Falkensee,“, sagte Ingrid Bürger. Und Bernd Hidde ergänzte: „Wir sind jetzt schon öfter hier in der Stadthalle gewesen und freuen uns sehr darüber, dass für jedes Alter etwas angeboten wird.“

Nächste Termine in der Stadthalle: Konzerte des Vicco-von-Bülow-Gymnasiums am 29. und 30. Mai.

Von Hannelore Berg