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Falkensee Hilfe zur Selbsthilfe: Im Familienprojekt des ASB finden Suchende Unterstützung
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14:42 21.12.2019
Eine junge Falkenseerin hat im Familienprojekt gelernt, gelassener auf die Feiertage zuzugehen. Quelle: Vivien Tharun
Falkensee

Einen Weihnachtsbaum besorgen, spontan in den Ferien mit den Kindern etwas unternehmen – für Frau R. (Name der Redaktion bekannt) waren solche Handlungen vor drei Jahren noch schwer. „Jetzt habe ich gelernt, meinen Tag zu strukturieren“, sagt sie.

25 Familien nehmen

Die 33-Jährige nimmt seit September 2016 am Familienprojekt des ASB Falkensee teil. Das Programm bietet Familien die Möglichkeit, gemeinsam an einer Verbesserung des Zusammenlebens zu arbeiten – damit es nicht zur Trennung von Eltern und Kindern durch das Jugendamt kommen muss. Derzeit nehmen 25 Familien dieses Angebot in Anspruch.

Jugendamt schlug Programm vor

Frau R. hatte sich freiwillig dafür entschieden. Sie lebte mit drei Kindern in Berlin Wedding beim Kindsvater. Die Beziehung zu diesem Mann sei „schwer“ gewesen wie sie sagt und sie suchte Hilfe: „Das Jugendamt fragte mich, ob ich das Angebot des ASB in Falkensee nutzen möchte“, erinnert sich die 33-Jährige. Sie wollte.

Ihr viertes Kind kam zur Welt, als sie schon in Falkensee lebte. Der Nachwuchs ist nun elf, acht, fünf und zwei Jahre alt. Die Ältesten gehen in örtliche Schulen, die Jüngsten haben Kita-Plätze.

Jedes Jahr neue Angebote

Frau R. ist froh, im Familienprojekt zu sein und nimmt gern an den Weihnachtsveranstaltungen des ASB teil: „Es gibt jedes Jahr ein anderes Angebot“, sagt sie. Im Vorjahr sei es der Besuch eines Weihnachtszirkus gewesen, dieses Jahr eine Weihnachtsfeier im Familiencafé Falkenhorst.

Familienhelferin steht zur Seite

Eine ASB-Familienhelferin steht Frau R. bei vielen Alltagsfragen zur Seite: „Die Familienhelfer organisieren die Feiern und versuchen, jedes Jahr etwas anderes anzubieten.“ Das kann eine Fotoecke für Schnappschüsse sein oder Verkleidungen für Kinder.

Im Familiencafé konnten Adventsgestecke gebastelt werden und es gab Geschenke für die Kinder: „Bei der Geschenkübergabe sollten die Kinder ein kleines Gedicht vortragen“, sagt die Helferin.

Mehr Zeit für die Kinder

Für Frau R. ist es jetzt eine Selbstverständlichkeit, sich mit ihren Kindern zusammen zu setzen und ein Gedicht zu üben. „Früher habe ich mir nicht die Zeit genommen, mit den Kindern zu basteln oder zu lernen. Jetzt mache ich das einfach“, sagt Frau R. Dann bleibe die Wäsche eben einen Tag liegen.

„Es war ein längerer Prozess, bis Frau R. ihren Alltag so strukturieren konnte“, sagt die Familienhelferin. Vor drei Jahren sei daran nicht zu denken gewesen. Mit viel Arbeit an sich selbst, schaffte Frau R. es dann: „Vor einem Jahr hat es ,klick’ bei mir gemacht“, sagt die Mutter. Dann sei ihr klar geworden, wie der Alltag laufen könne.

Weihnachtsbaum auf dem Kinderwagen

„Voriges Jahr habe ich dann einen Weihnachtsbaum besorgt“, erzählt Frau R. Für die meisten Menschen ist das kein Problem. Da sie aber kein Auto besitzt und abseits des Stadtzentrums wohnt, blieb ihr nichts anderes übrig, als den Baum auf dem Kinderwagen zu transportieren. Den für dieses Jahr muss sie noch besorgen. „Wir feiern bei meinem neuen Partner“, sagt Frau R.

Der sei zwar nach eigener Aussage ein Weihnachtsmuffel, freue sich aber dann doch, wenn alles dekoriert ist. Nur eine Sache bleibt bei Frau R. seit Jahren unverändert: „Die Geschenke besorge ich immer noch auf den letzten Drücker“, sagt sie mit einem Lächeln.

Die junge Frau ist derzeit auf der Suche nach einer ersten eigenen Wohnung für sich und ihre Kinder. Wer etwas passendes anbieten kann, oder sich einfach für das Familienprojekt des ASB interessiert, kann sich melden unter der 03322/28 56 61. In der Feiertagszeit bitte auf den Anrufbeantworter sprechen. Ein ASB-Mitarbeiter ruft dann zurück.

Von Vivien Tharun

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