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Falkensee Wenn der Schulalltag zum Spießrutenlauf wird
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10:09 06.12.2018
Eva Kosak, Annette Eichelmann, Christian Mundel und Alexandra Finkler (v.l.). Quelle: Laura Sander
Falkensee

Wenn der Schulalltag zum Spießrutenlauf wird, der Lernstoff überfordert oder soziale Ängste unüberbrückbar scheinen – in einer Regelschule zurechtzukommen, ist nicht für jeden selbstverständlich. Schwänzen, auffälliges Verhalten oder Zurückgezogenheit sind mögliche Folgen. Dass kein Kind unbeschulbar ist, dafür steht das ASB-Schulprojekt seit 1997.

Spaß am Lernen entwickeln

In den Räumlichkeiten in der Potsdamer Straße von Falkensee vermitteln Pädagogen in der Zeit von 8 bis 13 Uhr eben nicht nur Schulstoff, sondern arbeiten gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen daran, wieder Spaß am Lernen zu entwickeln. Die acht Plätze im Grundschulprojekt, wie auch die acht Plätze für Oberschüler sind fast immer voll belegt.

Schulstoff wir nicht aus den Augen gelassen

Ziel ist es, die Kinder wieder fit für die Regelschule oder eine Berufsausbildung zu machen. „Wir passen uns an den Bedarf der Kinder an und können flexibler reagieren, da wir eine andere Einteilung haben. Pro Tag werden in klassenübergreifenden Lerngruppen in der Regel zwei Fächer unterrichtet“, so Annette Eichelmann vom Oberschulprojekt. Das Tempo bestimmen die Kinder, und auch Probleme können schon mal besprochen werden. Der Schulstoff werde dabei nie aus den Augen gelassen. „Die Kinder sind alle wissbegierig, es ist ein Vorurteil, dass all diejenigen, die in einer Regelschule nicht zurechtkommen, nicht clever genug sind. Wichtig ist, dass die Kinder verstehen, dass sie für sich selber und ihre Zukunft lernen und nicht für ihre Eltern oder Lehrer“, sagt Eichelmann weiter.

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Wir schaffen Rahmenbedingungen

Das sei oftmals jedoch ein langer Weg. Verbale und auch körperliche Auseinandersetzungen seien keine Seltenheit. „Viele haben das Vertrauen verloren, weil sie in der Vergangenheit den Stempel der Unbeschulbarkeit bereits verpasst bekommen haben. Keiner erwartet mehr etwas von ihnen und ihr Selbstwertgefühl leidet - dem müssen wir etwas entgegensetzen“, so Christian Mundel. In den großen Regelschulklassen würden die Kinder und Jugendlichen zudem oftmals einfach untergehen. „Die Lehrer geben sich Mühe, können es jedoch nicht stemmen. Das gibt ihre Zeit nicht her“, weiß Alexandra Finkler, die das Grundschulprojekt mitbetreut. Vor allem bräuchten die Kinder klare Strukturen. „Sie müssen erst einmal ankommen und den Kopf frei haben. Wir schaffen dafür die Rahmenbedingungen“, sagt Annette Eichelmann.

Leistungsdruck hat zugenommen

Mit zwei Erziehern und einem Lehrer ist das Projekt vor über 20 Jahren mit Unterstützung des Schulamtes gestartet. Damals hatte es in den stationären Unterbringungen des ASB mehrere Jugendliche mit einer Schulproblematik gegeben. Heute hat sich das Feld auf die Grundschuljahrgänge ausgeweitet und ist angefragt, wie nie. „Der Leistungsdruck hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen – für Kinder und Eltern“, weiß Annette Eichelmann, die heute oft Besuch von ihren ehemaligen Schützlingen bekommt. „Es ist schön zu sehen, dass sie ihren Weg gefunden haben“, so die Falkenseerin.

Von Laura Sander

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