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Falkensee Wohnungsgenossenschaft Falkenhorst gefragt wie nie
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14:55 11.09.2019
Die Wohnungsgenossenschaft Falkenhorst in Falkensee feiert ihr 100-jähriges Bestehen. Quelle: Holger Kohl
Falkensee

Werbung hat die Wohnungsgenossenschaft Falkenhorst eigentlich nicht nötig. Keine ihrer 670 Wohnungen steht leer, die Wartelisten sind lang. Trotzdem prangt ein metergroßes „WGF“ auf dem Dach eines Hauses in der Coburger Straße – zu lesen für die Leute in den Flugzeugen, die über Falkensee nach Tegel einfliegen. Und so stehen die drei Buchstaben eher für das Selbstbewusstsein der Genossenschaft und ihres Vorstandes, die wissen: Im 100. Jahr ihres Bestehens haben die Genossenschaft und der genossenschaftliche Gedanke längst nicht ausgedient.

Eine Falkenseer Genossenschaft feiert sich und sie feiert das Jubiläum mit ihren Mitgliedern.

Die Wohnungsgenossenschaft Falkenhorst ist bei der Fusion zweier Falkenseer Wohnungsgenossenschaften entstanden, die Wurzeln der Genossenschaft „Frieden“ reichen bis ins Jahr 1919 zurück. Das 100. Jubiläum wird eigentlich schon das ganze Jahr gefeiert. Am Sonnabend gibt es eine große Festveranstaltung. Aber schon im Februar war im Familiencafé mit Mitgliedern und einer historischen Rundfahrt gefeiert worden. Es gab ein großes Kinderfest und vor einigen Tagen ein großes Mieterfest. Wobei „Mieter“ nicht der exakte Begriff für die Genossenschaftsmitglieder ist. Rund 400 Frauen und Männer haben dabei gefeiert, sich an Festreden, Roland-Kaiser-Double, Tombola (immerhin waren sechs mal eine Wohnungsnettokaltmiete zu gewinnen) und Lasershow erfreut.

Verbundenheit mit dem Wohngebiet

„Ein großes Fest“, sagt Ralf Zimmermann, Geschäftsführender Vorstand der Genossenschaft. Das mit dem Feiern gehört für ihn dazu: „Die Begeisterung und Verbundenheit sind riesig“, blickt er auf das Fest zurück. Wohnen ist für ihn ein Grundrecht. „Unser Credo ist: Wir vermieten nicht nur eine Wohnung, sondern ein Zuhause.“ Die Wohnung soll bezahlbar sein und soziale Begegnungen zulassen.

Auflösung abgewendet

Die Genossenschaft Falkenhorst steht stabil da, ist modern aufgestellt. Das war nicht immer so. Ralf Zimmermann kann sich noch genau an die Mitgliederversammlung vom Oktober 1990 erinnern, als nicht wenige die Auflösung der Genossenschaft forderten. Zimmermann sprach sich damals vehement dagegen aus. Riesige Kraftanstrengungen waren nach der Wende nötig, die begonnen Plattenbauten im D-Mark-Zeitalter zu Ende zu bauen.

Nach 20 Jahren wieder gebaut

Es hat dann mehr als 20 Jahre gedauert, bis die Wohnungsgenossenschaft selbst wieder zum Bauherren wurde. Zwei seniorengerechte schmucke Häuser sind im Falkenhorst entstanden, Pläne für ein drittes Haus liegen in der Schublade. „Wir warten erst mal ab“, sagt Ralf Zimmermann, „die Preise laufen derzeit aus dem Ruder.“

Vom Burgfrieden zum Falkenhorst

Die Gemeinnützige Landerwerbs- und Baugenossenschaft „Burgfrieden“ mit Sitz in der Seegefelder Kruppstraße 17 (heute Hertzstraße) wurde 1919 gegründet. Sieben Doppelhäuser mit insgesamt 28 Wohnungen in der Hertzstraße waren der Anfang. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Silbe „Burg“ aus dem Namen gestrichen.

Am 8. Februar 1957 wurde in Falkensee die Arbeiterwohnungsbaugenossenschaft „Neues Leben” gegründet.

Das erste Richtfest wurde im März 1958 gefeiert. Bis 1963 wurden im Bereich Finkenkruger Straße, Coburger Straße 138 Wohnungen in dreigeschossigen Häusern für die ersten 400 Genossenschaftler übergeben.

Nach der Wende wurde die AWG „Neues Leben” in WohnungsgenossenschaftFalkenhorst” umbenannt und hat weitere mehrgeschossige Wohnblöcke fertiggestellt. 2012 fusionierte sie mit der Genossenschaft „Frieden”.

Der Name der kleineren Genossenschaft lebt in der Finkenkruger Straße 68 fort, wo das „Haus Frieden” betreutes Wohnen anbietet.

„Wir gehen auch als Hundertjährige noch mit der Zeit“, sagt der Vorstand. Die Genossenschaften sind ein gefragtes Modell, der Zulauf ist groß. Vor allem die Unkündbarkeit wissen die Bewohner immer mehr zu schätzen.

Vision „Platte 2.0“

Mehrgeschossiges Bauen wird weiter nötig sein. „Platte 2.0“, nennt Ralf Zimmermann die Vision. Wobei für ihn zum Leben mehr als nur die Wohnung gehört. Er sieht den Falkenhorst, in dem auch andere Wohnungsunternehmen sitzen, als ein gemeinsames Gebiet. Befragt nach seinem größten Wunsch, kommt sofort: „dass es endlich mit der Nahversorgung klappt“. Noch immer warten die Bewohner auf einen Nachfolger für den vor dreieinhalb Jahren geschlossenen Kaisers-Markt.

Von Marlies Schnaibel

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