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Falkensee Zu wenig Stellplätze: Wenn Parken zum Horror wird
Lokales Havelland Falkensee Zu wenig Stellplätze: Wenn Parken zum Horror wird
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15:17 01.03.2019
Blechlawine auf dem Parkplatz Scharenbergstraße.
Blechlawine auf dem Parkplatz Scharenbergstraße. Quelle: Tanja M. Marotzke
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Falkensee

Stellplatzmangel in der Gartenstadt: Erneut sorgte das umstrittene Parkraumkonzept, das künftig als Leitlinie dienen soll, für hitzige Diskussionen unter den Falkenseer Stadtverordneten. Mehrfach wurde es im zuständigen Stadtentwicklungsausschuss besprochen. Der sprach sich letztlich dafür aus. Jetzt sollte endlich ein Beschluss her. Denn egal, ob Fahrradstellplätze, Park&Ride-Parkplätze oder Stellplätze für Kurzzeitparker – die Situation ist vor allem in der Innenstadt angespannt.

Konzept abermals abgelehnt

Dennoch konnte sich in der Sitzung der Falkenseer Stadtverordneten kaum eine Fraktion dazu durchringen, das Konzept durchzuwinken. „Wir wollen den Verkehr aus dem Zentrum raushalten und nicht noch zusätzlich Abstellmöglichkeiten schaffen. Wir wollen nirgendwo, egal ob auf dem Gelände des alten Güterbahnhofs oder an der Scharenbergstraße, ein Parkhaus“, sagte Ursula Nonnemacher (Grüne). Das Parkhaus am alten Güterbahnhof war vom Berliner Planungsbüro „Stadtraum“ empfohlen worden.

Einzeln begutachten, diskutieren, beschließen

„Das ist kein Muss. Jede einzelne Maßnahme ist mit Beschluss des Konzeptes nicht gleich wirksam, sondern wird noch einmal einzeln begutachtet, diskutiert und beschlossen“, sagte Bürgermeister Heiko Müller (SPD). Es sei lediglich ein Zielkonzept, das für die künftige Beantragung von Fördergeldern unabdingbar sei. Es müsse voran gehen, denn schon heute stünden hunderte Fahrzeuge dort, wo sie nicht stehen sollten – nämlich in Anliegerstraßen rund um das Zentrum, gab Müller zu bedenken. „Wir sind eine Pendlerstadt, das dürfen wir nicht vergessen“, so der Bürgermeister.

Pendlerproblematik ist da

„Wir haben eine Pendlerproblematik, die wir jedoch nicht mit dem Bau eines Parkhauses im Zentrum lösen können. Kapazitäten an anderen Bahnhöfen müssen geschaffen werden“, so Amid Jabbour (FDP). Denn schon ab 2020 werden in Seegefeld und Finkenkrug mehr Züge halten, was zu einer Entlastung führen könnte. Auch hier sieht das Konzept zusätzliche Stellflächen vor. Um die Situation im Falkenseer Zentrum zu entspannen, reichen diese jedoch nicht aus.

Blechlawine an der Scharenbergstraße

Vor allem die dauerhaft zugeparkte Stellfläche vor der Stadthalle sei Daniela Zießnitz (CDU) ein Dorn im Auge. „Um 7.30 Uhr sind bereits alle Pendlerparkplätze belegt und die Stadthalle kann nicht bespielt werden. Den Parkplatz für Pendler zu sperren und zeitlich zu befristen ist jedoch keine Option, denn wohin dann mit der Blechlawine?“, fragte sich die Stadtverordnete.

„Der Güterbahnhof ist nicht die erste Wahl, da er recht weit weg ist und sollte das Parkhaus kostenpflichtig werden auch nicht sonderlich attraktiv. Die Nutzung könnte nur erzwungen werden, indem man den Parkplatz an der Scharenbergstraße für Pendler dicht macht“, so Zießnitz weiter. Zudem wäre das Parkhaus eine erhebliche Belastung für die Anwohner des Akazienstraße, die mit wesentlich mehr Durchgangsverkehr rechnen müssten.

Mehr Fahrradabstellmöglichkeiten gewünscht

Trotz aller Kritik stießen zumindest die im Konzept für nötig befundenen Fahrradboxen südlich des Falkenseer Bahnhofs sowie die Aufstockung der Radabstellanlage nördlich der Bahntrasse auf Zustimmung.

Nach einer Prognose, die den zu erwartenden Bevölkerungszuwachs berücksichtigt, braucht Falkensee in den kommenden Jahren knapp 600 zusätzliche Parkplätze für Autos und knapp 700 Stellplätze für Fahrräder. Und trotz der Dringlichkeit, die Bürgermeister Heiko Müller mehrfach hervorhob, wurde das Konzept in abgeänderter Form erneut in den Fachausschuss überwiesen.

Von Laura Sander

01.03.2019
01.03.2019