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Falkensee Hallenbad kam in die Warteschleife
Lokales Havelland Falkensee Hallenbad kam in die Warteschleife
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15:07 23.04.2019
Zur Eröffnung der neuen Stadthalle und bei Stadtfesten ist auf dem Campusplatz immer viel los. Quelle: Tanja M. Marotzke
Falkensee

Bei der Kommunalwahl vor fünf Jahren kam es in Falkensee zu einem Machtwechsel, der bei der folgenden Bürgermeisterwahl nicht wiederholt werden konnte. Beide Male ging es knapp zu.

Stichwahl im Rathaus

Bei der Wahl zur Stadtverordnetenversammlung hatte die CDU im Jahr 2014 zugelegt und die SPD überholt, die Christdemokraten wurden stärkste Fraktion in der SVV.

Prominenter Besuch, viele Richtfeste und manche Eröffnung prägen die Entwicklung in Falkensee.

Bei der Bürgermeisterwahl im Jahr drauf kam es zur Stichwahl zwischen Heiko Müller (SPD) und seiner Herausforderin Barbara Richstein (CDU). Müller gewann, hatte aber längst keine Hausmacht mehr. In der SVV gab es seit 2014 keine klare kommunale Koalition, aber zumeist hatten CDU, Grüne und FDP das gemeinsame Sagen.

Falkenseer Mehrheiten

Das hatte in der Legislaturperiode zuvor anders ausgesehen. SPD und CDU waren da so etwas wie eine Große Koalition in Falkenseer Gewand eingegangen. Man war sich weitestgehend einig und hatte viele Dinge vorangebracht.

Einigkeit bei Stadthalle

Allem voran: den Bau der neuen Stadthalle. Das war immerhin ein 17-Millionen-Euro-Bau. Der konnte nach einigen Baupannen - im Mai 2015 fiel ein Teil des Putzes ab – und einigen Verzögerungen dann 2016 feierlich eröffnet werden. Die Halle war als Mischung aus Sporthalle, Veranstaltungssaal und Multifunktional-Foyer geplant. Hier war vieles möglich: Von Abiball über Schlagersause bis Medizinerkongress. Neben vielen positiven Stimmen verstummten aber auch die Kritiker nicht: Die Akustik im Saal überzeugt oft nicht, der Campusplatz ist kein lebendiger Ort.

Dauerthema Hallenbad

Nach der Stadthalle richtete sich das Interesse der Falkenseer auf das nächste Großprojekt: auf ein Hallenbad. Seit 15 Jahren machen Aktivisten für einen solchen Bau mobil, sammelten tausende Unterschriften, brachten Einwohneranträge ein.

Schlingerkurs und klare Kante

Heiko Müller sprach sich in seinem Wahlkampf 2014 mit einem deutlichen „Ja“ für ein Hallenbad aus. Aber die Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung trat auf die Bremse. SPD und Linke standen bei dem Projekt hinter Müller, die FDP und Grüne lehnten es ab. Die AfD war mal dafür, dann aber doch dagegen wegen der ebenfalls geplanten Kegelbahn. Die CDU fuhr einen Schlingerkurs ohne genau zu sagen, wofür sie steht. Sie forderte immer neue Untersuchungen, Gutachten und Zahlen.

Die Stadt Falkensee

Falkensee ist eine amtsfreie Gemeinde im Landkreis Havelland, sie ist Mittelzentrum und hat den Status einer großen kreisangehörigen Stadt.

Einwohner: 44 700

Fläche: 43,27 km²

Ortsteile: Die Stadt hat keine Ortsteile, sie ist in vier Wahlkreis aufgeteilt.

So wurde das Projekt zwar geplant, wurden den Bürgern Varianten vorgestellt, wurden die Bürger sogar befragt. Aber ein endgültiger Mehrheitsbeschluss zum Bau des Projektes wurde nicht gefasst.

Flächendeckende Zustimmung

Und das auch nicht nach der flächendeckenden Bürgerbefragung, die ein ungewöhnlich hohes Maß an Beteiligung und Zustimmung gebracht hatte. Das hatte selbst alle Freunde erhöhter Bürgerbeteiligung überrascht: 78 Prozent aller abgegebenen Stimmen sagten Ja zum Hallenbad, das waren 19964 Personen.

Wer regiert jetzt?

Bürgermeister: Heiko Müller (SPD)

Stadtverordnetenversammlung:

CDU 9 Sitze

SPD 8

Bündnis 90/Die Grünen 6

Alternatives Bündnis Freier Wähler 1

Die Linke 5

AfD 4

FDP 2

Fraktionslos 1

Die Entscheidung über den Bau eines Hallenbades hatte das ungewöhnlich klare Ergebnis jedoch nicht beschleunigt. Das wird die neue Stadtverordnetenversammlung entscheiden müssen: Bauen wir ein Hallenbad oder ziehen wir angesichts der hohen Kosten die Notbremse und sagen das Projekt ab?

Debatten über Konzepte

Es wird wohl noch eine Weile diskutiert werden. Wurde ja überhaupt viel diskutiert in der vergangenen Legislaturperiode. Die Abgeordneten haben sich über Monate und Jahre mit dem Insek, dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept, mit dem Verkehrsentwicklungsplan und mit dem Parkraumkonzept befasst.

Wer tritt an?

SPD – 31 Kandidaten

CDU – 38

Die Linke – 17

Grüne/B 90 – 35

AfD – 14

FDP – 17

Partei für Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative, Piratenpartei Deutschland, Die PARTEI der Sorben, Wählergruppe Tierschutz, Wählergruppe Soziales Havelland, Wählergruppe Bürgerfreundlichkeit, Wählergruppe HipHop – 4

Freie Wähler Falkensee – 10

Wählergruppe Jugend für I.R.G.E.N.D.W.A.S – 10

Dass es überhaupt voran ging in der Stadt, lag dann auch an anderen Investoren und Bauherren. Das Land baute den Spandauer Kreisel um und es errichtete eine neue Polizei-Inspektion, die Neuapostolische Kirche errichtet direkt daneben ein neues Gotteshaus, Privatleute bauten 150 Wohnungen am Akazienhof, andere schufen Wohn- und Geschäftshäuser in der Bahnhofstraße, Bäcker Thonke baute ein Café an der Rathauskreuzung, das sich schnell zum beliebten Treffpunkt der Falkenseer entwickelte.

Pleite für See-Carré

Natürlich gingen auch bei Privatinvestoren nicht alle Träume in Erfüllung: Markantestes Beispiel in Falkensee war das Scheitern des Einkaufszentrums See-Carré. Die politische Zustimmung zu dem Projekt neben dem Real-Markt war seinerzeit noch durch die SPD-CDU-Allianz zustande gekommen, nun scheiterten die Macher an der Marktlage und an den Gegebenheiten: Obwohl eine Baugenehmigung vorlag, konnten sie diese nicht umsetzen, weil die geplante Absprache mit dem benachbarten Real-Markt nicht abschließend umgesetzt wurde. Am Ende zogen die Investoren ihr Projekt, das längst im Volksmund Coming-Soon-Center hieß, zurück und planten um: Jetzt wollen sie vor allem Wohnungen auf dem Areal errichten.

Von Marlies Schnaibel

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