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Havelland Forderung: Gräben sollen öfter gemäht werden
Lokales Havelland Forderung: Gräben sollen öfter gemäht werden
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02:20 15.04.2018
Viele Durchlässe werden nicht regelmäßig gereinigt. Manche haben zudem einen zu kleinen Durchmesser oder liegen in der falschen Höhe. Quelle: Andreas Kaatz
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Brieselang

Angesichts der zunehmenden Wetterkapriolen – verbunden mit Starkregen – wird ein intaktes Grabensystem in Zukunft immer wichtiger sein für Brieselang. Allerdings fließt das Wasser derzeit aus verschiedenen Gründen nur schlecht ab. Dabei spielt die Pflege von Gräben und Durchlässen ebenso eine Rolle wie bauliche Mängel.

Für die Pflege ist der Wasser- und Bodenverband (WBV) in Nauen zuständig. Aus Sicht der Gemeinde müsste dieser öfter mähen als nur einmal. „Die Häufigkeit der Mahd muss der Notwendigkeit angepasst werden“, fordert Bürgermeister Wilhelm Garn (CDU). Als ein Beispiel nennt er den Graben am Paul-Mewes-Damm. „Wenn dort gemäht ist, wächst schon nach einem Monat wieder das Schilf.“ Die Folge: Das Wasser fließt nur langsam ab.

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So beauftragt die Gemeinde seit ein paar Jahren für bestimmte Bereiche eine zweite Mahd. Die erfolgt bisher mit einer fünfstelligen Summe auf eigene Kosten, was Garn aber nicht mehr einsieht: „Es darf keine Extrabezahlung stattfinden.“ Die Gemeinde fordert deshalb die gezahlten Summen der Vorjahre für die zweite Mahd zurück, wie aus einer Stellungnahme an den WBV hervor geht. Denn es müsse im Verband eine Kalkulation geben, die sich an den notwendigen Leistungen ausrichtet. „Die Berechnung einer mehrfachen Mahd an ein Mitglied ist unberechtigt.“

Garn weiß aber auch, dass der Verband unterfinanziert ist, wenn er alles das, was nötig wäre, machen würde. Er fordert darum auch angesichts des Siedlungsdrucks im Osthavelland ein Umdenken im Verband: „Wir müssen uns künftig durch die Notwendigkeit des Handelns leiten lassen und nicht durch die Diskussion um Beiträge.“ Der Verband müsse seitens der Mitglieder finanziell besser ausgestattet werden.

Notwendig wird es aber auch sein, dass die Gemeinde selber dafür sorgt, dass die Durchlässe in einem guten baulichen Zustand sowie groß genug sind und zudem in der Höhe so angepasst werden, dass das Wasser tatsächlich ablaufen kann. Da sieht der Grabenbeauftragte Marcel Höhne noch viel Nachholebedarf. Ausgehend von einer Ideallinie des Grabens 506 (einer der Hauptableiter) zwischen Bahndamm und Schlaggraben meint er: „Manche Durchlässe liegen darüber, manche darunter.“ Somit staue sich das Wasser an einigen Stellen.

Bei künftigen Straßenbauvorhaben sollen die Durchlässe deshalb entsprechend angepasst werden. So ist unlängst der Durchlass unter der Vorholzstraße von 60 auf 100 Zentimeter vergrößert worden. Ähnlich soll es auch beim Schlangenhorst laufen. Dort kommt das Wasser aus einer 120 Zentimeter großen Röhre an und triff derzeit noch auf eine mit 80 Zentimeter. Diese soll Zuge des Straßenbaus durch eine größere Röhre ersetzt werden. „Außerdem sollten Durchlässe, die keine Funktion mehr haben, herausgenommen werden, um den Wasserfluss nicht zu behindern“, fordert Höhne.

Der Grabenbeauftragte hält es zudem für erforderlich, dass früher als bisher mit der Mahd begonnen wird, am besten im Juni. Denn 2017 gab es den Starkregen im Hochsommer. Da konnte die Mahd nicht erfolgen, weil die Gräben voll Wasser standen. Und Höhne möchte auch, dass die Sohlberäumung verstärkt wird. „Da, wo es erfolgt ist, fängt das Wasser nämlich an zu fließen“, meint er. Dass dies klappt, sei auch aus einem bestimmten Grund wichtig: „Gräben transportieren nicht nur das Wasser, sondern nehmen es zudem aus der Fläche heraus.“

Am Freitag wird Garn mit Vertretern der Bahn zum Thema Gräben an einem Tisch sitzen. Dabei geht es auch um einen Durchlass im Bahndamm, dessen Gefälle nach Norden statt nach Süden geht. Zudem steht der Bahndamm aus Sicht der Gemeinde im Verdacht, für eine Schadstoffbelastung in Gräben verantwortlich zu sein.

Von Andreas Kaatz