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Havelland Freibeuter mit Galgenhumor
Lokales Havelland Freibeuter mit Galgenhumor
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16:03 20.10.2013
Die Havelländer Piraten machen die Merkelraute.
Die Havelländer Piraten machen die Merkelraute. Quelle: Jana Einecke
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Nauen

Was Kommunalpolitiker anderer Parteien so oft beklagen, ist bei den Piraten mittlerweile zur Existenzfrage geworden: Personalmangel. Zuletzt änderten sie extra die Satzung, um schon zu dritt beschlussfähig zu sein. Gegenkandidaten bei Wahlen gibt es so gut wie nie. Das gängige Abstimmungsergebnis auf der Sitzung in Nauen: 100 Prozent. "Ist ja wie in der DDR hier", sagt einer. Wieder lachen alle. Raimond Heydt sieht schon die Schlagzeile: "Piraten demonstrieren Geschlossenheit!"

Da sind die Landtagskandidaten längst gewählt. Für den Wahlkreis 5 im Nauener Raum wird Raimond Heydt antreten. Der 39-Jährige Pfleger und Vater von drei Kindern, der das bestehende System "ziemlich korrupt" findet, will sich von der Vollbeschäftigung und der nationalstaatlichen Interessenspolitik verabschieden und fordert ein bedingungsloses Grundeinkommen. Vor allem aber kritisiert er das aktuelle Bildungssystem, das er als unterfinanziert und wenig individuell bezeichnet. Ideen hat er auch: "Wir haben 20Jahre lang viel in Infrastruktur, vor allem Straßen, gesteckt. Jetzt soll fünf Jahre lang jeder verfügbare Cent in die Bildung fließen", sagt er. Der Kandidat für den Wahlkreis6 in Falkensee, Rainer Kieker, 59 Jahre alt und anerkannter Stasiverfolgter, ist vor allem gegen etwas: gegen Verschwendung und Leitplanken, gegen die Stigmatisierung von Hunderassen als aggressiv, die Verkehrssituation in Falkensee und Vorverurteilung von Motorradfahrern. "Es gibt 100Sachen, die man ändern kann. Mitbestimmung ist das Wichtigste", sagt Kieker. Dass die Piratenpartei die einzige wirklich basisdemokratische Partei sei, käme offenbar nicht ausreichend rüber. Sonst wären sie mehr Leute.

Im Moment jedenfalls könnten selbst Optimisten den Eindruck bekommen, das Piratenschiff versinke demnächst wieder im Meer der Bedeutungslosigkeit. Zumindest angesichts des Ergebnisses bei der Bundestagswahl. Die 2,2Prozent waren für die Havelländer Freibeuter "eine Klatsche", "enttäuschend" und "gelinde gesagt: schlecht". Auch mit dem Plan, Stammtische im Landkreis zu etablieren, sind sie mangels Zulauf gescheitert. "Ich sehe nicht, dass wir die Idee wiederbeleben können", sagt Heydt. Diesmal lacht er nicht.

Von Jana Einecke

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