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Havelland Freude und Frust am Kreisverkehr
Lokales Havelland Freude und Frust am Kreisverkehr
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18:03 16.08.2017
Knochenarbeit am Kreisverkehr. Quelle: Markus Kniebeler
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Rathenow

Die Straßenbauer am Kreisverkehr in Rathenow-West sind nicht zu beneiden. Kniend wird der heiße Bitumen per Hand aufgebracht – wenn dann noch die Sonne vom Himmel knallt, fließt der Schweiß in Strömen.

Trotz dieser Mühe geht es zügig voran. Die Deck- und Binderschicht ist nach Auskunft aus der Pressestelle des Kreises gefräst worden, am Innenring wurden die Borde gesetzt und hinterpflastert und auch die Bankette sind teilweise fertiggestellt.

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In den kommenden Wochen würden Markierungsarbeiten durchgeführt, heißt es weiter. Außerdem seien Fugen zu Borden und Abläufen herzustellen. Und schließlich müssen die während der Bauzeit kaputt gefahrenen Borde saniert und zerfahrene Grünflächen profiliert werden.

„Kaputt gefahrene Borde, zerfahrene Grünflächen? Können die Straßenbauer denn nicht vorsichtiger sein?“, mag sich mancher Leser nun fragen. Die Antwort: Die beschriebenen Schäden wurden nicht nur von den Bauleuten, sondern vor allem von uneinsichtigen Autofahrern verursacht, die sich nicht an die Absperrungen halten, sondern keine Scheu haben, die abwegigsten Abkürzungen zu nehmen. Mittlerweile sind die illegalen Strecken mit dicken Baumstämmen blockiert.

Corrado Gursch, Ortsvorsteher von Steckelsdorf, der mit etlichen Mitstreitern darum gekämpft hatte, dass während der Bauarbeiten eine Verbindung zwischen Steckelsdorf und Rathenow bestehen bleibt, hat diese Umfahrungsversuche mehrfach selber beobachtet und sich darüber sehr geärgert. Erst am Dienstagabend hätten zwei Quad-Fahrer die Absperrungen beiseite geschoben und seien über den frisch aufgebrachten Bitumen gebrettert, berichtet er. „Dafür fehlt mir jedes Verständnis“, sagt Gursch. Von solchen Unbelehrbaren abgesehen hätten sich die Steckelsdorfer mit der Ampelregelung arrangiert – auch wenn es zu Wartezeiten komme. „Die meisten sind froh, dass wir nicht – wie ursprünglich geplant – von Rathenow abgeschnitten wurden“, sagt Gursch. Die eigens gegründete Bürgerinititative, die in kurzer Zeit 2000 Unterschriften gegen die Vollsperrung gesammelt habe, sei für ihr Engagement belohnt worden.

Trotz allem sehnen Gursch und alle anderen, die über den Kreisverkehr müssen, den Tag herbei, an dem die Strecke wieder ohne Einschränkungen genutzt werden kann. Mitte der kommenden Woche soll es so weit sein. „Die Abnahme wurde zum 23. August angemeldet“, heißt es in der Mitteilung des Kreises. Das setze allerdings voraus, dass die Bauarbeiten wie bislang ohne große Störungen vonstatten gehen.

Von Markus Kniebeler