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Havelland Friedhofsbus des Jugendklubs beendet Saison
Lokales Havelland Friedhofsbus des Jugendklubs beendet Saison
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14:59 22.11.2017
Ankunft am Waldfriedhof. Claudia Nahrstedt (Mitte) mit den vier Seniorinnen, die sie gestern mit dem Friedhofsbus gefahren hat. Quelle: Bernd Geske
Premnitz

Man wird im Land Brandenburg lange suchen müssen, um noch einmal ein solches Angebot zu finden – und vermutlich erfolglos bleiben. Der Premnitzer Jugendklub Preju bietet für ältere Leute, die nicht mehr gut zu Fuß sind, einen Friedhofsbus an. Es ist ein besonderes Kennzeichen des Waldfriedhofs, dass er eine schöne landschaftliche Lage hat, aber eben oben auf dem Postberg liegt. Schwer zu erreichen für Menschen mit Bewegungseinschränkungen.

An jedem Mittwoch fährt deshalb Claudia Nahrstedt von Preju mit dem Kleinbus des Jugendklubs zwei Runden durch die Stadt. Zunächst sammelt sie alle angemeldeten Seniorinnen und Senioren ein und setzt sie um 10 Uhr vor dem Eingang des Waldfriedhofs ab. Um 11 Uhr rollt sie wieder an, um ihre Frauen nach der erledigten Grabpflege wieder abzuholen und nach Hause zu bringen. Männer sind für den Friedhofsbus nicht eingetragen. In diesem Jahr sind alle Nutzer Frauen und durchschnittlich waren es fünf pro Tour.

Irmgard Schejeka bedankt sich bei Claudia Nahrstedt mit einem kleinen Vorweihnachtsgeschenk. Quelle: Bernd Geske

Der Friedhofsbus hat am Mittwoch seine nun schon neunte Saison zu Ende gebracht. Immer in der Woche vor dem Totensonntag gibt es die letzte Fahrt, dann werden wie auch bei vielen anderen Familien die Gräber winterfest gemacht. Immer im April beginnt die neue Saison. Wann genau, das hängt vom Wetter des beginnenden Frühlings ab.

Durch eine Übereinkunft, die der damalige Bürgermeister Roy Wallenta 2009 initiierte, konnte der Friedhofsbus über all die Jahre für die Beförderten kostenlos bleiben. Die Premnitzer Wohnungsbaugesellschaft (PWG) bedenkt den Jugendklub alle Jahre wieder mit einer Spende, mit der die Kosten des Fahrzeuges beglichen werden können. Claudia Nahrstedt, die mit einem Beschäftigungsverhältnis für Preju in der Jugendarbeit tätig ist, fährt den Bus außerdem ehrenamtlich in ihrer Freizeit, so dass dafür keine Ausgaben anfallen.

Laut Satzung „gemeinwesenorientiert“, das schließt Senioren mit ein

Nun ist es gewiss nicht üblich, dass ein Jugendklub etwas für ältere Leute tut. Bei Preju weist man darauf hin, dass der Verein in seiner Satzung zu stehen hat, dass er „gemeinwesenorientiert“ tätig ist. Das schließe die Arbeit mit Senioren ein. Schon seit vielen Jahren hat Preju einen Computerclub für ältere Semester, in dem Hans-Jürgen Jasch ihnen erklärt, was man mit PC, Laptop, Tablet und Smartphone alles machen kann. Und wenn der Jugendklub im nächsten Jahr in das Kulturhaus Liebigstraße umzieht, wird er auch kooperieren mit der Awo, die dort eine Senioren-Begegnungsstätte unterhält.

Seit es den Friedhofsbus gibt, wird er stets von Claudia Nahrstedt gesteuert. Wenn sie im Sommer Urlaub hat, fährt manchmal jemand anderes vom Jugendklub oder der Bus fällt ausnahmsweise mal aus. Die letzte Tour vor dem Totensonntag ist oft auch die Gelegenheit, bei der sich die Frauen mit einer kleinen Aufmerksamkeit bei ihrer „Chauffeurin“ bedanken. Meist sind es süße Sachen, die zur Vorweihnachtszeit passen.

Wie Claudia Nahrstedt erzählt, hat sie in den ersten Jahren noch eine ganze Reihe von älteren Damen gefahren, die nun schon verstorben sind. Eine dieser Seniorinnen hatte ihr einen selbst gehäkelten Topflappen und einen damals ganz kleinen Oleander-Steckling geschenkt. Der ist bei Claudia zu Hause mittlerweile zu einem stattlichen Busch herangewachsen.

Von Bernd Geske

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