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Friesack Keine Ausreden mehr: Bewegung ist auch im hohen Alter möglich
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19:52 07.02.2020
Vorführung von Kursteilnehmern im Dorfgemeinschaftshaus: Schon mit geringen Mitteln kann für mehr Beweglichkeit gesorgt werden. Quelle: Andreas Kaatz
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Friesack

Schultern drehen, Füße leicht hochziehen, Würfel zuwerfen oder bunte Tücher schwenken. Selbst im hohen Alter können die Menschen noch Sport treiben – selbst wenn es nur im Sitzen ist. Und wer es regelmäßig tut, der merkt schnell, dass sich dies positiv aufs Wohlbefinden auswirkt.

Was an Übungen möglich ist, das haben Christa Schümann sowie Bernhard und Hildegard Heidemann im Dorfgemeinschaftshaus in Zootzen-Damm, einem Ortsteil von Friesack, vorgeführt.

An Kurs teilgenommen

Die drei gehörten zu den Teilnehmern eines Kurses im Rahmen des Projektes „Lange mobil und sicher zu Hause“. An vier Tagen lernten sie, wie sie als Ehrenamtler Bewegung von Menschen im hohen Alter fördern können – ob bei denen zu Hause oder in Gruppen. Nun erhielten sie, wie 13 weitere Frauen, ihre Zertifikate.

Förderung von Initiativen

Das Netzwerk „Lange mobil und sicher zu Hause“ fördert Initiativen und Vereine bei der Entwicklung bewegungsorientierter Besuchsdienste.

Ältere Menschen sollen wieder Freude an der Bewegung finden. Die Beweglichkeit und Balance werden gestärkt und Stürze reduziert.

Weitere Infos bei der Akademie 2. Lebenshälfte, Dr. Ingrid Witzsche, 03328/30 45 17 oder witzsche@lebenshaelfte.de

Überreicht wurden diese von Ingrid Witzsche von der Akademie 2. Lebenshälfte. „Vor sieben Jahren haben wir die Idee gemeinsam mit der AOK Nordost entwickelt“, sagt sie.

Immer mehr Hochaltrige

„Wir haben gemerkt, dass es immer mehr Hochaltrige gibt. Zwar ist heutzutage das Thema Bewegung mehr ins Bewusstsein gerückt und die Leute wissen, dass sie mehr tun müssen. Aber nicht die Menschen im Alter zwischen 75 und 80 Jahren. Diese kommen aus einer anderen Zeit“, sagt sie.

Das Projekt „Lange mobil und sicher zu Hause“ wurde durch die Akademie 2. Lebenshälfte und die AOK Nordost initiiert und wird durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen des Landes Brandenburg unterstützt. Bereits in 11 Kreisen und an 25 Standorten gibt es engagierte Netzwerkpartner.

Gerade im ländlichen Raum, wo die Menschen ihr Leben lang in der Landwirtschaft gearbeitet haben, bekomme sie immer wieder zu hören: „Ich habe mein ganzes Leben gearbeitet, jetzt muss ich mich nicht mehr bewegen. Doch dies sei ein Trugschluss. „Wer sich nicht bewegt, bei dem werden die Schmerzen und die Einschränkungen größer“, sagt Ingrid Witzsche.

Positiv auch für Demenzkranke

Mit dem Projekt soll nun die Angebotslücke geschlossen werden für Menschen im hohen Alter, die nicht mehr so mobil sind. Ziel ist, dass die Ehrenamtler zu ihnen nach Hause kommen und mit ihnen üben. „Dann haben die Leute mehr Kraft, Ausdauer und auch Selbstbewusstsein“, sagt Ingrid Witzsche aus Erfahrung. Studien hätten zudem ergeben, dass sich Bewegung auch bei Demenzkranken positiv bemerkbar macht.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, in Gruppen gemeinsam mit anderen zu üben. Das ist jetzt auch in Zootzen möglich. Die Ehrenamtsgruppe dort unter Trägerschaft des Vereins „Entwicklung durch Engagement“ (EdE) kümmert sich um den mittlerweile sechsten Projektstandort im Havelland.

Bewegungsraum eröffnet

Anlässlich der Übergabe der Zertifikate – auch an weitere Kursteilnehmer aus dem Rathenower Bereich – wurde ein Bewegungsraum in der Hauptstraße 11 (neben der Feuerwehr) in Betrieb genommen. Im ganzen Land Brandenburg sind es nun 25 Standorte, betreut von 18 Trägern, wie Ingrid Witzsche sagte.

Auch Zootzens Ortsvorsteherin Dagmar Möller nahm an dem Kurs teil. Sie freute sich, dass es mit Hilfe vieler Beteiligter gelungen ist, den Bewegungsraum einzurichten. So stellte der TSV Falkensee die Matten zur Verfügung. „Wir hoffen, dass es künftig noch mehr Gruppen geben wird. Wir wollen eine Kooperation mit der Sozialstation in Friesack eingehen“, sagt sie.

Weitere Ehrenamtliche gesucht

Zustimmung kam dafür auch vom Gemeinschaftswerk Wohnen und Pflege, das die Sozialstation betreibt, wo bereits vier Gruppen bestehen. „Eventuell wird es auch noch kleine Gruppen in Wutzetz, Kleßen oder Görne geben“, sagt Niederlassungsleiterin Andrea Behrendt-Siemenowski. Man suche zudem weitere Ehrenamtliche. „Es ist ein Geben und Nehmen. Es sind glückliche Stunden, die man erleben darf“, wirbt sie um Mitarbeit.

Für Christa Schümann spielt Bewegung nicht erst eine Rolle, seit sie an dem Kurs teilgenommen hat. „Wir haben in Wutzetz eine kleine Gruppe aus sechs Leuten und kommen dort seit zwei Jahren regelmäßig im Gemeinderaum zusammen. Da machen wir immer Bewegung“, sagt sie.

Künftig mehr Bewegung

Lässt die Witterung es zu, wird auch gemeinsam Fahrrad gefahren. „Jede Woche treffen wir uns“, sagt sie. Und so hatte sie nicht lange überlegt, als sie von Dagmar Möller angesprochen wurde, ob sie beim Projekt mitmachen würde.

Ausgebildet wurde im Rahmen des Projektes auch Guido Krumrey aus Milow, der seit zehn Jahren ehrenamtlich tätig ist. „Wir haben dort eine Gruppe, die sich zum Kaffeekränzchen trifft.“ Zwar spielt dort das Thema Bewegung schon jetzt eine Rolle, aber künftig soll es intensiviert werden.

Doch auch in Rhinow und Rathenow gibt es Bewegungsgruppen. Wie Madlen Mehlhase von der Fachstelle Demenz in Rathenow sagt, werden derzeit rund 85 Senioren von 48 Ehrenamtlichen angeleitet.

Von Andreas Kaatz

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