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Friesack Brückenneubau: Anwohner beklagen große Umwege
Lokales Havelland Friesack Brückenneubau: Anwohner beklagen große Umwege
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11:11 15.02.2019
Kein Durchkommen mehr für Autos: Derzeit reißen Mitarbeiter der Baufirma Rask Brandenburg GmbH die alte Brücke am Rhinkanal ab. Quelle: Andreas Kaatz
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Friesack

Wer mit dem Auto von Friesack aus nach Zootzen-Damm oder weiter will, der muss seit Anfang Januar lange Umwege in Kauf nehmen. Die Landesstraße 166, auf der man sonst entlang kommt, ist derzeit in Höhe Rhinkanal voll gesperrt. Der Landesbetrieb Straßenwesen lässt dort die Straßenbrücke erneuern.

Dies wird auch noch eine Weile dauern, voraussichtlich bis Ende September dieses Jahres. Für die Anwohner, die unter anderem im Friesacker Ortsteil Zootzen-Damm leben, ist das kein Zustand. „Für uns ist das wirklich sehr ärgerlich", sagt Christoph Redel. Denn die ausgewiesene Umleitung ist recht lang – 14 bis 19 Kilometer.

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Nur etwa 1000 Meter

Sie führt nach Norden in den Nachbarkreis über Nackel und Segeletz und dann weiter auf der B 5 nach Süden bis Friesack. Dabei gäbe es nach seiner Ansicht durchaus eine sinnvolle Lösung. Denn es existiert auch eine deutlich kürzere Umleitung, die allerdings nur den Rettungsfahrzeugen und den Bussen vorbehalten ist. Da beträgt der Umweg nur etwa 1000 Meter. So mancher fährt den Weg aber trotz Verbots.

Die mit Schotter befestigte Strecke führt am Rhinkanal entlang bis zur Hauptstraße und von dort weiter auf einer Brücke über den Kanal bis nach Damm. „Für uns als Anwohner wäre es sehr hilfreich, wenn dort außerdem stehen würde ’Anlieger frei’“, sagt er. Redel muss am Tag mindestens zweimal die Umleitungsstrecke fahren: Morgens auf dem Weg zur Arbeit, bei dem er auch die Tochter an der Schule absetzt, und abends wieder zurück. Seine Partnerin, die zum Bahnhof fährt, muss dann sogar wieder ein Stück zurück in Richtung Damm.

Schreiben an den Landesbetrieb

Mit rund 15 weiteren Anwohner wurde der Zootzener kürzlich bei Amtsdirektor Christian Pust vorstellig. Allerdings hat das Amt in der Frage keine Entscheidungsbefugnis. Pust sieht jedoch ebenfalls Verbesserungsbedarf und wandte sich deshalb jetzt mit einem Schreiben an den Landesbetrieb. Auch er plädiert dafür, wenigstens den Anliegern die Nutzung des Weges zu ermöglichen.

Die Einwohner von Zootzen und Wutzetz fühlten sich abgehängt, so der Amtsdirektor. „Eine Akzeptanz der ausgewiesenen Umleitungsstrecke ist angesichts der tatsächlich vorhandenen Möglichkeit einer kürzeren Umfahrung nicht zu erwarten. Wie soll auch der Einwohnerschaft vermittelt werden, dass der weite Umweg zwingend notwendig ist, wenn doch tatsächlich vor Ort und für jeden wahrnehmbar eine viel einfachere und kürzere Umfahrung möglich ist“, schreibt Pust.

Bitte um Prüfung

Und weiter: „Die sonst so wesentlichen Argumente wie Vermeidung von Verkehr, Umwegen und Emissionen spielen auf einmal keine Rolle mehr.“ Er bittet darum, die verkehrsrechtlichen Anordnungen zu überprüfen.

Den Weg am Kanal für den allgemeinen Fahrzeugverkehr freizugeben, da sieht Frank Schmidt vom Landesbetrieb aus Haftungsgründen keine Möglichkeit. „Sonst hätten wir die Strecke vollständig ausbauen müssen.“ Doch angesichts des recht geringen Verkehrs wäre die Verhältnismäßigkeit nicht mehr gegeben. „Wenn die Umleitungsstrecke fast so teuer wird wie die Baumaßnahme, dann ist es nicht mehr wirtschaftlich“, so Schmidt. „Wir machen schon das, was möglich ist.“

Große Schäden an der Brücke

Die Brückenbaumaßnahme ist nötig, weil ansonsten in absehbarer Zeit eine Einschränkung der Belastung nötig gewesen wäre. „Sie wies erhebliche Schäden im konstruktiven Bereich auf“, so Schmidt. Die Brücke habe aber eine wichtige Funktion für die Region und insbesondere für den landwirtschaftlichen Verkehr. Deshalb werden jetzt zwei Millionen Euro in die Erneuerung investiert.

Das neue Bauwerk soll nun mit den gleichen Abmaßen wie das bisherige errichtet werden. Dabei wird es auch eine Umwelt-Baubegleitung geben. So müssen etwa die Uferbereiche während der Arbeiten geschützt werden.

Von Andreas Kaatz