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Friesack Altes Sägewerk wird zum Seminarhaus
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19:48 02.07.2019
In das Gebäude des alten Sägewerkes in Friesack soll bald wieder Leben einziehen. Die einzigen Nutzer des Geländes sind derzeit Schafe. Quelle: Andreas Kaatz
Friesack

Das alte Sägewerk an der Vietznitzer Straße in Friesack hat schon deutlich bessere Zeiten erlebt. Seit Jahren steht es leer, ist reparaturbedürftig. Doch der Stillstand könnte in absehbarer Zeit ein Ende haben. Vor etwa 1,5 Jahren erwarb ein Investor die insgesamt vier Hektar große Fläche einschließlich der noch intakten Gewerbehallen und hat damit große Pläne.

„Vorgesehen ist, das Sägewerk umzunutzen“, sagt Hubert Schäfer, der schon ein paar Jahre in Friesack wohnt. „Der Bauantrag wird etwa in den nächsten zwei Monaten gestellt. Wir wollen aus dem Gebäude ein Seminar- und Veranstaltungshaus mit Übernachtungsmöglichkeiten machen“, erklärt er. Geplant sind Betten für etwa 30 Personen. Ein Saal soll ebenfalls entstehen, auch eine Küche ist fest eingeplant.

Vielfältige Nutzung

Somit könnten dort künftig Seminare, Gruppentreffen oder Familienfeiern stattfinden. Weitere potenzielle Nutzer wären nach Schäfers Vorstellungen Vertreter der Berliner Start-Up-Szene, die dort für ein paar Tage zusammen kommen könnten. Denn von Berlin nach Friesack ist es nicht weit, mit dem Zug ist man schnell dort.

Anfangs war eine Sanierung des Hauses aber kein Thema. Denn Schäfer kaufte das Areal in erster Linie, um dort eine Freiland-Photovoltaikanlage mit zweimal 750 KW zu errichten. „Als ich die Fläche erworben hatte, dachte ich erst, ich reiße die Gebäude ab“, erinnert er sich. Doch er entschied sich anders, will den Industriebau von 1902 wieder herstellen. Das Besondere daran sei die 16 Meter lange freitragende Holzträgerkonstruktion, meint er.

Künstlerateliers geplant

Und auch dazu, wie er die bis vor einiger Zeit noch genutzten Gewerbehallen einbeziehen kann, hat er Vorstellungen. „Dort sollen Künstlerateliers entstehen“, sagt Schäfer. Dass es dafür insbesondere bei Berlinern Bedarf gibt, die mit hohen Mieten zu kämpfen haben, weiß er aus Erfahrung.

„Als Filmemacher bin ich selber Künstler und nahe dran an dem, was sich derzeit in Berlin abspielt“, sagt er. „Die Stadt kann man sich bald nicht mehr leisten.“ Friesack wäre dann aus seiner Sicht eine Alternative. Und es gebe schon Interessenten: einen Holzbildhauer und eine Szenenbildnerin. Etwa fünf Künstlerateliers will Schäfer in einem ersten Schritt in den Hallen unterbringen.

B-Plan entsteht

Außerdem sollen dort Atelierwohnungen entstehen, wie aus dem Beschluss zur Aufstellung eines Bebauungsplans hervorgeht. Diesen haben die Stadtverordneten vor Kurzem verabschiedet. Im Zuge des Verfahrens muss nun beleuchtet werden, ob bereits vorhandene Nutzungen wie die Freilichtbühne auf der anderen Straßenseite oder Gewerbebetriebe im Scheunenviertel wie die Tischlerei mit dem geplanten Vorhaben kollidieren würden.

Im alten Sägewerk könnten nach den Vorstellungen von Hubert Schäferin drei bis fünf Jahren die ersten Seminare oder Yoga-Kurse stattfinden. Er freut sich darauf, den alten Industriebau wiederherzustellen. Denn der Dokumentarfilmer hat auch im Berufsleben mit historischen Gebäuden und Stätten unter anderem in Europa zu tun.

Gebäude haben Charme

„Alte Gebäude haben Charme. Es ist schön, mit der Sanierung des Gebäudes auch die Geschichte zu erhalten, die damit verbunden ist.“ Immer wieder kämen Leute vorbei, die mal in den alten Gewerbehallen gearbeitet haben. „Sie freuen sich, dass jemand die Gebäude erhalten will“, sagt er.

Erfahrungen mit dem Umbau eines alten Gebäudes konnte er bei der Umnutzung der alten Schäferei in Briesener Zootzen sammeln, wo er jetzt wohnt. Das werde ihm beim Sägewerk helfen, „auch wenn die Schäferei etwas kleiner ist“.

Von Andreas Kaatz

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