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Friesack 82 Einsätze: Friesacker Wehr hatte 2019 gut zu tun
Lokales Havelland Friesack 82 Einsätze: Friesacker Wehr hatte 2019 gut zu tun
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08:24 14.01.2020
Ein Auto landete Anfang April bei Nebel im Rhinkanal, die Fahrerin konnte gerettet werden. Bei der Bergung des Fahrzeugs erhielten die Friesacker Kameraden Unterstützung. Quelle: Julian Stähle
Friesack

Es war der ungewöhnlichste Einsatz für die Friesacker Feuerwehr im Jahre 2019: Ein Auto fuhr im April bei Nebel an der Brückenbaustelle in den Rhinkanal. Nur das Dach guckte noch heraus.

Als Amtswehrführer Stefan Scharschmidt dort mit weiteren Einsatzkräften eintraf, befürchtete er das Schlimmste: „Ich dachte nur, hoffentlich ist da keiner mehr drin.“ Doch das Auto war zu dem Zeitpunkt schon leer, die Fahrerin von einem Bürger, der zufälligerweise vorbei kam, gerettet worden.

Öl wurde provisorisch aufgehalten

Mit Hilfe von Kameraden aus Ketzin/Havel und der Taucherstaffel aus Rathenow konnte das Auto geborgen werden. „Zuvor mussten wir aber improvisieren“, erinnert sich Scharschmidt. Denn Öl trat aus. Über spezielle Sperren verfügte die Wehr damals noch nicht. Mit auf dem Wasser ausgelegten Schläuchen konnte man das Öl notdürftig, aber wirksam ausbremsen. Aus der Erfahrung dieses Einsatzes heraus wurde die Ausrüstung nun um mobile Barrieren ergänzt.

Rund 230 Einsatzkräfte im Amt Friesack

Derzeit verfügt die Friesacker Amtsfeuerwehr insgesamt über etwa 230 Einsatzkräfte.

Gemeinsam mit den Mitgliedern der Jugendwehren und den Kameraden in den Alters- und Ehrenabteilungen sind etwa 400 Kameraden in der Feuerwehr organisiert.

Dank einer Förderung von knapp 100 000 Euro vom Landkreis Havelland konnte 2019 neue Einsatzkleidung angeschafft werden.

So gab es unter anderem neue Jacken und Hosen für alle Atemschutzgeräteträger. Und die vier Ortswehren, die noch keine neuen Helme hatten, waren diesmal an der Reihe. 60 Kameraden konnten sich über Helme freuen.

Darüber hinaus wurden 230 Paar Handschuhe gekauft.

Insgesamt wurde die Amtsfeuerwehr im vergangenen Jahr 82 Mal alarmiert. Das waren knapp 20 Einsätze weniger als im Jahr davor. „Es gab ja diesmal keine schweren Sturmeinsätze, die davor für zahlreiche Einsätze gesorgt hatten“, erklärt Scharschmidt.

Brand am Wahltag

59 Mal wurden die Kameraden zu technischen Hilfeleistungen gerufen, 23 Mal zu Bränden. Ein Löscheinsatz blieb Scharschmidt besonders im Gedächtnis haften. Genau am Wahltag Ende Mai mussten die Kameraden plötzlich ausrücken. Sehr zur Verwunderung auch jener Bürger, die gerade ihre Stimme abgaben im Wahllokal, das sich genau in der Feuerwache befand.

Zuvor waren schon Rauchschwaden zum Depot gezogen, denn unweit brannten ein Carport und eine Garage, die einem Feuerwehrmann gehörten. „Die Kameraden haben schnell und gut gearbeitet. Wir konnten zumindest das Wohnhaus vor größeren Schäden bewahren“, so der Amtswehrführer.

Alle Fahrzeuge mit Wassertanks vor Ort

Darüber hinaus waren die Friesacker 2019 auch an den großen Löscheinsätzen im Rahmen der Brandschutzeinheit des Landkreises – etwa in Wolfslake – mit Personal und Technik beteiligt. Ebenso bei Eisenhüttenstadt.

Der Feldbrand bei Haage Ende Juli forderte den Kameraden alles ab. Quelle: privat

„Zu den größten Löscheinsatzen gehörte aber auch der Feldbrand bei Haage, wo sehr viele Menschen und Fahrzeuge zum Einsatz kamen“, sagt Scharschmidt. „Der Wind war an dem Tag recht stark, fachte immer wieder das Feuer an.“ Alle Fahrzeuge mit Wassertanks waren vor Ort. Und beim großen Scheunenbrand in Neukammer im Juli bei Nauen halfen die Friesacker bei der Wasserversorgung.

Zum Glück keine Toten

Über eines ist Stefan Scharschmidt besonders froh: „Wir hatten im vergangenen Jahr im Rahmen von Feuerwehreinsätzen keine Toten zu beklagen. Da haben wir wirklich Glück gehabt.“

Großer Wert wurde 2019 wieder auf die Ausbildung der Feuerwehrleute gelegt. Dazu gab es auch zwei Übungen, deren Termine jedoch bekannt waren. An den Tagen sollten Abläufe und auch Fahrten mit Blaulicht von den Amtsgemeinden zum Friesacker Depot trainiert werden.

Einsatz ging glimpflich aus

Im Zusammenhang mit der zweiten Übung am 9. August gab es jedoch ein Kuriosum. Angenommen wurde ein Brand im Chemieraum der Koop-Schule. „Und dann, am 20. August, brannte es tatsächlich im Chemieraum, ein Mülleimer hatte Feuer gefangen“, sagt Scharschmidt.

Alles ging aber glimpflich aus. Die Flammen waren schon gelöscht und die Schüler draußen, als die Feuerwehr eintraf. Die Kameraden lüfteten noch das Treppenhaus.

Neueintritte aus den Jugendwehren

Die Anzahl der Kameraden blieb im vorigen Jahr relativ stabil. Zwar waren Wegzüge zu verzeichnen oder auch Wechsel in die Alters- und Ehrenabteilung. „Aber wir hatten gleichzeitig auch Neueintritte, allein sieben Personen kamen aus der Jugendfeuerwehr dazu“, sagt Friesacks Feuerwehrchef, der weiterhin insbesondere bei der Tageseinsatzbereitschaft Nachholebedarf sieht. Derzeit sind 230 Einsatzkräfte im Amtsbereich zu verzeichnen.

Eine Garage in Friesack brannte am Wahltag ab. Quelle: Julian Stähle

Zuwachs gab es 2019 beim Fahrzeugpark. Der Schlauchwagen des Katastrophenschutzes, der bis 2018 bei der Falkenseer Feuerwehr stand, ist jetzt in Wagenitz. Zudem steht ein nagelneuer Mannschaftstransporter in Retzow, ebenfalls im Zuge des Katastrophenschutzes.

Fördermittel erhofft

Und die Brädikower bekamen aus Brieselang ein gebrauchtes Auto, das ein noch älteres Fahrzeug ersetzte. Zudem erhielten die Selbelanger ein neues Einsatzfahrzeug für 220 000 Euro.

Fördermittel gab es für Letzteres nicht. Für eine weitere geplante Anschaffung wird dies aber unabdingbar sein. „Wir hoffen für 2020 auf einen positiven Bescheid. Denn wir haben eine Förderung für ein Waldbrandfahrzeug beantragt“, sagt Stefan Scharschmidt. Dieses werde rund 460 000 Euro kosten und soll den 32 Jahre alten W 50 in Zootzen ablösen. Der Eigenanteil beträgt rund 30 Prozent.

Medizinische Notfälle

In manchen Wehren beklagen Feuerwehrleute, dass sie zunehmend für Türnotöffnungen oder auch Tragehilfen missbraucht werden, obwohl es da andere Möglichkeiten gegeben hätte. Für die Friesacker Wehr indes ist das momentan kein Problem. So gab es bei den Tragehilfen 2019 nur zwei Einsätze und die waren aus Scharschmidts Sicht auch begründet: „Es handelte sich um medizinische Notfälle.“

Von Andreas Kaatz

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