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Friesack Wohnungsbestand wird weiter aufgewertet
Lokales Havelland Friesack Wohnungsbestand wird weiter aufgewertet
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19:42 10.10.2019
WGF-Geschäftsführer Andreas Ackermann (l.) vor der Berliner Straße 10 im Gespräch mit Mitarbeitern einer Baufirma. Quelle: Andreas Kaatz
Friesack

Viel Geld hat die Wohnungsgesellschaft Friesack nicht zur Verfügung. Noch immer leidet die WGF an den Spätfolgen der Beinahe-Pleite vor mehr als sechs Jahren. Trotzdem will Geschäftsführer Andreas Ackermann, der damals die rettende Sanierungsvereinbarung mit der Investitionsbank des Landes Brandenburg abgeschlossen hatte, auch weiterhin den Wohnungsbestand in kleinen Schritten aufwerten.

Nachdem die WGF im Jahre 2018 die Erneuerung des Hauses Nauener Straße 23 abschließen konnte, ist jetzt die Berliner Straße 10 an der Reihe. Ein stadtbildprägendes Gebäude, das sich direkt neben der alten Schule befindet. Im Erdgeschoss gab es bis vor Kurzem noch eine Drogerie. „Dort soll künftig eine Fünf-Raum-Wohnung entstehen. Was anderes ist da nicht möglich“, sagt Ackermann.

Nur eine Wohnung vermietet

Aber auch im Dach- und im Obergeschoss wird es künftig wieder Wohnungen geben. Von den derzeit vier Wohnungen ist nur noch eine vermietet. Die Drei-Raum-Wohnung im Dachgeschoss beispielsweise konnte die WGF zuletzt nicht mehr vergeben, „weil ständig Feuchtigkeit eindrang“, so der Geschäftsführer. Im Mai wurde deshalb erst einmal das Dach gemacht.

Künftig entstehen fünf Wohnungen

Im Dachgeschoss des Hauses in der Berliner Straße 10 befindet sich derzeit eine Drei-Raum-Wohnung, der übrige Bereich ist Dachboden. Im Obergeschoss sind eine Drei-Raum-, eine Zwei-Raum- und eine Ein-Raum-Wohnung.

Künftig wird es im Dachgeschoss eine Vier-Raum- und eine Zwei-Raum-Wohnung geben. Im Obergeschoss hat die WGF ebenfalls eine Vier-Raum- und eine Zwei-Raum-Wohnung geplant. Aus dem Gewerberaum im Erdgeschoss wird eine Fünf-Raum-Wohnung.

Die WGF hat in ihrem Bestand 330 Wohn- und zehn Gewerbeeinheiten. Diese befinden sich in Friesack sowie in Ortsteilen der Gemeinden Wiesenaue und Mühlenberge.

Ackermann rechnet damit, dass die Arbeiten Ende 2020 abgeschlossen werden. Noch in diesem Jahr soll das Dachgeschoss erneuert werden. Das Erd- sowie das Obergeschoss und der Flur kommen dann im nächsten Jahr dran. Er rechnet insgesamt mit Kosten von 250 000 bis 280 000 Euro. „Wir können hier mit weniger Aufwand sanieren als in der Nauener Straße, weil die Wände top sind“, sagt er. Fast 400 000 Euro wurden in der Nauener Straße 23 ausgegeben.

Nachfrage ist vorhanden

Für Ackermann ist es nur konsequent, die Sanierung fortzusetzen: „Die Gebäude in Friesack, die erhaltenswert sind, sollte man auch erhalten.“ Der Bedarf sei vorhanden. „Kleine Wohnungen mit zwei Räumen sind absolut gewünscht“. Aber auch um die Vermietung der größeren Wohnungen macht er sich keine Sorgen. Die könnten sich für Familien mit Kindern eignen.

Alte Ansicht des Hauses Berliner Straße 10 in Friesack, erbaut um 1890. In dem Gebäude befand sich unter anderem ein Gasthaus. Quelle: Andreas Kaatz

Mit der Vermietung in den Objekten der WGF ist Ackermann zufrieden. Der Leerstand betrage gerade einmal 7,29 Prozent – auch weil immer wieder Wohnungen saniert worden sind, wenn sie kurzzeitig leergezogen waren. So sind etwa in einem Block in der Kleßener Straße von 18 Wohnungen bisher zehn auf den neuesten Stand gebracht worden, 2019 kam dort dann auch die Fassade an die Reihe.

Treppenhäuser erneuert

Im Wiesengrund wurden 2019 Treppenhäuser erneuert, ebenso wie in zwei Blöcken in Zootzen-Damm. Es wurden Maler- und Elektroarbeiten durchgeführt, neue Haustüren sowie eine Wechselsprechanlage eingebaut.

Zudem war im Wiesengrund 2018 die Außensanierung abgeschlossen worden, wozu die Fassadenerneuerung gehört einschließlich der Balkone. Bereits 2013 hatte Ackermann damit begonnen, das Wohngebiet optisch aufzuwerten. Als nächstes soll 2020 im Pappelweg die Fassade gemacht werden.

Schulden abgebaut

Mit der wirtschaftlichen Situation der WGF ist Ackermann zufrieden: „Wir haben seit 2013 rund 1,2 Millionen Euro an Verbindlichkeiten gegenüber den Banken abgebaut.“ Die Eigenkapitalrate sei von 10,8 Prozent (2012) auf 21,8 Prozent in diesem Jahr gestiegen.

„Es gibt keine Probleme und die Vermietungslage ist gut.“ Der Gewinn habe 2018 rund 179 000 Euro betragen. „2023 wird die Sanierungsvereinbarung mit der ILB auslaufen. Dann brauchen wir keine Sondertilgungen mehr zu machen“, sagt er.

Mitte 2020 in Rente

Er selbst wird das aber nicht mehr als Geschäftsführer erleben. Am 31. Juli nächsten Jahres hat der Geschäftsführer seinen letzten Arbeitstag, geht in Rente. Die Ausschreibung für den Nachfolger oder die Nachfolgerin sei bereits raus.

Von Andreas Kaatz

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