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Friesack Nach Fußbodensanierung: Erster Gottesdienst am heiligen Abend
Lokales Havelland Friesack Nach Fußbodensanierung: Erster Gottesdienst am heiligen Abend
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20:37 23.12.2019
Bau- und Möbeltischler Matthias Ebendorff beim Verlegen von Landhausdielen. Quelle: Andreas Kaatz
Friesack

Heiligabend ist es endlich wieder soweit: In der evangelischen Kirche in Friesack findet nach mehreren Monaten der erste Gottesdienst statt. Beginn ist um 17 Uhr. Schon zuvor können sich die Besucher von den positiven Veränderungen im Kirchenschiff ein Bild machen. Und bei diesen handelt es sich nicht allein um den Weihnachtsbaum, der – festlich geschmückt – das Auge erfreuen wird.

Grund der Sperrung ab Juni dieses Jahres waren nämlich Arbeiten zur Fußbodensanierung. Ein Bauvorhaben, das längst überfällig war, jedoch bisher am nötigen Geld scheiterte. Seit Jahren war der Fußboden um die Pfeiler herum abgesackt, Fliesen hatten sich verschoben.

Pfarrhaus hatte Vorrang

„Das war immer eine große Unfallquelle. So konnten wir es auf keinen Fall lassen“, sagt Pfarrer Udo Gerbeth. Doch andere Aufgaben wie die Sanierung des Pfarrhauses hatten in den vergangenen Jahren Vorrang. Doch nun ist der Pfarrer froh, dass es geschafft ist. „Der gesamte Innenraum war eine Baustelle“, sagt er.

Als Grund für den abgesackten Fußboden hatte man lange Zeit vermutet, dass nach dem Brandbombeneinschlag in die Kirche im Jahre 1945 der Fußboden mit Bauschutt verfüllt worden war. Dieser soll dann nachgegeben haben. Doch bereits vor ein paar Jahren ergaben Untersuchungen etwas anderes.

Mehr als zehn Zentimeter abgesackt

So ist wohl die Melioration in den 70er-Jahren daran schuld, dass sich der torfhaltige Boden unter der Kirche abgesenkt hat. Nur die Pfeiler und die Außenmauern waren ordentlich gegründet worden, bewegten sich nicht. „Wo der Beton unter den Fliesen besser war, hielt der Boden, woanders sackte er ab“, sagte Gerbeth. Teils um mehr als zehn Zentimeter.

Pfarrer Udo Gerbeth zeigt auf einen kleinen Hohlraum an einer Stelle, an der sich noch der alte Fußboden befindet. In anderen Bereichen waren die Hohlräume aber so groß geworden, dass der Fußboden praktisch eingebrochen ist. Diese Flächen sind jetzt saniert. Quelle: Andreas Kaatz

Ab Juni dann gingen erst einmal die Abrissarbeiten los. Zuvor wurden die Bänke weggeräumt und anschließend die Fliesen aufgenommen und beiseite gelegt. Der Architekt hatte mehr als 100 000 Euro für das Projekt veranschlagt.

Geld reichte nicht für alles

Doch es war von vorn herein klar: Für alles wird das zur Verfügung stehende Geld nicht ausreichen. „Wir mussten überlegen, was wir selber machen können.“ Und so legte Pfarrer Gerbeth ebenfalls Hand an. Mit einem Bohrhammer holte er den Beton aus dem Fußboden der Kirche. Dabei wurde er von einem Ehrenamtlichen unterstützt, der den Schutt aus der Kirche gefahren hat.

Danach stellte die Baufirma von Thomas Malzahn den Fußboden wieder her, und der Friesacker Bau- und Möbeltischler Matthias Ebendorff verlegte Landhausdielen in den Feldern, in denen sich vorher Parkett befand. „Wir haben soweit wie möglich die alten Fliesen wiederverwendet“, sagt Udo Gerbeth.

Rücklage aufgebraucht

Neben Geld aus dem laufenden Haushalt kamen knapp 57 000 Euro zum Einsatz, die unter anderem aus Spenden stammen, die der Förderverein Kirche und Pfarrhaus Friesack gesammelt hatte. Darin enthalten sind aber auch die gesamte Rücklage sowie 10 000 Euro vom Kirchenkreis Nauen-Rathenow.

In den vergangenen Tagen erfolgten nun noch restliche Arbeiten, damit der Gottesdienst stattfinden kann. So mussten die übrigen Bänke aufgestellt und die Elektroleitungen für die Sitzheizungen angeklemmt werden. Außerdem hatte die Kirchengemeinde vorsorglich Kabel für eine Lautsprecheranlage verlegen lassen. „Jetzt hoffe ich, dass der Förderverein bald Lautsprecher und Verstärker organisieren kann“, sagt Udo Gerbeth.

Weitere Spenden sind gefragt

Für Leute mit Hörproblemen hat der Pfarrer ebenfalls eine gute Nachricht. Die können nämlich demnächst der Predigt besser folgen. „Die älteren Leute haben mir öfter gesagt, dass sie kaum etwas verstehen. Deshalb haben wir im vorderen Teil eine Induktionsschleife in den Boden legen lassen für Hörgeräte“, sagt der Pfarrer.

Jetzt muss er sich allerdings noch um die Reinigung der Orgel kümmern. Diese sei in Folge der Bauarbeiten ein wenig in Mitleidenschaft gezogen worden. Die restlichen Fußbodenarbeiten sollen 2020 erfolgen. Pfarrer Gerbeth hofft, dass auch zum Weihnachtsgottesdienst wieder gespendet wird, damit es weitergehen kann.

Von Andreas Kaatz

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