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Friesack Musikfestspiele starten mit Bach
Lokales Havelland Friesack Musikfestspiele starten mit Bach
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15:26 17.02.2019
Der italienische Pianist Andrea Turini spielte im Schloss Kleßen. Quelle: Marlies Schnaibel
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Kleßen

Ein musikalisches und ein gesellschaftliches Ereignis – zu dem wurde die Eröffnung der 19. Havelländischen Musikfestspiele. Am Sonnabend spielte der italienische Pianist Andrea Turini im Schloss Kleßen.

Staatssekretär Martin Gorholt begrüßte die Gäste des seit Langem ausverkaufen Konzertes. Er tat es nicht, ohne den Bogen zu Theodor Fontane zu schlagen, dessen Havelland-Begriff ja geografisch weiter gefasst war als der heutige Landkreis, der aber auch das einstige Ländchen Friesack und die Bredows ziemlich genau erkundet hatte.

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Schloss Kleßen strahlte in der Sonne. Quelle: Marlies Schnaibel

Fontane in Kleßen

Zu Kleßen hinterließ Fontane unter anderem eine kleine Skizze des Herrenhauses, in dem er einen Salon eingezeichnet hatte. „Stellen wir uns doch einmal vor, es wäre dieser Raum, in dem wir heute sitzen“, regte Martin Gorholt die Fantasie der Konzertgäste an.

Mozart, Chopin, Bach

Der Gartensaal, der Blick in den Garten, das Licht, die Salonatmosphäre und die Musik – das versprach, ein besonderer Nachmittag zu werden. Die Sache mit der Musik – dafür hatten sich die Havelländischen Musikfestspiele einen Bachexperten geholt. Andrea Turini spielte Werke von Mozart und Chopin, als Zugabe Debussy, aber den größten Eindruck hinterließ er bei Bachs Partita Nr. 4.

Turini hatte in Parma und Paris studiert und sein Studium mit Bestnote und Auszeichnung abgeschlossen. Er ist Preisträger vieler Wettbewerbe, spielte in bekannten Konzertsälen der Welt wie der Carnegie Hall in New York, dem Salle Cortot in Paris und dem Auditorium Rai di Roma.

Der italienische Pianist Andrea Turini in Kleßen. Quelle: Marlies Schnaibel

Als Bachinterpret hat er sich weltweit einen Namen gemacht. In Kleßen begeisterte er mit Bachs Partita, die für den Empfindungs- und Erfindungsreichtum des Komponisten spricht. Turini meisterte die Aufgabe mit natürlicher Souveränität, spielte majestätisch und elegant, kraftvoll und fragil.

Die Kunst des Klavierspielens

Mit viel Applaus bedachten die Zuhörer den Auftritt des Pianisten, wohl wissend, dass die Konzertreihe der Havelländischen Musikfestspiele ihnen wieder einmal kulturvollen Hochgenuss hatte bieten können. Mit „Die Kunst des Klavierspielens 1“ war das Kleßener Konzert überschrieben, weitere Klavierabende werden folgen, versprach Madleen Fox, die Geschäftsführerin der Festspiele. Für das erste Halbjahr stehen 17 Konzerte im Programm: mit Klavier, mit Fontane, mit vielem mehr.

Magische Erlebnisse

„Hier werden magische Kulturerlebnisse geschaffen“, hatte Elke Nermerich, die 1. Beigeordnete des Landkreises Havelland, mit Blick auf die gebotene Musik an besonderen Orten gesagt. Die Schlösser und Kirchen des Havellandes gehören dazu.

Dank an Schlossherren

Und so ging am Sonnabend auch ein Dank an Familie Thiedig, die ihr Schloss für dieses Konzert öffentlich gemacht hat. Der Gartensaal entfaltete am Sonnabend seine Salonqualitäten, mehr als 100 Leute hörten einem exzellenten Musiker zu, kamen aber selbst angeregt ins Gespräch über Musik, Gott und die Welt.

Die nächsten Termine

Für die Region Potsdam-Mittelmark gibt es am 3. März im Schloss Reckahn ein Auftaktkonzert.

Fontane und die Musik“ werden am 17. März auf dem Landgut Stober in Groß Behnitz beleuchtet von Wolfgang Bensmann (Fagott) und dem Consortium Artis Streichquartett.

Mit „Irrungen und Wirrungen“ ist ein Programm überschrieben, das am 7. April auf Schloss Ribbeck Musik und Texte von Fontane und Eichendorff vereint.

Die Kunst des Klavierspielens wird am 13. April auf Schloss Nennhausen fortgesetzt.

Kontakt über Telefon 03 32 37/85 963

Unter den Gästen Brandenburgs Ex-Ministerin Johanna Wanka. „Ich komme privat hierher und immer wieder gern, es ist ein schöner Ort“, freute sie sich über den Nachmittag. Sie hatte Freunde mitgebracht, darunter den Schriftsteller Christoph Hein, der seit einigen Jahren in Havelberg lebt.

Von Marlies Schnaibel