Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Friesack Früher Kolonialwarenladen, heute Wohnhaus
Lokales Havelland Friesack Früher Kolonialwarenladen, heute Wohnhaus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
01:16 08.10.2018
Vorbei die Zeiten, als die Fassade noch einen tristen grauen Putz hatte. Jetzt präsentiert sie sich farbenfroh. Darüber freuen sich auch WGF-Geschäftsführer Andreas Ackermann (Mitte), Bürgermeister Klaus Gottschalk (SPD, r.) und Stadtverordneter Stefan Plehn (CDU). Quelle: Andreas Kaatz
Friesack

Die neue terrakottafarbene Fassade fällt auf in der Nauener Straße in Friesack. Dazu am Giebel die aufgefrischte Werbung aus früheren Zeiten. Ein Kolonialwarenladen hatte einst in dem Haus, das etwa um 1890 errichtet worden ist, sein Domizil. Nunmehr befinden sich darin vier rundum erneuerte und eine zusätzliche Wohnung im Dachgeschoss.

Zu verdanken ist dies der Wohnungsgesellschaft Friesack (WGF). Die hatte das Haus sanieren lassen. Geschäftsführer Andreas Ackermann lud am Freitag die Handwerksfirmen ein, dankte ihnen zum Abschluss der Maßnahme für die gute und fristgerechte Arbeit.

Vorhaben dauerte drei Jahre

Denn dass sich das Vorhaben drei Jahre hinzog, liegt nicht an den Firmen, sondern ist der finanziellen Situation der WGF geschuldet. „Wir hatten keine Kredite bekommen, weil wir ein Sanierungsfall sind“, erinnert Andreas Ackermann an die schwierigen Zeiten vor ein paar Jahren. Nur mit Hilfe einer Sanierungsvereinbarung mit der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) war es gelungen, die WGF am Leben zu erhalten.

„Und so haben wir Schritt für Schritt gebaut – planmäßig in drei Jahresscheiben“, sagte der Geschäftsführer. Immer dann, wenn wieder Geld vorhanden war, wurde weitersaniert, um letztlich den Wohnungsbestand der WGF zu erhalten. Am Ende hat die Gesellschaft rund 400 000 Euro investiert – alles Eigenmittel, teils auch aus Grundstücksverkäufen.

Haus stand zehn Jahre leer

Zum Baubeginn 2016 stand das Haus bereits zehn Jahre leer. „Es war völlig marode“, sagte der Geschäftsführer. Wie marode, das sah er allerdings erst, nachdem die Abrissarbeiten begonnen hatten. „Die Decke der oberen Etage war total verfault“, so Ackermann – obwohl das Dach eigentlich dicht zu sein schien. So mussten erst einmal eine neue Decke und Stahlträger eingezogen werden.

Zuvor war die Dachkonstruktion zum Großteil erneuert und darüber hinaus das Dach neu gedeckt worden. Im zweiten Jahr folgten dann unter anderem Elektro- und Sanitär- sowie Innenputzarbeiten, und 2018 dann die restlichen Tätigkeiten wie etwa der Außenputz. Jetzt müssen noch die Außenanlagen gestaltet und in dem Zuge ein Wäsche- und ein Mülltonnenplatz angelegt werden.

Drei Wohnungen schon bezogen

Drei der Ein- und Zweiraumwohnungen sind bereits bezogen. Zu den Mietern gehört auch Wolfgang Janicke. „Die Wohnung ist sehr schick“, sagte er. Immerhin lebt er jetzt dort, wo er als Kind in den 50er-Jahren einkaufen gewesen ist. „In dem Kolonialwarenladen, der etwa bis 1961 bestand, gab es vor allem Eisenwaren, Lebensmittel und Backwaren“, weiß er noch und erinnert sich auch an die Gewissenskonflikte, denen er ausgesetzt war.

„Ein Stück weiter war der Spätkonsum. Da sollte ich eigentlich einkaufen gehen, weil es dort die Konsummarken gab. Im Kolonialwarenladen bekam ich aber einen Bonbon.“ Hatte er sich für letzteren entschieden, setzte es nach der Rückkehr auch mal eine Tracht Prügel zu Hause, meint er schmunzelnd.

Zusätzlicher Wohnraum entstanden

Bürgermeister Klaus Gottschalk findet es toll, dass wieder ein altes Haus in Friesack erhalten werden konnte und die Stadt zusätzlichen Wohnraum bekommen hat. „Und ich freue mich besonders, wenn die WGF ein Haus saniert ohne zusätzliche Kreditbelastung.“ Für ihn ist es wichtig, dass die Altstadt letztlich zu 95 Prozent bestehen bleiben konnte. Nur wenige Gebäude mussten und müssen wohl noch weichen.

Andreas Ackermann hat noch weitere Ideen, wie er in Friesack Wohnraum schaffen und vorhandene Wohnungen sanieren kann. So will sich die WGF im nächsten Jahr ein Objekt in der Berliner Straße vornehmen. Das werde aber nicht ganz so viel kosten, heißt es.

Von Andreas Kaatz

In der Pessiner Dorfkirche hat eine der ältesten Ratzmann-Orgeln nach langer Restaurierung jetzt wieder eine Heimat gefunden. 100 000 Euro aus Fördermittel und Spenden kamen zusammen.

03.10.2018

Zum ersten Konzert an der restaurierten Ratzmann-Orgel in der Pessiner Dorfkirche wird für den kommenden Samstag eingeladen. Zuvor gibt es auf Wunsch Erläuterungen zu diesem Instrument. Die ursprüngliche Orgel gibt es schon seit vielen Jahrzehnten nicht mehr.

26.09.2018

Für den Fall, dass die Afrikanische Schweinepest ausbricht, will der Landkreis Havelland schon jetzt vorsorglich einen Tierseuchencontainer anschaffen. Dieser soll auf dem Gelände des Feuerwehrtechnischen Zentrums in Friesack aufgestellt werden. Jedoch muss erst noch der Kreistag darüber entscheiden.

24.09.2018