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Friesack Bürgermeister gesucht: Spannung in Paulinenaue
Lokales Havelland Friesack Bürgermeister gesucht: Spannung in Paulinenaue
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20:24 24.05.2019
Die Wahlzentrale des Amtes wird wieder im Friesacker Rathaus sein. Quelle: Andreas Kaatz
Amt Friesack

Nicht nur für Stadtverordnete und Gemeindevertreter endet im Amtsbereich Friesack die aktuelle Wahlperiode. Die Einwohner von Friesack sowie der fünf Gemeinden sind am Sonntag auch aufgerufen, neue ehrenamtliche Bürgermeister zu bestimmen. In einigen Fällen bewerben sich die Amtsinhaber, in anderen sind neue Kandidaten am Start.

Besonders spannend dürfte es in Paulinenaue werden. Dort treten gleich drei Bewerber gegeneinander an. Der bisherige Bürgermeister indes ist nicht dabei. Erhard Hesse (SPD) hat für sich beschlossen, das Ehrenamt anderen zu überlassen. „Ich bin seit 29 Jahren Bürgermeister. Da sollen jetzt mal Neue ran, damit auch wieder neue Ideen kommen“, meint er.

Mehr Zeit für Brieftauben

Allerdings wird der 72-Jährige voraussichtlich nicht ganz raus sein, denn er bewirbt sich auf der SPD-Liste als Gemeindevertreter. Und er hofft, dass er künftig ein wenig mehr Zeit hat, um sich um seine Brieftauben kümmern zu können. Schaut er auf die Vergangenheit, dann ist er zufrieden damit, wie es gelaufen ist. „Ich sehe nur wenige Dinge, die ich anders gemacht hätte“, sagt er.

Ortsvorsteher werden ebenfalls gewählt

In den Gemeinden des Amtes Friesack werden am Sonntag auch die Ortsvorsteher gewählt.

In Friesacks Ortsteil Zootzen bewirbt sich Dagmar Möller vom Bündnis für Friesack, sie tritt das erste Mal an. In Wutzetz will Steven Richter erneut gewählt werden.

Im Mühlenberger Ortsteil Haage hat sich Matthias Rehder wieder für das Amt beworben, in Senzke hofft Constanze Tönnies auf eine weitere Wahlperiode und in Wagenitz möchten zwei Bewerber Ortsvorsteher werden: Marcel Klose und der langjährige Amtsinhaber Wilhelm Breitenbücher.

Im Paulinenauer Ortsteil Selbelang steht der bisherige Ortsvorsteher Erich Ball als einziger auf der Liste.

Im Wiesenauer Ortsteil Brädikow bewirbt sich erneut Frank Donner, in Jahnberge tritt Friedrich Spreen gegen Rainer Gust an und in Warsow Heiko Gräning.

Er nimmt für sich an Anspruch, die unterschiedlichen Interessen im Dorf unter einen Hut gebracht zu haben und wünscht seinem Nachfolger, dass ihm dies ebenfalls gelingt. Die Bewerber sind keine Unbekannten, gehörten bereits der bisherigen Gemeindevertretung an. Mit Gabriele Hentschel (SPD) möchte auch eine Frau Bürgermeisterin werden. Sie will sich gegen Arne Breder (FFW) und Tino Müller behaupten.

Schon immer aktiv

„Ich bin im Dorf groß geworden und war hier schon immer aktiv“, sagt Gabriele Hentschel. Die Heimat liege ihr am Herzen, sie möchte mitgestalten. „Es gibt viele Dinge, die noch erledigt werden müssen.“ Viele Leute kenne sie aus ihrer Tätigkeit im Jugendhaus oder als Beratungsstellenleiterin.

Arne Breder ist derzeit noch Feuerwehrchef, wird aber den Posten bald aufgeben. „Viele Einwohner haben mich ermuntert, mich als Bürgermeisterkandidat zu bewerben“, sagt er. Er will dabei mithelfen, die gute Entwicklung der Gemeinde fortzuführen. Aus seiner zehnjährigen Tätigkeit als Gemeindevertreter weiß er, wo der Schuh drückt und freut sich, dass junge Familien, die hergezogen sind, Interesse an der Ortsentwicklung haben.

Nicht als AfD-Mitglied beworben

Dritter im Bunde ist Tino Müller, der zwar der AfD angehört und in deren Namen für den Kreistag kandidiert, aber in Paulinenaue als Einzelbewerber antritt. „Ich trete als Persönlichkeit an und nicht, weil ich Parteimitglied bin“, begründet er seine Vorgehensweise. Aufgrund seiner Krankheit habe er Zeit für das Bürgermeisteramt, meint Müller und will sich unter anderem um den Erhalt der Schule kümmern und sich für weiteres Bevölkerungswachstum einsetzen. Dann käme auch Industrie und ein Lebensmittelladen in den Ort, ist er sich sicher.

Sollte am Sonntag keine Entscheidung fallen, dann geht es am 16. Juni mit den beiden Bestplatzierten in die Stichwahl. Die wird es in Friesack jedoch auf keinen Fall geben. Dort ist nämlich Christoph Köpernick vom neuen Bündnis für Friesack einziger Kandidat. Der 34-Jährige lebt erst seit 2017 in der Stadt, will aber trotzdem schon Verantwortung übernehmen.

25 Jahre sind genug

Das bisherige Stadtoberhaupt Klaus Gottschalk (SPD) hingegen wollte sich nicht wieder bewerben. „Für mich reicht es jetzt. Ich war 25 Jahre in der Kommunalpolitik und fünf Jahre Bürgermeister. Außerdem gab es Differenzen mit der SPD-Fraktion“, begründete er seinen Rückzug.

Nur einen Kandidaten für das Bürgermeisteramt gibt es auch in Pessin, Wiesenaue und Retzow. Dort haben sich aber jeweils die Amtsinhaber Christian Meyer, Frank Donner und Heinrich Stumpp beworben. Eine Wahl zwischen zwei Kandidaten haben indes die Bewohner von Mühlenberge. Dort tritt der bisherige Bürgermeister Matthias Rehder (WUM) gegen den Herausforderer Marcel Klose (SPD an.

Von Andreas Kaatz

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