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Friesack Grundschule muss saniert werden
Lokales Havelland Friesack Grundschule muss saniert werden
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20:22 16.07.2019
Landrat Roger Lewandowski (r.) ließ sich von Bürgermeister Arne Breder (2.v.l.) und Lehrer Dietmar Wolf (l.) über die Situation der Karibu-Grundschule informieren.
Landrat Roger Lewandowski (r.) ließ sich von Bürgermeister Arne Breder (2.v.l.) und Lehrer Dietmar Wolf (l.) über die Situation der Karibu-Grundschule informieren. Quelle: Andreas Kaatz
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Paulinenaue

 Als Landrat Roger Lewandowski (CDU) vor drei Jahren das letzte Mal zu einem kurzen Besuch in der Paulinenauer Grundschule war – damals noch als Bildungsdezernent – hatte er nicht allzu viel von den Problemen dort erfahren. Das war am Dienstag im Zuge seiner Kreisreise schon anders. Bürgermeister Arne Breder und der Friesacker Amtsdirektor Christian Pust zeigten ihm, wie es um das Haus bestellt ist, das zu DDR-Zeiten eine Polytechnische Oberschule war.

An dem Gebäude von 1974 müssen jetzt dringend die Fassade und das Dach saniert werden.Im Dachstuhl stehen seit Langem Eimer und Wannen, um das Regenwasser aufzufangen, das durchsickert. Die hölzernen Traufkästen weisen schon Löcher auf, die so genannte Binderkonstruktion ist an den Enden leicht angefault.

Hofentwässerung wird saniert

Außerdem muss die Hofentwässerung erneuert werden, denn das Regenwasser kann nicht mehr richtig abgeführt werden. Im nächsten Jahr soll die Baumaßnahme angegangen werden. Fassade und Dach werden im Frühjahr gemacht, der Hof im Sommer. Rund eine halbe Million Euro kostet das Ganze.

Die Traufkästen an der Schule weisen große Löcher auf. Quelle: Andreas Kaatz

Zwar bekommt die Kommune 374 000 Euro Fördermittel, doch trotzdem bleiben für die Kommune noch stolze 125 000 Euro an Eigenmitteln übrig. Eine Menge Geld für den kleinen Ort – darauf wies Arne Breder hin. „Das ist ja nicht das Einzige. Wir reden auch von anderen Dingen, für die wir große Summen aufbringen müssen“, sagte er.

Hohe Eigenanteile

So wurde in den vergangenen Monaten der Dachboden der Kita ausgebaut, um Platz für mehr Kinder zu schaffen. Und darüber hinaus laufen die Bauarbeiten für den Neubau der Brücke nach Eichberge über den Großen Havelländischen Hauptkanal. Da beträgt der Eigenanteil 209 000 Euro.

Somit bleibt nicht mehr viel übrig für weitere große Investitionen in nächster Zeit. Dabei muss die Kommune speziell in ihre Schule noch viel mehr Geld stecken. Denn diese hat ein Platzproblem. Darauf machte auch Lehrer Dietmar Wolf aufmerksam.

Platznot in der Schule

So fehlen beispielsweise Räume für den Differenzierungsunterricht, bei dem Schüler mit Förderbedarf gezielt betreut werden können. Aber auch der Hort hat nicht üppig Platz. „Ein bis zwei Räume mehr würden gut tun“, meinte Amtsdirektor Pust. Zudem hatte sich kürzlich gezeigt, dass nicht alle Kinder, die von den Eltern zur Einschulung angemeldet wurden, berücksichtigt werden konnten.

Auch die Turnhalle hat ihre besten Zeiten schon lange hinter sich (v.l.): Landrat Roger Lewandowski, Amtsdirektor Christian Pust und Bürgermeister Arne Breder. Quelle: Andreas Kaatz

Des Weiteren stattete der Landrat der Turnhalle einen Besuch ab, die von Montag bis Sonntag ausgelastet ist – durch die Schule und Vereine. Doch das Gebäude hat einen hohen Sanierungsbedarf. „Hier sieht es noch aus wie zu meiner Schulzeit“, meinte Bürgermeister Breder.

Teure Sanierung

Nach Auskunft von Bauamtsleiter Thomas Polkowski würde eine Sanierung nicht unter 2,5 Millionen Euro kosten. Wahrscheinlich seien Abriss und Neubau die bessere Variante, meinte er. Dem pflichtete Lewandowski bei. „Für eine Ein-Feld-Halle wäre es wohl wirklich günstiger“ – verglichen mit dem Neubau der Drei-Feld-Halle am OSZ Nauen, der rund 4 Millionen Euro kostete.

Doch er weiß, dass dies für Paulinenaue allein nicht zu stemmen ist. „Das Geld muss man erst einmal haben.“ Vom Landkreis kann die Kommune aber keine große Hilfe erwarten. Lewandowski sieht vielmehr das Land in der Pflicht. „Wenn man den ländlichen Raum stärken will, muss man sich bezüglich eines entsprechenden Förderprogramms Gedanken machen.“

Gespräch über Koopschule

Zu Beginn seines Termins ging es im Gespräch mit Amtsdirektor Pust unter anderem um die Baulandentwicklung im Amt. Zudem sprachen beide über die Schulkosten für die kreisliche Koopschule Friesack, die in den Haushalten der klammen Kommunen große Löcher reißen.

„Das Land hatte entschieden, dass die Investitionskosten dort hineingerechnet werden. Jetzt geht es um die Frage, ob man weitere Investitionen wie die Gestaltung der Außenanlagen oder die Sanierung von Klassenräumen verschieben könnte, um die Kosten erträglich zu halten“, so Landrat Lewandowski.

Von Andreas Kaatz