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Friesack Neue Tagespflege in altem Kuhstall in Paulinenaue
Lokales Havelland Friesack Neue Tagespflege in altem Kuhstall in Paulinenaue
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21:35 20.04.2018
Der alte Kuhstall ist nicht mehr wiederzuerkennen. Quelle: Andreas Kaatz
Paulinenaue

Bis zum Schluss wurde im und am ehemaligen Kuhstall in Paulinenaue noch emsig gearbeitet. „Das war schon sehr anstrengend. In den letzten beiden Nächten haben wir die Endreinigung vorgenommen und am Schluss noch den Rollrasen verlegt“, sagte Bauherr Jan Gabriel. Doch zum offiziellen Start der neuen Tagespflege am Freitag war dann alles fertig.

Das ist ein großer Tag nach einem Jahr Bauzeit“, meinte Gabriel erleichtert und freute sich, dass es auch den vielen neugierigen Gästen gefällt. Schließlich gab es viele, die sich nicht so recht vorstellen konnten, dass aus dem alten Kuhstall noch mal etwas werden kann.

Tagespflege mit zwölf Plätzen

Zu ihnen gehörte Andrea Kotsch von der Gemeinschaftswerk Wohnen und Pflege GmbH. „Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass dies hier entstehen könnte“, bekannte die Friesacker Niederlassungsleiterin. Noch vor einem Jahr stand sie an gleicher Stelle, wo nun ein schicker Fußboden ist, im Sand.

Investor Jan Gabriel (2.v.l.) übergab ein Bild vom Gut aus den 50er-Jahren an Werner Futterlieb (Mitte). Das Foto soll einen würdigen Platz in den Räumen der Tagespflege erhalten. Quelle: Andreas Kaatz

Jetzt sind in dem Gebäude auf zwei Etagen acht betreute Wohnungen sowie im Erdgeschoss eine Tagespflege mit zwölf Plätzen. Das Fachwerkgebäude ist barrierefrei, dafür sorgt unter anderem ein Fahrstuhl. Begonnen hatte die Tagespflege mit ihrem Betrieb bereits vor ein paar Tagen. „Wir hatten da schon jeweils sechs bis acht Besucher“, sagte Andrea Kotsch. „Das neue Haus ist eine Bereicherung für die Menschen in Paulinenaue und auf den Dörfern drumherum.“

Leben in gewohnter Umgebung

Für das Gemeinschaftswerk ist diese Art der Betreuung von älteren Menschen Firmenphilosophie. „Sie haben dadurch die Möglichkeit, dass sie hier in gewohnter Umgebung weiterhin leben können. Wenn ich alt bin, möchte ich auch den Kirchturm sehen, den ich ein Leben lang kenne“, sagte Werner Futterlieb, Geschäftsführer der Wohnen und Pflege GmbH.

Er plädiert seit Längerem für die dezentrale Seniorenbetreuung, denn nur so könne man das Thema Pflege auf Dauer in den Griff bekommen. „Wer in diesen Zeiten ein Pflegeheim baut, der muss damit rechnen, dass er keine Mitarbeiter findet“, so Futterlieb.

Früher als Gärtner im Institut gearbeitet

Er sei deshalb über jede Initiative dankbar, so wie die von Jan Gabriel und seiner Frau. In dem Falle hätten die Ideen des Gemeinschaftswerkes und die Begeisterung der Bauherren dafür, alte Bausubstanz zu erhalten, gut zusammengepasst.

Ewald Elke fühlt sich wohl in seiner neuen Wohnung. Gisela Gerhardt (l.), Altenpflegehelferin Bärbel Wenzel und Heide Hesse wünschten ihm alles Gute. Quelle: Andreas Kaatz

Einer der ersten beiden Mieter im neuen Haus ist Ewald Elke. „Das ist hier sehr schön. Ich bin zufrieden, besser kann ich es gar nicht haben“, sagte der 82-Jährige, der früher im Institut als Gärtner gearbeitet hatte. Schon frühzeitig hatten sich der Paulinenauer und seine Tochter um die Wohnung bemüht. Derzeit gibt es eine Warteliste.

Zuchtbullen standen früher im Stall

Zur Eröffnung schaute sich auch Leonard Fandrich an, was aus seiner ehemaligen Arbeitsstätte geworden ist. „Da standen 40 Zuchtbullen drin. Mit der Schubkarre habe ich Schrot und Silage zur Fütterung reingebracht. Da war schon schwere Arbeit, vor allem im Winter“, sagte der 77-Jährige.

Und auch der in Paulinenaue geborene Klaus-Dieter Huth, der die Tagespflege besucht, kennt den Stall noch aus früheren Tagen. „Als Achtjähriger war ich dort im polytechnischen Unterricht“, berichtete der 74-Jährige und meinte: „Da komme ich echt ins Schwärmen, wenn ich sehen, was daraus geworden ist. Wunderbare Wohnungen sind entstanden.“

Fast schon wie ein Wunder

Das findet auch Bürgermeister Erhard Hesse. „Es ist fast schon wie ein Wunder, wir sind sehr zufrieden. Es ist eine Aufwertung für den Ort“, meinte er.

Nächstes Projekt von Jan Gabriel soll der alte Pferdestall nebenan werden. Dort könnte eine Wohngemeinschaft einziehen. „Wir würden es gerne machen, eventuell ab nächstem Jahr“, sagte er.

Von Andreas Kaatz

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