Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Friesack Feuerwehr wird 90 Jahre alt
Lokales Havelland Friesack Feuerwehr wird 90 Jahre alt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
05:48 10.05.2019
Viele Paulinenauer waren und sind in der Feuerwehr aktiv. Derzeit umfasst die Einsatzabteilung 23 Kameraden. Quelle: Privat
Paulinenaue

 Eine Handdruckspritze war der ganze Stolz der Paulinenauer Feuerwehr, als sie sich im Jahre 1929 gegründet hatte. Die Männer um den damaligen Oberführer Paul Eickhoff sorgten fortan dafür, dass die Bewohner des noch jungen Ortes Paulinenaue geschützt wurden. Wenn es dann mal brannte, konnten sie schnell eingreifen. Heute steht indes ein modernes Tragkraftspritzenfahrzeug mit 800 Liter Wasser an Bord im Depot, angeschafft 2015.

90 Jahre besteht die Feuerwehr mittlerweile. Das Jubiläum wird am 18. Mai im Rahmen des Dorffestes ausgiebig gefeiert. Eine gute Gelegenheit, um die Geschichte der Wehr bei Bier und Kaffee Revue passieren zu lassen.

Ständige Bautätigkeit

Die verschiedenen Fahrzeuge, mit denen die Paulinenauer Kameraden im Laufe der Zeit ausgerückt sind, werden dann ebenso ein Thema sein wie die ständige Bautätigkeit in den vergangenen Jahren. Erst entstand Mitte der 60er-Jahre das neue Gerätehaus. Dann begann 1985 die Errichtung des Anbaus mit Schulungsraum gleich nebenan.

Dorf- und Jubiläumsfest am 18. Mai

Mit einem großen Umzug vom Feuerwehrdepot zum Sportplatz beginnt das Fest um 11.45  Uhr. Der Spielmannszug „Chemie Premnitz“ sorgt für die musikalische Begleitung.

Um 12.30 Uhr fängt der Eröffnungsappell an, an den sich die Wettkämpfe mit den Feuerwehren der Nachbardörfer anschließen.

Auf die kleinen und großen Gäste warten zudem ein Karussell, Torwandschießen, Fahrten mit einem Feuerwehrauto und ein Blick von der Drehleiter in luftiger Höhe auf die Gemeinde Paulinenaue.

Zudem gibt es einen TGL-Lauf – einen Löschangriff nass mit DDR-Technik.

Zu dem Zeitpunkt war der heutige Ortswehrführer Arne Breder noch ein Kind, 1994 trat er in die Feuerwehr ein. Und ab 1. Januar 2009 leitete er dann die Paulinenauer Wehr. Er übernahm damals das Amt von Gerd Gnewikow, der Feuerwehrmann mit Leib und Seele war, dem aber Qualifikationen nach Bundesrecht fehlten. Als dieser dann Anfang 2010 starb, war es für alle ein großer Schock. „Das war schon ein Bruch, damit war plötzlich viel Erfahrung weg“, erinnert sich Arne Breder.

Schwierige Einsätze

Schwierige Einsätze gab es auch in seiner Zeit als Wehrleiter immer wieder. Glimpflich ging 2013 der Flugzeugabsturz in Bienenfarm aus, eine Antonov hatte sich überschlagen. „Es war ein ziemlich großer Einsatz“, sagte Breder. Besondersbelastend für die Kameraden seien indes tödliche Unfälle, die sich beispielsweise an der Bahnlinie ereignen.

Auch der Vorfall, als 2015 ein Jäger in einen Häcksler geriet, war nicht einfach für die Kameraden. Breder ist es dann wichtig, das man hinterher drüber redet. „Wir sind nach solchen Einsätzen nie auseinander gelaufen“, sagt er.

Guter Zusammenhalt

23 Kameraden sind in der Feuerwehr aktiv, 15 gehören zum harten Kern. Mit dem heutigen Zusammenhalt der Feuerwehr ist Breder zufrieden. „Wir sind eine gute Truppe, die sich gefunden hat. Wir sind gut aufgestellt“, schätzt er ein. Die internen Streitigkeiten seien seit ein paar Jahren überwunden. „Jetzt haben wir wieder mehr Kameradschaft.“

Es sei aber auch zu spüren, dass der Förderverein der Feuerwehr, dessen Vorsitzender Christian Gnewikow ist, die Ortswehr merklich entlaste, so Breder. So steuerte der Verein beispielsweise 9000 Euro bei, als der Anbau im Jahre 2017 wieder einmal renoviert und der Fußbodenbelag erneuert wurde. Außerdem richtet der Verein unter anderem Feste aus oder investiert in die Feuerwehrausstattung.

Gerätehaus zu eng

Gerne hätte der 41-Jährige Breder selbst ein Bauvorhaben auf dem Feuerwehrgelände erlebt. Denn mittlerweile ist das Gerätehaus zu eng für die heutige Technik. Mit ausgeklappten Spiegeln kann das Löschfahrzeug die Garage kaum verlassen. Doch der geplante Um- oder Neubau des Gerätehauses lässt auf sich warten.

„2014 war das erste Mal darüber gesprochen worden. 2017 sollte die Planung erfolgen und 2018 gebaut werden. Jetzt haben wir 2019 und es ist noch nichts passiert. Die Kameraden warten sehnsüchtig darauf“, sagt Arne Breder. Die Feuerwehrleute würden sich auch mit Eigenleistungen daran beteiligen. Schön wäre es zudem, wenn die Paulinenauer noch ein Mannschaftstransportfahrzeug bekommen könnten, das nicht unbedingt neu sein muss.

Lob für die Ganztagsausbildung

Als positiv schätzt der Ortswehrführer die Ganztagsausbildungen ein, die das Amt regelmäßig durchführt. „Es wichtig, dass man seine Kenntnisse immer wieder auffrischt“, sagt er. „Und außerdem schweißt die Ausbildung die Kameraden zusammen.“

Abschied als Wehrleiter

Für Arne Breder heißt es indes bald Abschied nehmen. Bis Ende Juni wird er die Paulinenauer Wehr noch leiten, danach gibt er den Posten ab. „Ich habe es jetzt sehr lange gemacht und will mich nun unter anderem auf die Arbeit in der Gemeindevertretung konzentrieren.“ Außerdem bewirbt er sich für den Posten des ehrenamtlichen Bürgermeisters. Der Feuerwehr wird er aber weiterhin treu bleiben.

Von Andreas Kaatz

Erstmalig gibt es in diesem Jahr anlässlich des Fliederfestes einen Fotowettbewerb, an dem sich jeder beteiligen kann. Die Bilder werden im Internet hochgeladen.

09.05.2019

Vor zwei Jahren zog Christoph Köpernick nach Friesack, jetzt will er dort Bürgermeister werden. Er ist der einzige Kandidat, der sich bei den Kommunalwahlen am 26. Mai um dieses Ehrenamt bewirbt.

07.05.2019

Ein italienischer Nachmittag wird am 11. Mai in der Pessiner Kirche veranstaltet. Die Besucher können sich vom Fortschritt der Restaurierungsarbeiten überzeugen und Musik von Vivaldi genießen.

05.05.2019