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Friesack Trauer in Pessin: Bürgermeister Christian Meyer ist tot
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14:36 07.02.2020
Quelle: Sven Sengebusch-Kähne
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Pessin

Seinen 70. Geburtstag hat Christian Meyer noch am 2. Januar im Kreise seiner Familie und mit Kollegen und Freunden feiern können. Am 4. Februar nun verstarb der ehrenamtliche Pessiner Bürgermeister – für viele überraschend – an den Folgen einer schweren Krankheit.

Christian Meyer hinterlässt viele Spuren in der Gemeinde im Amt Friesack. Lange Zeit engagierte er sich in der Kommunalpolitik, war in der Bevölkerung anerkannt. Seit dem 27. September 1998 ist er ununterbrochen Bürgermeister gewesen, wurde immer wieder gewählt – zuletzt im Mai 2019. Seit dem Jahre 2014 stand der in Kyritz geborene Meyer darüber hinaus dem Amtsausschuss vor.

Umgestaltung auf den Weg gebracht

Der bisherige Ortschef wird von vielen als jemand beschrieben, der wusste, was er will und immer mit dem Ziel, die Gemeinde voranzubringen. Sein letztes großes Projekt war die Umgestaltung des Pessiner Friedhofes für mehr als 100 000 Euro, die er gemeinsam mit den Gemeindevertretern auf den Weg gebracht und umgesetzt hatte.

Als das Besucherzentrum in der Kirche eröffnet wurde, war Christian Meyer (r.) ebenfalls dabei. Quelle: Astrid Wiebe

Ein anderes Projekt, das er sich nach den jüngsten Wahlen vorgenommen hat, muss nun ohne ihn realisiert werden. Christian Meyer wollte dafür sorgen, dass Bauland geschaffen wird. Denn selbst der Eigenbedarf kann derzeit nicht mehr abgesichert werden.

Wird unheimlich fehlen

Einer von denen, die ihn seit Langem kennen, ist Bodo Fathke. „Wir haben uns 1969 erstmals gesehen, studierten gemeinsam auf der Agrar-Ingenieurschule für Technologie in Malchow“, sagt er.

Mitte der 80er-Jahre, als Fathke schon Bürgermeister war in Pessin, kam Meyer in die Gemeinde, arbeitete bei der LPG Pflanzenproduktion. „Da haben wir uns dann wiedergesehen“, sagt er. Fathke beschreibt Meyer als gewissenhaft, höflich, zuvorkommend und liebenswürdig. „Für den Ort ist sein Tod ein Verlust. Er hinterlässt eine große Lücke, wird uns unheimlich fehlen“, sagt er.

Herber Verlust

Von einem herben Verlust spricht auch Andreas Flender, Vorsitzender des Fördervereins Dorfkirche Pessin. „Christian Meyer hat sich sehr für die Vereine engagiert, war auch bei uns Mitglied. Er war eine treibende Kraft im Hintergrund“, sagt er. Flender bezeichnet Meyer als sehr umgänglichen Menschen, der half, wo er konnte.

Auch für den Sportverein engagierte er sich. Quelle: Ulrich Nettelstroth

„Er hatte Kontakte zu allen möglichen Menschen und unterstützte uns beispielsweise nach der Gründung des Vereins dabei, Netzwerke zu knüpfen.“ Als mal ein Statiker benötigt wurde, der etwas an der Kirche berechnen musste, vermittelte der Bürgermeister ein Ingenieurbüro, „welches es dann für sehr wenig Geld gemacht hat“.

Hat auch Fehler zugegeben

„Er war für alles offen und sagte, das was ihm auf der Zunge lag“, beschreibt Gemeindevertreter Sven Sengebusch-Kähne den verstorbenen Politiker, den er seit 2012 kennt. „Was er äußerte, dazu stand er. Und er hat auch Fehler zugegeben, die er gemacht hat.“

Sogar schon seit 30 Jahren kennt Jürgen Goßmann Christian Meyer. „Das ist für uns unfassbar, wir sind tief bestürzt“, meinte der stellvertretende Bürgermeister. „Er war einer, der viel für den Ort getan hat. Er habe zwar auch seine Eigenarten gehabt, „aber er war ein guter Mensch und einer, der für alle ein offenes Ohr hatte“. Meyer habe immer das große Ganze gesehen. Zur Zusammenarbeit in der Gemeindevertretung meinte Goßmann: „Es gab auch mal Reibereien, aber er hat nie aus Eigennutz gehandelt“.

Direkt und fair

Nur sehr kurze Zeit kennt der neu gewählte Friesacker Bürgermeister Christoph Köpernick den verstorbenen Christian Meyer: „Ich habe ihn als sehr engagierten Kommunalpolitiker und sehr herzlichen Pessiner kennengelernt.“

Amtsdirektor Christian Pust blickt auf eine fruchtbare Zusammenarbeit zurück. „Er war direkt und er war fair. Er kämpfte mit offenem Visier für seine Anliegen.“ So sei Meyer immer stolz auf die geringen Personalkosten in der Amtsverwaltung gewesen.

Sein Wort hatte Gewicht

„Dafür hat er auch in Kauf genommen, dass manches länger dauerte und hat sich dann bei Kritik vor uns gestellt.“ Als kürzlich klar war, dass sich die Verwaltung bis zur Handlungsunfähigkeit gespart hatte, sei er aber auch dafür gewesen, dass neue Stellen besetzt werden.

Nicht nur in der Gemeindevertretung erlebte Pust den verstorbenen Bürgermeister als einen, „der ein absolutes Standing in der Gemeinde besaß. Wenn er etwas vorbereitet hatte, dann hatte es auch Gewicht“. Und wenn er von etwas überzeugt war, dann habe er oft in Richtung Verwaltung gesagt: Das machen wir jetzt so. „Viele Projekte haben so ihren Ursprung gehabt. Er war unheimlich pragmatisch“, sagt Christian Pust.

Von Andreas Kaatz

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