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Friesack Friedhof präsentiert sich in neuem Gewand
Lokales Havelland Friesack Friedhof präsentiert sich in neuem Gewand
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15:12 02.12.2019
Umgestaltet wurde auch der Bereich für die halbanonyme Urnenbestattung. Dieser liegt direkt am neu angelegten Weg. Quelle: Andreas Kaatz
Pessin

Bürgermeister Christian Meyer ist begeistert. „Das ist wirklich ein Schmuckstück geworden“, lobte er die Umgestaltung des Pessiner Friedhofes. Und fügte gleich noch augenzwinkernd hinzu: „Endlich ist es ein Ort, wo nicht gemeckert wird.“

Denn der Friedhof in seinem vorherigen Zustand war vielen Einwohnern ein Dorn im Auge. Sie klagten über die Unordnung auf der Fläche. Allerorten war Wildwuchs zu verzeichnen, Wege führten scheinbar planlos übers Gelände. „Das war schon grausam“, erinnert sich Meyer. „Es fehlte einfach an einem Konzept. Und in dem Zustand, in dem sich der Friedhof befand, konnte er nicht gepflegt werden.“

320 Rosen wurden im Zuge der Umgestaltung neu gepflanzt, ebenso Heckenpflanzen auf einer Länge von insgesamt 300 Metern. Außerdem laden acht Bänke zum Verweilen ein –unter anderem am neu gestalteten Platz in der Mitte des Friedhofes.

Jetzt präsentiert sich die Begräbnisanlage in einem völlig neuen Gewand. So kann man nun auf Wegen mit einer hellen wassergebundenen Decke über den Friedhof gehen. Entstanden ist quasi ein Rundkurs. Der bisher in einigen Bereichen vorhandene Pflasterweg war schon lange nicht mehr in Ordnung. Von Wurzeln angehobene Steine bildeten gefährliche Stolperquellen.

Fichtenhecke verschwunden

Außerdem wurde der Bereich der Kriegsgräber im Südwesten der Fläche neu gestaltet, erhielt eine Umrandung aus Hainbuchen. Die Fichtenhecke, die dort bisher war, ist verschwunden. Und der große, halb versteckte Gedenkstein, der an die gefallenen Soldaten im Zweiten Weltkrieg erinnert, wurde um 90 Grad gedreht. Jetzt ist er wieder gut sichtbar.

Insgesamt wurden auf 300 Meter Heckenpflanzen aus Flieder, Hainbuchen und Zwergliguster neu in die Erde gebracht. 320 Rosen schmücken das Areal, ebenso sechs neue Bäume. Unter anderem wurde die gekappte Kastanie neben der Friedhofskapelle durch eine Buche ersetzt.

Neue Wasserversorgung

„Außerdem gibt es eine komplett neue Wasserversorgung“, sagt Bauamtsleiter Thomas Polkowski. An drei Stellen kann man Wasser zapfen – auch an einem kleinen Schmuckbrunnen nahe der Kapelle. Dieser bildet einen Blickfang für alle, die den Friedhof durch den Haupteingang betreten.

An neue Begräbnisformen wurde bei der Neugestaltung ebenfalls gedacht. Im Nordwesten entstand eine kleine Anlage, auf der die halbanonyme Erdbestattung möglich ist. Elf Grabstellen stehen zur Auswahl. Die Särge werden sich dann unter einer Grasdecke befinden, die begehbar ist.

Amerikanische Variante

„Es handelt sich dabei um die amerikanische Variante der Erdbestattung“, sagt Amtsdirektor Christian Pust. In Friesack gebe es seit einiger Zeit ebenfalls diese Möglichkeit, „aber es wurde dort bisher noch nicht nachgefragt“. Sollten in Pessin die elf Grabstellen nicht reichen, steht nebenan auf der von Wildwuchs befreiten Fläche ausreichend Platz für eine Erweiterung zur Verfügung.

Neu präsentiert sich zudem der Bereich der halbanonymen Urnenbestattung im Südosten des Friedhofs, wo es bisher nur eine Sandfläche gab. Dort ist Rollrasen ausgelegt und der gesamte Bereich mit einer Hecke eingefasst worden.

Kreuze wurden aufgearbeitet

Im Nordosten stehen zudem 14 Flächenquadrate als Urnengräber zur Verfügung. Und in der Mitte des Friedhofes entstand ein von Hainbuchen begrenztes, halbrundes Areal mit den Grabsteinen der Familie von Knoblauch. Die Kreuze wurde in diesem Jahr aufgearbeitet, darunter auch das mit dem Namen von Pauline von Knoblauch – Namensgeberin für Paulinenaue. Jetzt muss noch der Rasen davor anwachsen.

Bürgermeister Meyer lobte die Firma Garten- und Landschaftsbau Heiko Bublitz: „Die Baufirma war fleißig, hat bei jedem Wetter gearbeitet.“ So konnte der Zeitplan eingehalten werden. Termin war Ende November, fertig wurde das Werk schon vor Totensonntag.

Anfangs nicht so geplant

Dabei war eine so umfassende Umgestaltung des Friedhofs ursprünglich gar nicht geplant gewesen. Anfangs stand eine Summe von 1000 Euro im Raum, um ein paar neue Sträucher zu pflanzen. Dann sprach man über gut 25 000 Euro, bevor Landschaftsplanerin Anja Brückner einen Vorschlag für eine umfassende Gestaltung präsentierte. Da wurde die Summe sechsstellig, 114 000 Euro standen zu Buche. Am Ende wurden es rund 137 000 Euro, wobei 15 000 Euro über den Landkreis als Zuschuss für die Kriegsgräber kamen.

„Auf die Eigenmittel bezogen ist es für Pessin die größte Investition seit zehn Jahren“, sagt Bürgermeister Christian Meyer. Damals hatte man den Sozialtrakt am Sportlerheim finanziert.

Viel Geld für Ortsdurchfahrt

Und die nächste große Ausgabe ist schon in Aussicht: Wenn der Landesbetrieb Straßenwesen im nächsten Jahr die Ortsdurchfahrt der B 5 ausbaut, dann kommen auf die kleine Gemeinde rund 500 000 Euro zu – unter anderem für Bushaltestellen, Geh- und Radweg sowie die anteiligen Kosten etwa für die Planung.

Von Andreas Kaatz

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