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Friesack Die Pessiner Kirchenglocke geht auf Reisen
Lokales Havelland Friesack Die Pessiner Kirchenglocke geht auf Reisen
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18:42 08.10.2019
Firmenchef Thomas Walter (l.) sorgte mit seinen Mitarbeitern dafür, dass die Kirchenglocke heil nach unten kam. Quelle: Peter Gentz
Pessin

Für viele Pessiner ist es momentan sehr ungewohnt. Normalerweise läutet von morgens bis abends jede halbe Stunde die Glocke der Dorfkirche. Doch seit Kurzem ist es völlig ruhig. Die einfache Erklärung: Die Glocke befindet sich nicht mehr im Turm.

Ungewohnt still ist es derzeit in Pessin. Bisher gab es jede halbe Stunde den Uhrenschlag in der Dorfkirche. Doch das ist für geraume Zeit vorbei. Die Glocke muss nämlich repariert werden.

Im Auftrag des Fördervereins Dorfkirche Pessin hat die Firma Walter Glockenläuteanlagen und Turmuhren KG aus Luckau die jahrhundertealte Glocke ausgebaut und abtransportiert. Wann sie wieder zurück kommen wird, kann Vereinsvorsitzender Andreas Flender noch nicht sagen: „Die Glockenmontagefirma vermutet, dass es auch zu Weihnachten knapp werden könnte, denn alles hängt davon ab, wie zügig der Schweißvorgang in der Spezialfirma vonstatten geht. Diese befindet sich in Leyden in den Niederlanden.“

Glockenkrone wird repariert

Notwendig wird die Reparatur, weil ein Kronbügel fehlt. Der soll jetzt ergänzt werden, damit man die Glocke künftig wieder an einem Holzjoch aufhängen kann. Bisher war sie nämlich an einem Stahlträger befestigt, was aber dem Klang abträglich war, wie Flender sagt.

Mit einem Holzjoch soll sich dies jedoch bald ändern: „Sie schwingt dann anders, der Klang wird besser sein.“ Dazu soll auch ein neuer Klöppel beitragen. Bevor es aber soweit ist, muss der historische Glockenstuhl aus Eichenholz saniert werden. „Mitte Oktober sollen die Arbeiten der Zimmerleute beginnen“, kündigt der Vereinschef an.

Gutachter war vor Ort

Die Vorbereitungen für die Glockeninstandsetzung laufen seit rund einem Jahr. Im März war der Gutachter vor Ort. Mittlerweile hat Andreas Flender auch das OK vom zuständigen Denkmalamt und von der Landeskirche.

Die Glocke passte geradeso durch die Türöffnung. Quelle: Peter Gentz

Die Glocke ist die letzte von ursprünglich drei, die es früher einmal im Turm der Pessiner Kirche gab. Und es ist wohl auch die älteste. Sie stammt nach Überlieferungen vermutlich aus der Zeit um 1300. „Ich bin mir jetzt sicher, dass es sich um diese Glocke handelt“, so Flender. Dafür spreche unter anderem die lateinische Beschriftung auf der Glocke, die laut einem Lexikon von Thieme-Becker eben genau jene Glocke von 1300 aufweisen soll.

Glocke wurde gekauft

Wo die anderen beiden, 1867 gebauten Glocken abgeblieben sind, ist indes unklar. Trotzdem will der Förderverein dafür sorgen, dass das einst mächtige Läutwerk bald wieder komplett ist. Der Anfang dazu ist mittlerweile gemacht. Zu Beginn dieses Jahres kam in Pessin die erste Glocke an mit einem Gewicht von rund 220 Kilogramm. Sie wartet nun am Boden auf ihren Einsatz.

Durch einen Tipp war man auf die neue Errungenschaft aufmerksam geworden. Es handelt sich dabei um eine der letzten in Brandenburg gegossenen Glocken. Sie wurde 2016 in Lauchhammer von der damaligen Glockengießerei hergestellt und passt vom Klang her zu der vorhandenen Glocke in Pessin, wie Prüfungen ergeben haben.

Noch fehlt die dritte Glocke

Jetzt fehlt noch die dritte Glocke, die größer und damit schwerer sein wird als die anderen beiden und natürlich auch vom Klang her passen muss. Die Suche danach wird aber noch ein wenig aufgeschoben. „Es wurde empfohlen, dass erst die anderen beiden Glocken aufgehängt werden und der Klang abgenommen wird“, sagt der Vereinsvorsitzende.

Dann muss entschieden werden, ob man die dritte Glocke neu gießen lässt oder aber sich auf die Suche nach einer ähnlichen, beispielsweise in einer entwidmeten Kirche, macht.

Spenden sind gefragt

Rund 25 000 Euro wird es insgesamt kosten, die Pessiner Glocke und den Glockenstuhl reparieren zu lassen sowie die neue Glocke aus Lauchhammer zu bezahlen. Um das Geld aufzubringen, hatten der Verein und Pfarrer Michael Jurk schon Ende des vergangenen Jahres zu Spenden aufgerufen.

Außerdem bemüht sich der Verein um Fördermittel. „Rund die Hälfte der Summe haben wir derzeit schon zusammen“, sagt Andreas Flender.

Weitere Informationen unter www.dorfkirche-pessin.de.

Von Andreas Kaatz

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