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Friesack Qualm zog zum Wahllokal – Feuerwehr musste ausrücken
Lokales Havelland Friesack Qualm zog zum Wahllokal – Feuerwehr musste ausrücken
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18:32 26.05.2019
Von zwei Seiten gingen die Feuerwehrleute gegen die Flammen vor.
Von zwei Seiten gingen die Feuerwehrleute gegen die Flammen vor. Quelle: Julian Stähle
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Friesack

Das wohl aufregendste Wahllokal des Havellandes befand sich am Sonntagvormittag in Friesack. Dort standen gerade viele Einwohner in der Fahrzeughalle des städtischen Feuerwehr an und wollten ihre Stimme abgeben, als plötzlich in die vor den Toren geparkten Einsatzfahrzeuge Leben kam. Mit Sondersignal ging es gegen 10.30 Uhr ab in die Straße Pirschheide, wo eine Garage und ein Carport in Flammen standen.

Dichte Rauchschwaden

Die Kameraden mussten sich auf der Anfahrt durch dichten Qualm kämpfen. Denn zuvor hatten sich schon dicke Rauchschwaden in die tiefer gelegene Gebiet der Stadt hinabgewälzt, wo sich auch das Feuerwehrdepot befindet. Grund war, dass die brennenden Gebäude aus Holz waren, das Feuer sich somit schnell ausbreiten konnte und der Wind ungünstig stand.

 

Brand von Garage in Friesack Quelle: Julian Stähle

„Das Gebiet dort ist dicht bebaut und es bestand die Gefahr, dass das Feuer auf zwei daneben stehende Wohnhäuser übergreift“, sagt Amtswehrführer Stefan Scharschmidt. Aus diesem Grunde wurde gleich zu Beginn zwei Löschangriffe von zwei Seiten vorgenommen und auch die Häuser gekühlt.

Zwei Löschfahrzeuge

Dazu standen zwei Fahrzeuge mit Wassertanks zur Verfügung. „Es hat nicht viel gefehlt und die Häuser wären ebenfalls in Brand geraten“, so Scharschmidt. Aber das konnte letztlich verhindert werden.

Die Garage konnte letztlich auch gelöscht werden. Quelle: Julian Stähle

Für die Kameraden war es indes Schwerstarbeit. Mehrere Einsatzkräfte konnten nur unter schwerem Atemschutz arbeiten. Sogar der Maschinist, der nur die Pumpe am Fahrzeug bedient, stand im Rauch. Ohne Atemschutz hätte das nicht funktioniert. Und weil der Wind nicht mitspielte und die Bebauung zu eng war, gelang es nicht, die Fahrzeuge in eine bessere Position zu bringen.

Hilfe von weiteren Wehren

Unterstützung bekamen die Friesacker Kameraden bei dem Einsatz auch von weiteren Wehren aus Wagenitz, Brädikow, Zootzen, Vietznitz, Haage und Senzke. Insgesamt waren 62 Feuerwehrleute vor Ort. Eine Bewohnerin musste mit verdacht auf eine Rauchgasvergiftung behandelt werden.

Die Feuerwehr kam nur von einer Seite aus heran. Quelle: Julian Stähle

Nach Beendigung der Löscharbeiten kehrten die Kameraden zum Gerätehaus zurück. Der Atemschutzwagen aus Falkensee bestückte alle Fahrzeuge mit neuen Atemschutzgeräten und machte die Fahrzeuge so wieder einsatzbereit.

Von Andreas Kaatz