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Friesack Eine Reise zum kältesten bewohnten Ort der Welt
Lokales Havelland Friesack Eine Reise zum kältesten bewohnten Ort der Welt
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17:41 08.01.2019
Ronald Prokein und sein Hund Arthus. Das Tier musste der Abenteurer in der Mongolei zurücklassen. Quelle: privat
Friesack

Eine Reise vom kältesten bewohnten Ort der Welt bis zum heißesten Platz in Australien können Gäste miterleben, die sich am Samstagnachmittag im Saal des Gemeindehauses gegenüber der Kirche in der Charlottenstraße in Friesack einfinden. Mit Dias, Fotos und Tonaufnahmen beschreibt Ronald Prokein das, was er mit seinem Begleiter Andy Winter erlebt hat.

Beide Männer kommen aus Mecklenburg-Vorpommern und sind von Rostock aus mit einem Lada Niva über Russland in die Mongolei, weiter mit unterschiedlichen Gefährten nach China, Vietnam, Laos, Thailand, Malaysia, Singapur bis Australien gefahren.

Zwei Wetterstationen aufgebaut

Wichtigstes Anliegen ihrer Mission war der Aufbau zweier Wetterstationen in Jutschugei in Nordostsibirien. Die meteorologischen Stationen sollten beweisen, dass die Region noch kälter ist als der offiziell kälteste bewohnte Ort der Welt Oimjakon mit -71,2 Grad Celsius (Guinness Buch der Rekorde). Kooperationspartner des Projekts ist der Meteorologe und ehemalige Talkmaster Jörg Kachelmann. Der bekannte Wetterfrosch stellte die wissenschaftlichen Messinstrumente zur Verfügung.

Bei 50 Grad Minus ins Eis eingebrochen

Bei der Ankunft in Jutschugei trafen Winter und Prokein einen alten Bekannten. „Er berichtete uns, dass ihm einen Monat zuvor seine erfrorenen Hände amputiert werden mussten“, sagt Ronald Prokein. Mit einem Motorschlitten war der kleine Jakute namens Polikari bei -50 Grad Celsius im Eis eingebrochen und musste über 20 Kilometer in der Nacht nach Hause laufen.

Mit einem Beil bedroht

Nachdem die Messstation aufgebaut war, ging die Tour weiter durch die Taiga. Mehrfach vereiste das Auto der beiden Mecklenburger, auch Unfälle blieben nicht aus. „Ein betrunkener Ewene, das ist ein Ureinwohner Sibiriens, hielt uns mit einem Beil in Schach“, so Prokein. In der Mongolei mussten sie wegen bürokratischer Hürden den Lada und ihren mitgereisten Schäferhund Arthus zurücklassen.

Die beiden Rostocker trennten sich für einige Tage in Singapur. „Ich war in der Zeit fast mittellos und ein Kind der Straße“, erinnert sich Prokein.

Ronald Prokein (l.) und Andy Winter. Quelle: privat

Mit einem gekauften Toyota setzten sie die Tour in Australien gemeinsam fort. Bei 43 Grad Celsius im Schatten lief Prokein die letzten 100 Kilometer durch menschenleere Prärie bis Marble Bar, dem heißesten Ort Australiens.

Am Ende der Tour bekamen sie von Jörg Kachelmann die sensationelle Nachricht, dass in Jutschugeij noch tiefere Temperaturwerte gemessen wurden als in Oimjakon. Ein neuer Kältepol der Erde war entdeckt.

In einer Hilfsaktion spendeten Menschen in ganz Mecklenburg-Vorpommern Geld für den Jakuten Polikari. „Auch Udo Lindenberg, Matthias Reim, G.G. Anderson und andere Prominente beteiligten sich mit selbst gemalten Rentieren, die später für den guten Zweck versteigert wurden“, so die beiden Abenteurer. Mit den Spendengeldern reisten Andy Winter und Ronald Prokein wieder nach Sibirien, um vor allem die Prothesen für Polikari zu finanzieren.

Mit in Prokein’s Vortragsgepäck hat er am Samstag sein neues Buch „Die Entdeckung des Kältepols Jutschjugei“. Der Dia-Ton-Vortrag beginnt um 16 Uhr.

Von Jens Wegener

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