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Friesack Retter üben in Friesack Bergung von Personen aus Pflegeheim
Lokales Havelland Friesack

Übung in Friesack: Feuerwehr rettet Bewohner eines Pflegeheimes

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16:21 30.09.2020
Brandübung in Seniorenheim in Friesack.
Brandübung in Seniorenheim in Friesack. Quelle: Hendrik Massierer und Alicia Berres
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Friesack

Im Ernstfall genau zu wissen, was zu tun ist und Hilfe zu leisten, das erwarten Einwohner von ihren Freiwilligen Feuerwehren. Aber gerade im ländlichen Raum macht sich der zunehmende Personalmangel besonders bei der Tageseinsatzbereitschaft bemerkbar. Durch den Zuwachs an Pflegeeinrichtungen im ländlichen Raum stehen die örtlichen Freiwilligen Feuerwehren somit vor immer größeren Herausforderungen, um im Ernstfall eine Evakuierung und Rettung solcher Einrichtungen bestmöglich ausführen zu können.

Im Rahmen seiner Masterarbeit untersucht nun der Friesacker Sven Scharschmidt, selbst Feuerwehrmann, inwieweit vorbeugender Brandschutz die Tageseinsatzbereitschaft der örtlichen Feuerwehren unterstützen kann. Dazu zählen unter anderem Brandmeldeanlagen zur Früherkennung von Feuer sowie Türen und Wände, die sich automatisch schließen.

Von der Leitstelle alarmiert

Am Beispiel eines Feuers in einer Pflegeeinrichtung für Senioren, in diesem Fall im AWO-Seniorenzentrum Havelland, fand jetzt in Friesack eine Simulationsübung statt. Daran waren insgesamt 35 Personen beteiligt. Zu ihnen zählten auch fünf Vertreter aus Werks- und Berufsfeuerwehren sowie vom Rettungsdienst der Havelland Kliniken, die die Übung beobachteten. Die ausrückenden Feuerwehren aus Friesack, Vietznitz und Zootzen wurden von der Potsdamer Leitstelle alarmiert. Sieben Statisten und eine 75 Kilogramm schwere Puppe stellten die Pflegepersonen dar, die gerettet werden mussten.

Die Feuerwehren aus Friesack, Vietznitz und Zootzen beteiligten sich an der Übung in einem Seniorenzentrum in Friesack.

Unter Einsatz einer Nebelmaschine aus der Veranstaltungstechnik wurden das reale Szenario eines Brandes im Zimmer eine Pflegeperson nachgestellt und Alarmierungsprozesse und die Evakuierung geprobt.

Eigentlich im Frühjahr geplant

Die Basisdaten für die Anzahl an Pflegepersonal und ausrückenden Helfern ermittelte Sven Scharschmidt über zwei Jahre anhand von Ausrückzeiten und Personalaufkommen unter der Woche, um den Zeitpunkt zu ermitteln, an dem am wenigsten Personal in den Einrichtungen und Bereitschaften anwesend ist.

„Ursprünglich war die Simulation für das Frühjahr geplant und sollte die gesamte Pflegeeinrichtung betreffen, unter Beteiligung aller Wehren des Amtes Friesack. Aufgrund mehrerer Umstände, unter anderem wegen des Coronavirus, fand die Übung nun im kleineren Format statt, war jedoch nicht weniger aufschlussreich“, sagte Scharschmidt.

Optimierungsbedarf besteht

In einer ersten Auswertung waren die Erkenntnisse nicht nur für ihn, sondern auch für die Pflegeeinrichtung und die Feuerwehren von Bedeutung und es zeigte sich Raum für Optimierung auf beiden Seiten.

Scharschmidt wird in den nächsten Monaten die Beobachtungen auswerten und mit den gesetzlichen Vorlagen abgleichen. Nach der Abnahme durch die Hochschule wird im Rahmen der Beteiligten eine Auswertung vorgenommen.

Von Rebecca Kral