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Friesack Verärgerung wegen Abwasseranschluss
Lokales Havelland Friesack Verärgerung wegen Abwasseranschluss
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19:32 24.08.2018
Setzen sich für den Bau einer Gefälleleitung ein (v.l.): Holger Duschkow, Frank Dietrich und Guido Hohnke. Quelle: Andreas Kaatz
Brädikow

Für den ersten Bauabschnitt zur Abwassererschließung von Brädikow haben die Arbeiten bereits begonnen. In der Straße Unter den Linden wird eine Gefälleleitung verlegt, um die etwa 40 Grundstücke anzuschließen. Zudem entsteht ein Pumpwerk, mit dem später das Schmutzwasser in die Druckleitung Richtung Klärwerk Wagenitz gepumpt wird.

Die Anwohner indes sind sauer, dass sich die Hausanschlusskosten verdoppeln werden (MAZ berichtete). Und auch bei den Anliegern für den geplanten zweiten Bauabschnitt brodelt es. Denn in der Blumenstraße – die Landesstraße durch den Ort – sowie in der Bergsiedlung soll keine Gefälleleitung verlegt werden. Stattdessen wird der Bereich eine Druckleitung erhalten. Damit verbunden ist jedoch, dass jedes Grundstück eine Pumpenanlage erhält.

Anschluss ja, aber mit Gefälleleitung

„Wir möchten angeschlossen werden, aber mit einer Gefälleleitung. Die Leute würden auch einen Teil mehr bezahlen, als es bei der Variante mit Pumpe der Fall wäre“, sagte Holger Duschka gegenüber der MAZ. Denn es herrscht große Sorge bei den Anwohnern, dass die Pumpen vor ihrer Haustür hohe Folgekosten nach sich ziehen und dass sie auch mal kaputt gehen können, störanfällig sind. „Wir sind hier auf dem Berg und sollen das Abwasser herunter pumpen. Das ist absolut nicht notwendig“, schüttelt Duschka den Kopf. 

Außerdem sollte man auch eine andere Art der Finanzierung prüfen“, fordert er. Denn im benachbarten Warsow, das vor Brädikow angeschlossen worden ist, flossen Fördermittel. Dies wollen die Brädikower ebenfalls. Dann nämlich gäbe es eher die Chance auf eine Gefälleleitung. Nach jetzigem Stand ist diese nämlich deutlich teurer als eine Druckleitung, wie es von Seiten des Zweckverbands Havelländisches Luch heißt.

 Lieber eine bessere Finanzierung abwarten

Geht es nach den Brädikowern, ist Eile nicht angebracht. Man könnte auch warten und auf eine bessere Finanzierung hoffen. „Wenn die Ausschreibung eventuell im nächsten Jahr erfolgt, dann wird das nicht wehtun“, meint Frank Dietrich.

Er hat zudem Zweifel, dass man bei der Druckleitung, die durch den Boden geschossen wird, nicht mit dem geschätzten Preis hinkommt. Weil der Boden sehr hart sei, könnten die Kosten weglaufen. Er will Einblick in die Projektierung haben, fordert mehr Transparenz. Drei Anwohner haben einen Rechtsanwalt beauftragt, der ein Schreiben an den Zweckverband aufgesetzt, aber bisher keine Antwort erhalten hat.

Mehrere Varianten geprüft

Verbandsvorsteher Christian Pust sieht indes derzeit keine Alternative zu der geplanten Ausbauvariante im den Bereichen Bergsiedlung und Blumenstraße. „Wir haben uns durchaus Gedanken gemacht und alle Varianten geprüft“, so Pust. So habe es Überlegungen gegeben, dass die Anlieger 3000 Euro mehr bezahlen, dafür aber eine Gefälleleitung erhalten.

Doch mit den Mehreinnahmen käme man nicht hin. Laut den Kostenschätzungen wäre der Bau einer Gefälleleitung etwa doppelt so teuer wie der einer Druckleitung, heißt es. Das habe technische Gründe. So benötige eine Abwasserleitung ein gleichförmiges geringes Gefälle, „es darf nicht zu steil sein“. Dies sei aber in der Bergsiedlung der Fall. Somit müsste man so genannte Treppen einbauen, was teuer sei. Bei einer Druckleitung müsse man aufs Gefälle hingegen keine Rücksicht nehmen.

Förderrichtlinie greift nicht

„Wir haben uns auch um Fördermittel gekümmert“, sagt Pust. Doch die aktuelle Richtlinie gebe das nicht her. „Bei unter 2000 Einwohner greift sie nicht, wenn der Ort außerhalb einer Trinkwasserschutzzone liegt“. Und den Hausanschlüsse würde es ohnehin nicht zugute kommen. Bezüglich der Verlegung einer Druckleitung meint Pust, dass ein entsprechendes Baugrundgutachten vorliegt. Das Durchschießen der Leitung mit einer Erdrakete sei laut Experten auch bei hartem Boden kein Problem. Lediglich Steine stellten ein Hindernis dar.

Anfang September weiß der Zweckverband, ob und wie viele Firmen im Zuge der Ausschreibung ein Angebot abgegeben haben und wie teuer es tatsächlich wird. Möglicherweise wird auch gar nicht gebaut. „Das hängt von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab“, so der Verbandsvorsteher.

Teure Variante wäre unwirtschaftlich

Dass allerdings der Zweckverband eine Gefälleleitung baut, obwohl diese mehrere 100 000 Euro teurer als die Druckleitung ist, schließt Christian Pust aus. „Das wäre unwirtschaftlich und unverantwortlich.“ Denn dann könnten die Gebühren für die leitungsgebundene Entsorgung steigen. „Damit würde die Allgemeinheit unnötig belastet und wir als Verband würden uns angreifbar machen“, sagt er.

Von Andreas Kaatz

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