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Friesack Alle Bürgermeister stehen fest
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18:26 27.05.2019
Arne Breder (l.) mit Matthias Kunkel, der in Paulinenaue ebenfalls für die Wählergruppe Feuerwehr angetreten war. Quelle: Andreas Kaatz
Amt Friesack

Die Entscheidung fiel bereits am Sonntag: Arne Breder (FFW) heißt der neue ehrenamtliche Bürgermeister von Paulinenaue. Der 41-Jährige konnte sich bereits im ersten Wahlgang gegen seine Kontrahenten Gabriele Hentschel (SPD) und Tino Müller durchsetzen. Somit bleibt ihm eine Stichwahl am 16. Juni erspart.

Entsprechend dem vorläufigen Endergebnis entfielen 60,5 Prozent der Stimmen auf ihn. 443 Paulinenauer und Selbelanger wollten, dass er die Nachfolge des langjährigen Gemeindeoberhaupts Erhard Hesse antritt. Gabriele Hentschel holte an dem Tag 27,5 Prozent und Tino Müller 11,9 Prozent.

„Kein Selbstläufer“

Breder fiel ein Stein vom Herzen, als die Entscheidung feststand. Die Zeit bis dahin harrte er im Wahllokal aus. „Natürlich hatte ich gehofft, dass ich es gleich schaffe, aber letztlich entscheidet der Wähler. Bei drei Kandidaten ist es beileibe kein Selbstläufer. Umso mehr freue ich mich“, sagte er erleichtert – und ist zudem froh über die recht hohe Wahlbeteiligung. Das mache den Wahlsieg noch wertvoller.

Nun will er gemeinsam mit den anderen Gemeindevertretern die nächsten Aufgaben angehen. „Bei den Schwerpunkten, die wir setzen wollen, sind die Grundschule und die Kita auf jeden Fall gesetzt. Aber wir müssen uns ebenso mit der ärztlichen Versorgung befassen, damit diese auch in der Zukunft in der Gemeinde gesichert ist“, meint Breder.

Erfahrungen nutzen

Er hofft zudem, dass sich in den nächsten Jahren auch die Bürger mit Ideen in die Gemeindeentwicklung einbringen. Zudem geht er davon aus, dass man auch von den Erfahrungen des bisherigen Bürgermeisters zehren kann, denn Erhard Hesse sitzt künftig weiter in der Gemeindevertretung, holte mit 168 Stimmen das beste Ergebnis innerhalb der SPD-Fraktion.

Aber nicht nur Paulinenaue hat einen neuen Bürgermeister, sondern auch Friesack. Christoph Köpernick, der erst seit zwei Jahren in der Stadt lebt, war einziger Kandidat für diesen Ehrenamtsposten. 59,3 Prozent der Friesacker, die am Sonntag wählen waren, sprachen ihm ihr Vertrauen aus. 40,7 Prozent stimmten indes mit Nein.

„Ein echter Krimi“

„Das war ein echter Krimi“, sagte der 34-Jährige. Er blieb am Montag bis 3 Uhr wach, wollte das Ergebnis unbedingt noch erfahren. Dass zwischendurch die Internetseite des Amtes Friesack mit dem Wahlergebnis zusammenbrach, machte die Sache nur noch spannender.

Dass ihn 40 Prozent der Wähler ablehnen, ist für Köpernick grundsätzlich kein Problem. „Ich nehme das nicht persönlich und will trotzdem ein Bürgermeister für alle sein“, meint er. Für die Ablehnung sieht er vor allem drei Gründe. „Viele kennen mich gar nicht persönlich. Zudem gab es im Vorfeld ein wenig Verwirrung, weil es hieß, dass doch noch ein weiterer Kandidat antritt. Hauptgrund dürfte aber sein, dass die Bürger kein Wahl zwischen mindestens zwei Kandidaten hatten“, glaubt Köpernick.

Betriebe ansiedeln

Er freue sich jedenfalls auf die Zusammenarbeit mit den Stadtverordneten und will Projekte wie die Gründung eines Kinder- und Jugendparlamentes vorantreiben. Außerdem möchte er in Zukunft mit dafür sorgen, dass sich mehr Gewerbebetriebe im Ort ansiedeln, so dass Kinder aus Friesack auch eine Ausbildung in ihrer Heimatstadt machen und somit in Friesack bleiben können.

Weitere Bürgermeister gewählt

Des Weiteren wurden am Sonntag auch in den anderen vier Gemeinden des Amtes Friesack die Bürgermeister gewählt. So bleibt Matthias Rehder Bürgermeister von Mühlenberge. Er konnte seinen Herausforderer Marcel Klose deutlich distanzieren, holte 69,6 Prozent der Stimmen. Und auch Heinrich Stumpp in Retzow, Christian Meyer in Pessin und Frank Donner in Wiesenaue sind weiterhin Bürgermeister.

Deutliche Einbußen

Bei der Wahl für die Stadtverordnetenversammlung Friesack musste die SPD doch deutliche Einbußen hinnehmen. Sie kam auf 25,7 Prozent und verlor damit rund neun Prozent. Die CDU kam gar nur auf 5,9 Prozent – ein Drittel des Ergebnisses von 2014.

Nicht viel besser sieht es bei den Linken aus: 6,4 Prozent der Stimmen holte die Partei, vor fünf Jahren waren es noch 17,4 Prozent. Die Wählergruppe Bauern konnte gut sechs Prozentpunkte zulegen und ist damit hinter der SPD zweitstärkste Kraft. Und danach folgt schon das neue Bündnis für Friesack, das aus dem Stand auf 20,5 Prozent kam. Leicht zulegen konnte zudem die FDP, ebenso wie Werner Töpfer als Einzelbewerber.

Nicht mehr stärkste Kraft

In Paulinenaue ist die SPD nicht mehr stärkste Kraft, kam nur auf 27,2 Prozent. Sie wurde von der Wählergruppe Feuerwehr überholt, die auf 30,3 Prozent kam und somit ordentlich zulegen konnte. Die WG für Selbelang holte 16 Prozent, während die Linke deutliche Einbußen hinnehmen musste. Sie kam nur auf 11.3 Prozent. Die Wählergruppe Kulturverein trat erstmals an und brachte es auf 10,4 Prozent. Tino Müller bestätigte sein Ergebnis von 2014.

In Pessin hat die WG Landleben 38,1 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen können – etwas weniger als 2014. Hingegen legte die WG PCC auf 40,2 Prozent zu.

Minimal zugelegt

In Mühlenberge hatte die Wählerunion minimal zugelegt, kam auf 65,4 Prozent, die BBM hingegen nur auf 23 Prozent. Die SPD holte 6,9 Prozent.

Die WG Brädikow bleibt in Wiesenaue stärkste Kraft, bekam aber rund zwei Prozent weniger Stimmen. Dahinter folgen die WG Vietznitz (22), Heiko Gräning als Einzelbewerber (19,2), die WG Jahnberge (12,1) und die WG Für unsere Bürger (8,9).

Ergebnisse der Kommunalwahl 2014:

Stadtverordnetenversammlung Friesack: Die SPD lag mit 34,8 Prozent an der Spitze, gefolgt von der CDU mit 18,7 Prozent und den Linken mit 17,4 Prozent. Die vierthöchste Stimmenzahl verbuchte die Wählergruppe Bauern mit 18,9 Prozent, die FDP erzielte 3,3 Prozent. Einzelbewerber Werner Töpfer kam auf 6,8 Prozent.

Gemeindevertretung Paulinenaue: Die SPD: 41,2 Prozent, Die Linke: 18,3 Prozent, WG FFw: 21,3 Prozent, WG für Selbelang: 14,3, Einzelbewerber Müller: 4,9 Prozent.

Gemeindevertretung Retzow: Ländliche WGM 100 Prozent.

Gemeindevertretung Pessin: WG Pessiner Carnevalsclub: 33,9 Prozent, WG Landleben: 43,5, EB Sengebusch-Kähne: 8,8, Bangert: 10,5, Bussion: 1,4, Mundt: 1,9 Prozent.

Gemeindevertretung Mühlenberge: WUM: 62,3 Prozent, BBM: 33,4 Prozent, Einzelbewerber Woehlert: 4,3 Prozent.

Gemeindevertretung Wiesenaue: WG Brädikow: 40,4 Prozent, WG Vietznitz: 17,4 Prozent, WG Jahnberge: 20,0, FDP 3,4, Einzelbewerber Bode: 1,2 Prozent, Gehrke: 3,1, Grabandt: 2,2, Gräning: 12,3 Prozent.

Von Andreas Kaatz

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