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Friesack Zwischen Kirchen und Harfen
Lokales Havelland Friesack Zwischen Kirchen und Harfen
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19:50 05.06.2018
Zu Beginn seiner Tour erfuhr Landrat Roger Lewandowski (2.v.r.) in der Kirche in Friesack unter anderem von Anneliese Krei und Joachim Hansen (r.) einiges über die Geschichte des Gotteshauses. Mit dabei: Pfarrer Udo Gerbeth (l.) und Amtsdirektor Christian Pust.
Zu Beginn seiner Tour erfuhr Landrat Roger Lewandowski (2.v.r.) in der Kirche in Friesack unter anderem von Anneliese Krei und Joachim Hansen (r.) einiges über die Geschichte des Gotteshauses. Mit dabei: Pfarrer Udo Gerbeth (l.) und Amtsdirektor Christian Pust. Quelle: Andreas Kaatz
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Friesack

Fahrradtouristen, die auf dem Havelland-Radweg unterwegs sind, kann Karin Fritz immer öfter im Fintelmannhaus in Senzke begrüßen. „Manche waren schon das zweite oder dritte Mal hier. Es kommen aber auch sehr viele Gruppen, die sich für eine Führung anmelden“, sagte die Vertreterin des Fremdenverkehrsverbands Havelländisches Luch, der in dem historischen Gebäude seinen Sitz hat.

Am Dienstag konnte Karin Fritz zudem Landrat Roger Lewandowski (CDU) begrüßen. Der war auf Tour durch das Amt Friesack, hat sich an vielen Stellen informiert – so auch in Senzke. Und er brachte gleich noch eine gute Nachricht mit: Die Chancen, dass die geförderte Stelle des Vereins auch über den 31. Dezember 2018 bewilligt wird, stehen gut.

Vereinsförderprogramm geplant

Dafür soll ein Vereinsförderprogramm sorgen, das das bisherige 100-Stellen-Programm ablösen wird. „Wir wollen damit bewusst Vereine und gemeinnützige Träger im ländlichen Raum unterstützen“, sagte Lewandowski. Voraussetzung sei aber, dass der Kreistag das nötige Geld zur Verfügung stellt.

Begonnen hatte der Landrat seine Tour in Friesack, in der Kirche. Anneliese Krei, stellvertretende Vorsitzende des Gemeindekirchenrates, erzählte aus der Geschichte des Gotteshauses, das weitgehend saniert ist. Eine wichtige Sache bleibt aber noch: „Am Fußboden muss endlich etwas passieren“, sagte sie. Denn der hat sich über die Jahre stark abgesenkt. Eine Folge: Die Platten stehen an vielen Stellen hoch. „Sie stellen eine Unfallgefahr dar“, sagte Pfarrer Udo Gerbeth.

Sanierungskosten bei 100 000 Euro

Doch die Sanierungskosten sind hoch: 100 000 Euro kostet das Ganze. Ohne Förderung geht gar nichts. Gerbeth hofft deshalb auf Leader-Mittel – Fördergeld von der EU. Darüber hinaus zeigte sich Lewandowski beeindruckt von den Aktivitäten des Fördervereins Kirche und Pfarrhaus, der viele kulturelle Veranstaltungen auf die Beine stellt.

Einen Zwischenstopp legte der Landrat im „Harfenland“ in Zootzen-Damm ein. Gastgeberin Camilla Pinder führte ihn charmant in die Welt dieser Zupfinstrumente ein. Dann durfte sich der Gast auch mal selbst musikalisch versuchen. „Dieses Instrument hat mich immer fasziniert. Das Harfenspiel hat etwas Sphärisches“, bekannte er. Von Camilla Pinder erfuhr er, dass sie gemeinsam mit ihrer Mutter 2019 ein Harfenmuseum in Plauen (Vogtland) eröffnen will.

Turm wäre irgendwann abgekippt

Erneut um eine Kirche ging es später in Wutzetz. Dort ist der Turm seit Anfang des Jahres eingerüstet. Momentan läuft die dringend notwendige Sanierung. Die fiel nämlich aus Geldmangel aus, als das Gotteshaus in dem Rundlingsdorf Anfang der 90er-Jahre rekonstruiert worden ist. Die Schwellen, auf denen der Turm stand, waren schon weggefault. „Irgendwann wäre der Turm abgekippt“, meinte Udo Gerbeth, der auch für Wutzetz zuständig ist.

Er konnte sich letztlich damit durchsetzen, die Sanierung mit der preiswerteren Kostenschätzung von 40 000 Euro in Auftrag zu geben – statt der 170 000 Euro, die ebenfalls im Raume standen. Wenn alles fertig ist, sollen auch die Glocken wieder geläutet werden können.

Lücken in der Obstbaumallee

Der Landratsbesuch bot auch Anlass, einige Anliegen loszuwerden. So hätte Mühlenberges Bürgermeister Matthias Rehder gerne, dass die Lücken in der Obstbaumallee an der Kreisstraße gefüllt werden. Senzkes Ortsvorsteherin Constanze Tönnies bemängelte die fehlenden Spazierwege rund ums Dorf.

Von Andreas Kaatz