Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Havelland Fünf Dörfer warten auf einen neuen Pfarrer
Lokales Havelland Fünf Dörfer warten auf einen neuen Pfarrer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:05 02.03.2018
Gemeindenachmittag in Jerchel: Die Kirchenmitglieder singen gemeinsam mit der Superintendentin Ute Mertens. Quelle: Christin Schmidt
Anzeige
Jerchel

Kuschlig warm ist es im Gemeindehaus in Jerchel. Auf den Tischen stehen selbst gebackener Kuchen, Kekse und Kerzen, es duftet nach Kaffee. Elf Frauen aus dem Kirchenspiel Nitzahn – zu dem die Orte Bahnitz, Jerchel, Möthlitz, Nitzahn und Knoblauch gehören – sind zum Gemeindenachmittag gekommen.

„Die Männer sind alle krank“, erklärt Doris Golombiewski. Sie ist die stellvertretende Vorsitzende des Gemeindekirchenrates und eine von denen, die sich seit 1. November mit viel Engagement um das Gemeindeleben kümmern. Seither ist das Evangelische Pfarramt Schlagenthin, zu dem das Kirchspiel Nitzahn gehört, ohne Pfarrer.

Anzeige

Johannes Möcker wechselte nach elf Jahren Dienst nach Magdeburg. Superintendentin Ute Mertens übernahm die Vakanzverwaltung und gibt alle 14 Tage einen Gottesdienst im Kirchspiel Nitzahn.

2021 soll ein neues Regionalpfarramt entstehen

Das soll aber kein Dauerzustand sein. Wie es weiter gehen soll, das verriet die Superintendentin am Mittwochnachmittag in Jerchel. „Unser Plan ist es, 2021 wenn Pfarrer Andreas Breit aus Parey in den Ruhestand geht, ein Regionalpfarramt GenthinParey - Schlagenthin zu bilden.

Dann wird auch die Pfarrstelle in Schlagenthin als ordinierte Gemeindepädagogenstelle ausgeschrieben. Sie soll je zur Hälfte mit Pfarrdienst sowie der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familie ausgefüllt werden“, so Mertens.

Allerdings vergehen bis dahin noch fast vier Jahre. Zu lange für eine Vakanz. Die Gemeindemitglieder hatten vorgeschlagen, einen jungen Menschen am Ende seiner Ausbildung im sogenannten im Entsendungsdienst ins Pfarramt Schlagenthin zu schicken.

Die Vorsitzende des Gemeindekirchenrats, Bärbel Lelke (l.) mit ihrer Stellvertreterin Doris Golombiewski. Gemeinsam mit weiteren Ehrenamtler halten sie das Gemeindeleben aufrecht. Quelle: Christin Schmidt

Daraus wird allerdings nichts, wie Ute Mensert nunerklärte. „Auf über 40 Entsendungsstellen der Landeskirche kommen derzeit nur 29 Nachwuchskräfte. Und von denen entscheiden sich die meisten eher für städtische Regionen“.

Auf einen neuen Pfarrer soll die Gemeinde aber nicht bis 2021 warten müssen. Deshalb hat sich die persönliche Referentin der Landesbischöfin in Magdeburg, Magdalene Wohlfahrt, entschieden, ab 1. September den Pfarrbereich Schlagenthin zu übernehmen. „An der Basis ist gerade Not, da kann ich nicht in Ruhe im Bischofsbüro sitzen. Ich möchte gern in die Gemeinde zurück“, hatte Wohlfahrt erklärt.

Sie ist zurzeit mit einer Viertelstelle im Pfarrbereich Genthin beschäftigt und wird ab September mit einer halben Stelle in der Gemeinde Schlagenthin tätig sein. Johannes Möcker hatte zuvor eine volle Stelle für das Pfarramt Schlagenthin. Dass diese nun reduziert wird, hänge mit den Finanzen zusammen, so Mensert.

„In jedem Fall haben sie ab September ihren Ansprechpartner wieder etwas näher dran“, versprach Ute Mensert. Bis Ende August wird sie die Gemeinde betreuen. Das Pfarrhaus in Schlagenthin bleibt bis 2021 ohne Pfarrer. Für die Zwischenzeit wird nun ein Mieter gesucht.

Von Christin Schmidt