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Havelland Fünf Jahre Jobcenter
Lokales Havelland Fünf Jahre Jobcenter
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06:47 21.04.2018
Dennis Granzow ist Dezernent für Arbeit und Grundsicherung Quelle: Jana Fischer
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Rathenow

„Es ist ein kleines Jubiläum“, sagte Landrat Roger Lewandowski. Zur Sitzung des Kreistages erinnerte er daran, dass der Landkreis Havelland seit fünf Jahren Optionskommune ist. Mit Sekt haben Mitarbeiter und Teams in den Standorten in Rathenow, Nauen und Falkensee nicht angestoßen. Das Thema, mit dem sie sich zu beschäftigen haben ist alles andere als erfreulich.

Trotzdem ein Erfolg

Für Landrat Lewandowski ist die Arbeit im Jobcenter dennoch eine Erfolgsgeschichte. Am Anfang aber stand zunächst eine schwierige Geburt. Denn im Havelland war zunächst keine Optionskommune sondern arbeitete das Hartz IV-Thema im Integrations- und Leistungszentrum ab. Hier waren die Kreisverwaltung einerseits und die Arbeitsverwaltung des Bundes andererseits in einer Behörde zusammengefasst.

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Die CDU wollte sofort

Die CDU hätte gerne gleich den Antrag auf Option gestellt. Das war zunächst nicht mehrheitsfähig. Mit dem Eintritt in die Zählgemeinschaft änderte sich das. Der Kreis bewarb sich mit Erfolg um den Status der Optionskommune.

Seitdem darf die Kreisverwaltung die Leistungen an Hartz-IV-Betroffene und die Integration in den Arbeitsmarkt alleine betreiben. Ebenso darf der Kreis verschiedene Förderprogramme anbieten, um Langzeitarbeitslose wieder in Beschäftigung zu bringen.

Erfreuliche Zahlen

Das gelingt immer wieder. Und die Zahlen, die Dennis Granzow (SPD) jeden Monat verkündet sind erfreulich. Aber schaut man genauer hin, dann sieht man, dass der Landkreis Havelland geteilt ist. Während die Arbeitslosenquote im Westhavelland hoch ist, sieht es im Osthavelland viel besser aus.

Markt ist robust

Der Arbeitsmarkt im Landkreis Havelland ist robust. „Die Arbeitslosenquote wird weiter sinken, und es wird ein größeres Angebot an Stellen geben“, waren sich Cornelie Schlegel von der Arbeitsagentur und Dennis Granzow sicher. Mit der Errichtung der Optionskommune entstand in der Kreisverwaltung eine neue Behörde, das Dezernat für Grundsicherung und Arbeit. Dezernent wurde Dennis Granzow, der zuvor viele Jahre Geschäftsführer des Integrations- und Leistungszentrums war.

Behörde der Zahlen

Das Dezernat ist eine Behörde der Zahlen. Elf Prozent Arbeitslosenquote, das wurde im Schnitt für den Altlandkreis Rathenow im Jahr 2016 gemeldet. Das ist ein Negativrekord im Arbeitsagenturbezirk Neuruppin. Ganz anders sieht es im Altlandkreis Nauen aus. Hier liegt die Quote bei 5,8 Prozent. Das wiederum ist der Rekord im positiven Sinn. Im Schnitt waren im Havelland 2016 im Durchschnitt rund 6300 Menschen ohne Arbeit. 4,1 Prozent weniger als 2015. Rund 4300 Menschen von den 6300 werden vom Jobcenter betreut, der Rest von der Agentur.

Unterschiede im Kreis

Der Unterschied zwischen Ost- und Westhavelland hat viel mit der Infrastruktur zu tun. Dort, wo es gute Verkehrsanbindungen gibt, zum Beispiel an die Autobahn, da sei die Arbeitslosenquote niedriger. Und hier sei das Westhavelland im Nachteil, so Cornelie Schlegel. Zwar gebe es gute Bahnverbindungen ab Rathenow und der Landkreis halte zu den großen Gewerbezentren Buslinien vor. „Aber wer auf dem Land wohnt, in einem Dorf, der muss auch erst einmal in die Stadt kommen“, erläuterte die Agenturchefin das Problem.

Eine neue Herausforderung

Für Dennis Granzow ist es anlässlich des kleinen Jubiläums wichtig, dass seit 2012 die Zahl der Personen in den Bedarfsgemeinschaften abnimmt. Im Jobcenter werden auch die Aufstocker betreut. Das sind die Personen, die zwar sozialversichert beschäftigt sind aber dennoch Anspruch auf Leistungen haben.

Inzwischen müssen sich die Teams im Jobcenter einer neuen Herausforderung stellen: Immer mehr Flüchtlinge, die asylberechtigt sind, drängen auf den Arbeitsmarkt. Ob der Fachkräftemangel durch dieses zusätzliche Personenangebot zu bewältigen ist, bezweifelt Granzow.

Finanziell ist das Jobcenter gut ausgestattet. Alle Programme können abgerufen werden.

Von Joachim Wilisch

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