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Havelland Gerücht bestätigt: Kazim Akboga von ICE überrollt
Lokales Havelland Gerücht bestätigt: Kazim Akboga von ICE überrollt
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12:24 28.04.2017
Mit dem Song „Is mir egal“, den er für einen Werbespot der BVG aufgenommen hatte, wurde Kazim Akboga berühmt. Quelle: YouTube/Screenshot
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Falkensee

Das Gerücht, das sich in den vergangenen Tagen wie ein Lauffeuer in Falkensee verbreitet hatte, ist seit Mittwoch Gewissheit: Bei dem Mann, der am vergangenen Donnerstag auf der Bahnstrecke zwischen Berlin und Hamburg von einem ICE erfasst und tödlich verletzt wurde (MAZ berichtete), handelte es sich um den Rapper Kazim Akboga. Berühmtheit erlangte der 34-jährige Berliner durch den Song „Is mir egal“, den er für einen Werbespot der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) aufgenommen hatte.

Polizei geht von Suizid aus

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„Wir gehen davon aus, dass es sich bei dem Unfall um einen möglichen Suizid handelte“, bestätigte am Mittwoch ein Sprecher der Bundespolizei auf Nachfrage der MAZ. Nach ersten Erkenntnissen betrat der türkisch-stämmige Rapper am Donnerstag gegen 15 Uhr die Gleise in der Nähe des Bahnhofes Seegefeld. Dort kam es dann zur Kollision mit dem ICE. In dem Zug saßen zu diesem Zeitpunkt etwa 350 Passagiere. Die Strecke blieb stundenlang gesperrt, der Zugverkehr wurde über Wustermark umgeleitet.

Die Familie des 34-Jährigen hatte am Dienstagvormittag per Facebook-Nachricht den Tod des Rappers bestätigt. Zuvor hatte unter anderem die BILD-Zeitung berichtet, dass sich Akboga in Berlin vor eine U-Bahn geworfen hätte. Dies wurde jedoch von den Berliner Verkehrsbetrieben umgehend dementiert. In Falkensee hingegen tauchten bereits am Wochenende erste Gerüchte auf, dass es sich bei dem Opfer vom Donnerstag um Kazim Akboga handeln würde.

Akboga legte sich offenbar absichtlich auf die Schienen

„Ja, es war der Rapper“, bestätigte am Mittwoch Daniel Brose, Stadtbrandmeister von Falkensee. Hauptamtliche Mitarbeiter der Falkenseer Feuerwehr waren bei dem Unglück im Einsatz gewesen. Um wen es sich handelte, war ihnen aber erst später bewusst geworden, sagte Brose. Er hatte am Donnerstag noch vor Ort mit dem Lokführer gesprochen. Dieser hatte noch gesehen, wie Akboga den Bahndamm hochgeklettert war und sich auf die Schienen gelegt hatte. Bremsen konnte er da aber nicht mehr.

Für Lokführer und Feuerwehrleute sind solche Einsätze besonders schwierig. „Die Kameraden werden vom Einsatznachsorgeteam betreut, um solche Dinge verarbeiten zu können“, sagte Brose. Er selbst sieht angesichts von Bahnunfällen aber auch die Bahn in der Pflicht, ihre Anlagen besser zu sichern.

Anmerkung der Redaktion

Wir berichten in der Regel nicht über Suizide oder Suizidversuche, außer sie erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Wenn Sie selbst unter Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Selbstmordgedanken leiden, gibt es Hilfe. Unter der kostenlosen Hotline 0800/111-0-111 und 0800/111-0-222 können Sie anonym mit der Telefonseelsorge sprechen, die schon in vielen Fällen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen konnte.

Von Odin Tietsche und Marlies Schnaibel

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