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Havelland Großes Lob an alle Geburtshelfer im Zug
Lokales Havelland Großes Lob an alle Geburtshelfer im Zug
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13:17 20.08.2017
Am frühen Freitagvormittag war in einem Odeg-Zug der RE ein Baby zur Welt gekommen. Quelle: Markus Kniebeler
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Rathenow

Die Geburt, die sich am frühen Freitagmorgen in Frühzug von Rathenow nach Berlin ereignet hat (MAZ berichtete), ging dank der beherzten Eingreifens dreier Menschen glücklich vonstatten. Neben dem Polizisten Michael O., der sich als erster zu der hochschwangeren Frau begab, waren es zwei weibliche Reisende, die beim Akt der Geburt Unterstützung leisteten.

Vor allem Lisa Wenisch aus Rathenow, die sich nach Redaktionsschluss bei der MAZ gemeldet hat, ist es zu verdanken, dass das Kind ohne Komplikationen auf die Welt kam. Michael O. habe, als er sah, dass die Geburt unmittelbar bevorstand, gerufen, ob eine Frau im Zug bereit sei, sich um die Hochschwangere zu kümmern. „Ich bin sofort aufgestanden, um zu helfen“, sagt die 22-Jährige. Die Schwangere, eine Afrikanerin, habe auf dem Boden des Fahrradabteils gelegen. Als sie zu ihr getreten sei, habe sie gesehen, dass das Baby schon auf dem Weg war. Köpfchen und Schulter hätten bereits herausgeschaut. „Ich habe die Frau dann unterstützt. Und ihr das Kind, nachdem es auf der Welt war, mit der Nabelschnur auf den Bauch gelegt.“ Mittlerweile sei eine zweite Reisende dazugekommen und habe sich mit ihr um die Frau gekümmert, die nach den Strapazen der Geburt ziemlich entkräftet gewesen sei.

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Der Bundespolizist Michael O., der offenbar erleichtert war, dass sich die Frauen um die Entbindung kümmerten, informierte derweil gemeinsam mit der Servicemitarbeiterin der Odeg die Rettungssanitäter. Im Bahnhof Spandau nahmen diese die Mutter und ihr Neugeborenes sowie einen kleinen Sohn in Empfang.

Lisa Wenisch war ohne Zweifel an diesem frühen Freitagmorgen die richtige Frau am richtigen Ort. Als Krankenschwester in Ausbildung war sie, was die Ersthilfe angeht, in der Lage, die Sache einzuschätzen und kühlen Kopf zu bewahren. Viel Zeit zum Nachdenken hatte sie allerdings nicht. „Es ging alles furchtbar schnell“, sagt sie. Unter diesen Umständen sei sie erleichtert, dass die Geburt ohne Komplikationen vonstatten gegangen sei. Und sowohl Mutter als auch Kind wohlauf seien.

Dass sie das sind, bestätigte das Berliner Krankenhaus, in dem die Weiterbehandlung erfolgte. Die Mutter und das Kind seien wohlauf, hatte die Klinik am späten Freitagmorgen gemeldet. Und ein großes Lob an die drei Helfer im Regionalexpress verteilt, die einen großen Anteil daran hatten, dass die aufregenden Geschehnisse im Fahrradabteil einen glücklichen Ausgang nahmen.

Von Markus Kniebeler

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