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Havelland Grüne Woche: Radtouren immer beliebt
Lokales Havelland Grüne Woche: Radtouren immer beliebt
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21:55 07.03.2018
Am Gemeinschaftsstand des Tourismusverbandes Havelland begrüßen Katja Brunow und Gerd Koallick die Besucher. Quelle: Ralf Stork
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Havelland/Berlin

ICC Berlin, kurz nach neun Uhr morgens. In der Brandenburghalle 21a stehen einige Spargel- und Ernteköniginnen etwas verloren herum. Ihnen fehlt noch das Publikum. Ab und zu hört man schon ein lautes Lachen. Ansonsten liegen die angeregten Gespräche der Aussteller als mittellautes Summen über der Halle. So leise wie jetzt wird es bis zum Abend nie wieder.

Gerd Koallick weiß das. Er präsentiert den Sperlingshof aus Dallgow-Döberitz bereits zum vierten Mal auf der Grünen Woche. „Dafür vergeht nachher, wenn der große Besucheransturm kommt, die Zeit viel schneller“, sagt er und lacht, während er in einem großem Topf mit Havelländer Brotsuppe rührt. Koallick betreut an diesem Wochenende den Gemeinschaftsstand des Tourismusverbandes Havelland. Macht Werbung für die mehrtägigen Radtouren, die der Sperlingshof in Brandenburg anbietet. Am Ende wird er rund 400 Prospekte verteilt haben.

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Über vielfältige Angebote aus dem Landkreis Havelland können sich dieser Tage die Besucher der Grünen Woche in Berlin informieren. Neben verschiedenen Tourismusangeboten warten auch diverse Leckereien.

Rad- und Wassertourismus immer wichtiger

Dass sich der Aufwand lohnt, weiß er von anderen Messeauftritten. Regelmäßig fährt er zu Reise- und Fahrradmessen bis nach Österreich, Holland und in die Schweiz. Aus allen Ländern hat er in der Folge Gäste ins Havelland locken können. „Brandenburg ist ja so flach, da kann man gut Rad fahren“, sagt er. Im Angebot sind unter anderem Touren auf den Spuren Fontanes, Otto Lilienthals oder entlang der Havel. „Die Grüne Woche ist immer ein guter Ort, um mit anderen Ausstellern ins Gespräch zu kommen und zu schauen, ob man nicht etwas zusammen auf die Beine stellen könnte“, sagt Koallick. Die Idee zur Fläminger-Mühlentour ist genau so auf der Grünen Woche entstanden.

„Der Radtourismus wird neben dem Wassertourismus für das Havelland immer wichtiger“, sagt Katja Brunow vom Tourismusverband Havelland, die den Anbietern am Gemeinschaftsstand beim Aufbau und bei der Akklimatisierung in der Halle behilflich ist. Sie kommt bereits seit mehr als zehn Jahren regelmäßig zur Messe und hat festgestellt, dass die Nachfrage nach Fahrradangeboten stetig gestiegen ist: „Der Radtourismus läuft sehr gut. Gerade auf dem Havel-Radweg sind jedes Jahr mehr Menschen unterwegs.“

Sternenpark Westhavelland als touristisches Highlight

Mittlerweile ist es kurz nach zehn Uhr. Ein lauter Gong kündet die offizielle Eröffnung des Messetages an. Dann dauert es nicht mehr lange, bis die ersten Besucher auch in die Brandenburghalle kommen. Bevor der gleichzeitige Start des Bühnenprogramms und des Pro Agro Kochstudios ein weiteres Gespräch fast unmöglich macht, bleibt gerade noch genug Zeit, um ein weiteres touristisches Highlight im Havelland anzusprechen – den Sternenpark Westhavelland. „Das ist eine große Chance für die Region, gerade auch im Winter für Besucher attraktiv zu sein“, sagt Brunow. In einigen Pensionen werden bereits nächtliche Ausflüge inklusive Teleskope angeboten. Beheizbare Liegen und mitgelieferte Picknickkörbe wären weitere Ansätze, um das Sternegucken zum echten Event zu machen.

Nicht wenige Besucher halten es für eine gute Idee, den Messerundgang mit einem frisch gezapften Pils zu beginnen, oder auch zwei. Ein Vater herrscht seinen Sohn an, weil der unbedingt mit einem Tret-Trecker durch die Hallen fahren möchte und alle paar Meter jemandem in die Hacken fährt. An manchen Stellen geht es nur im Schneckentempo weiter. Dafür wird man mit spontanen Gesangseinlagen von Trachtengruppen entschädigt – nicht selten den gleichen, die den Morgen mit einem Bierchen angefangen haben. Der übliche Messewahnsinn.

Leckereien aus der Biobäckerei

Dem Team vom Biobackhaus Leib in Wustermark kann das nichts anhaben, alle sind Messe-gestählt. „Mir macht die Messe immer Spaß“, sagt Bäcker David Schumann. Angelika Schern und Birgit Ristow nicken zustimmend. Für die Biobäckerei ist die Messe immer eine gute Gelegenheit, um neue Produkte an möglichst vielen „Versuchskaninchen“ testen zu können. Frisch im Sortiment ist aktuell „Das Wilde – Dinkel pur“, ein hundertprozentiges Dinkelbrot, und das Havelländer Stangerl, eine Käsestange – verfeinert mit Schinkenstückchen vom Havelländer Apfelschwein.

Auch die Sielmann Naturlandschaft Döberitzer Heide ist seit Jahren auf der Grünen Woche vertreten. Die Sielmänner präsentieren sich am Stand der Stadt Potsdam. Angeboten werden unter anderem Schinken, Salami und Leberwurst vom Wildschwein. Derzeit gibt es die Produkte nur auf der Grünen Woche. „Wir suchen aber nach Möglichkeiten, die Produkte künftig mit Partnern wieder auf unseren Flächen anbieten zu können“, sagt Peter Nitschke.

Am späten Nachmittag lässt das Schieben und Drängen auf den Gängen langsam ein wenig nach. Dafür passiert es immer öfter, das man im Vorbeigehen mit vollgepackten Rucksäcken und Jutebeuteln kollidiert. Viele Aussteller an den Ständen sehen mittlerweile etwas abgekämpft aus. Aber trotzdem zufrieden. In diesem besonderen Messegefühlszustand werden sie sich noch bis zum 28. Januar befinden.

Von Ralf Stork