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Havelland Jeder dritte Havelländer sucht den Rechtsstreit
Lokales Havelland Jeder dritte Havelländer sucht den Rechtsstreit
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10:53 27.11.2019
Quelle: dpa
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Falkensee

Streitstufe rot: Das gilt vor allem für das Havelland. Der Landkreis belegt im aktuellen Streitatlas deutschlandweit den 3. Platz. Nur in den Landkreisen Oberhausen und Südliche Weinstraße wird mehr juristisch rumgestritten. Im Havelland kommen auf einhundert Einwohner 32,98 Streitfälle. Fast jeder dritte führt einen Rechtsstreit. Das ist gegenüber 2016 eine Zunahme von 3,5 Streitfällen.

Die Zahlen gehen aus dem sogenannten Streitatlas hervor, der von der Advocard, der Rechtsschutzversicherung der Generali-Gruppe in Deutschland, jetzt veröffentlicht wurde. Für seinen Atlas hat der Versicherer 390 000 Streitfälle aus dem Jahr 2018 ausgewertet.

Friedliches Ostbayern

Der friedlichste Landkreis kommt demnach aus Ostbayern, im Landkreis Regen sind 13,2 Streitfälle auf 100 Einwohner vermerkt. Im Osten Deutschland erweisen sich die Prignitzer als friedvoll.

Warum die Havelländer so streitlustig sind, klärt der Atlas nicht auf. Sie liegen deutlich über dem Landesdurchschnitt, auch über dem Wert der Großstädte wie Berlin und Hamburg. Einige Schwerpunkte und Trends merkt der Atlas jedoch an. So liegen die Havelländer auf der allgemeinen Linie, wenn es um die Geschlechterfrage geht.

Männer klagen häufiger

Auch hier sind die meisten Kläger männlich, nämlich 65,4 Prozent. Fast ein Drittel aller Streithähne kommt aus der Altersgruppe 46 bis 55 Jahre, nur noch wenige über 66 Jahre beschreiten den Klageweg, im Havelland sind es 4,3 Prozent der Klagenden.

Kleiner Streitwert

Mehr als zwei Drittel aller Fälle bewegt sich um einen Streitwert, der unter 2000 Euro liegt. Aber es wird trotzdem erbittert gefochten: 34 Prozent aller Fälle dauern immerhin ein bis zwei Jahre, zehn Prozent noch länger.

Als allgemeinen Trend macht der Streitatlas in den Städten und in der Nähe von großen Städten eine höhere Klagebereitschaft aus. Wie sich das auf den Osten und auf den Westen des Havellandes auswirkt, das listet die Studie jedoch nicht im Detail auf.

Von Scheidung bis Hundebiss

Die Gründe des Zorns sind vielfältig. Rechthaben wollen die Havelländer aber vor allem im privaten Bereich. Fast 40 Prozent aller Fälle bewegen sich in diesem Spektrum, rund um Scheidung, Erbsachen, Reisemängel und Hundebisse. Stark dabei mit fast einem Drittel ist alles rund um Verkehr und Mobilität. Prozessiert wird nach Unfällen, Autokäufen, Strafzetteln oder wegen des Dieselskandals. Die meisten Auseinandersetzungen gibt es hier wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen und den Zweifeln am Messverfahren. Die Bereiche Arbeit, Behördenärger oder Wohnen und Miete sind mit jeweils rund zehn Prozent vertreten.

Ein vergleichender Blick nach Brandenburg an der Havel: Nach den vorliegenden Daten des Jahres 2018 sind in der Havelstadt auf 100 Einwohner 25,6 Streitfälle gekommen. Durchschnittlich war hier demnach jeder vierte Einwohner in einen Rechtsstreit verwickelt.

Von Marlies Schnaibel

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