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Havelland 88 Jungstörche in den Nestern
Lokales Havelland 88 Jungstörche in den Nestern
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12:06 06.07.2019
Ein Storch sucht Futter auf einem abgeernteten Feld. Quelle: Norbert Stein
Westhavelland

Es wird wieder mächtig mit dem Schnabel geklappert im Westhavelland. Und bald wird der Storchennachwuchs seine ersten Flugversuche unternehmen. Doch zuvor wurden die Jungstörche beringt.

Besuch abgestattet

Tino Wachowiak und René Riep vom Naturschutzbund (Nabu) Westhavelland waren dazu in den letzten Tagen in der Region unterwegs und statteten mit Hilfe einer Hebebühne dem schon gut weiß gefiederten Nachwuchs einen Besuch in seinen „Kinderstuben“ auf Scheunendächern, ausgedienten Schornsteinen und Masten ab.

25 ohne Ring

In 26 Nestern wurden 63 Jungstörche beringt. Damit war die von der Beringungsstation Hiddensee zu Verfügung gestellte Anzahl von Ringen aufgebraucht. In weiteren zehn Nestern blieben 25 Jungstörche ohne Ring.

88 Jungstörche gibt es 2019 im Westhavelland. Quelle: Nabu

Einige Nester konnten die Naturschützer auch nicht mit der Hebebühne erreichen. Vereinzelt gab es auch von den Grundstückseigentümern kein Einverständnis. René Riep ist mit insgesamt 88 Jungstörchen im Westhavelland zufrieden. „2019 liegt im Vergleich mit den Vorjahren sogar etwas über den Durchschnitt und damit im positiven Bereich“, sagt der Geschäftsführer des Nabu-Regionalverbandes Westhavelland.

Ältere Statistiken

2018 Jahr wurden im Westhavelland 80 Jungstörche gezählt. 2017 waren es 76 und 2016 wurden vom Nabu Regionalverband 82 junge Störche beringt. Das positive Ergebnis in diesem Jahr ist für René Riep auch deswegen beachtenswert, weil es über lange Zeit sehr trocken war. Offenbar haben die Storcheneltern dennoch genügend Nahrung gefunden, um den Nachwuchs satt zu bekommen.

Vom Unwetter verschont

Auch von unwetterbedingten Verlusten blieb der Storchennachwuchs weitgehend verschont. Vierlinge erblickten in diesem Jahr lediglich im Storchennest auf dem Gahlberg das Licht der Welt. Eines Tages lag ein Jungtier auf der Erde. Der Nabu brachte den Jungstorch zur weiteren Aufzucht und Betreuung auf einen Tierhof.

Nachwuchs in Albertsheim

Nach drei Jahren werden 2019 das erste Mal wieder im Storchennest Albertsheim Jungtiere groß gezogen. Hier ist ein Storchenpaar aus Hohennauen hergezogen. Keine Brut gab es in Stölln und Marquede. In Böhne ist der Storchennachwuchs noch sehr klein.

Das Storchenpaar in Kleßen kann auf dem Schornstein der Dorfkirche bleiben. Der Horst wird erst im Herbst umgesetzt. Quelle: Norbert Stein

Ein Happy End gibt es in Kleßen, wo im Frühjahr ein Wanderfalke ein Storchenpaar aus seinem angestammten Nest auf einer ausgedienten Gemüsehalle vertrieb. Nach aufregenden Tagen um dessen Zukunft in Kleßen bekam das Storchenpaar ein neues Nest auf der Dorfkirche, wo Tino Wachowiak am Wochenende zwei Jungtiere beringt hat.

Ein Reisepass

Der Ring am Fuß ist für einen Jungstorch eine Art Reisepass. Wo immer er sich niederlässt, kann die Beringungsstation Hiddensee, zu dessen Betreuungsgebiet auch das Westhavelland gehört, feststellen, wo der Storch beringt wurde und zwischenzeitlich beobachtet wurde.

Geburtstagsfeier

So kamen Tino Wachowiak und René Riep lediglich einen Tag zu früh zur 24.Geburtstagsfeier des Storches mit der Ringnummer DEH KA 3950 in Strodehne. Sie haben sich nämlich in Hiddensee nach der Lebensgeschichte des Storches erkundigt und so erfahren, dass er am 1. Juli 1995 im anhaltinischen Nachbardorf Molkenberg beringt wurde.

Tino Wachowik bei der Beringung eines Jungstorches. Quelle: Nabu

Als Teenager zog er er im Sommer zunächst im Havelland herum, war 1998 in Großderschau und Wassersuppe, ein Jahr später im Prietzen. 2011 begann das Familienleben – abwechselnd im Strodehner Nest oder auf dem Gahlberg. Seine Treue zum Westhavelland unterbrach er lediglich 2015, als er sich nicht weit entfernt von Strodehne auf anhaltischer Seite der Havel in Garz niedergelassen hatte.

Von Norbert Stein

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