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Havelland Feuchtgebiete bringen Landwirte in die Zwickmühle
Lokales Havelland Feuchtgebiete bringen Landwirte in die Zwickmühle
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16:04 20.05.2019
In de Großen Grabenniederung erläuterte  Enrico Voigt, Geschäftsführer der AG Gülpe, Herausforderungen bei der Unterhaltung der Flächen. Quelle: Norbert Stein
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Anfang des 20. Jahrhunderts hatte Brandenburg noch über 270 000 Hektar Moorfläche. Inzwischen hat sich die Fläche drastisch verringert. Moore wurden melioriert und trocken gelegt. Inzwischen sind sie als solche kaum noch erkennbar und werden zumeist als Wiesen oder Weiden genutzt.

Vereinzelte Flächen

Doch es gibt sie noch. Auch der Naturpark Westhavelland hat noch Moore und Feuchtwiesen. Die Untere Havelniederung, das Dossebruch, das Havelländische Luch und das Rhinluch nannte die Leiterin der Naturparkverwaltung, Ilona Langgemach, als Beispiele beim zweiten Dialog zukunftsfähige Landwirtschaft im Naturpark Westhavelland. Dazu trafen sich die Teilnehmer bei der Agrargenossenschaft Hohennauen.

Zum zweiten Mal

Der erste Dialog im Jahr 2018 hatte die Betriebsumstellung auf ökologische Landwirtschaft zum Thema. Beim diesjährigen zweiten Dialog stand die Bewirtschaftung von Moor- und Feuchtflächen im Mittelpunkt. Ilona Langgemach begrüßte dazu Landwirte aus der Region. Mit Experten des Landwirtschaftsministeriums und des Landesamtes für Umwelt führten sie einen regen Meinungsaustausch.

Auf dem Betriebshof der AG Hohennauen besichtigten die Teilnehmer des Landwirtschaftsdialogs  Technik zur Bewirtschaftung von Moor- und Feuchtflächen. Quelle: Norbert Stein

Nasse Moore leisten einen wichtigen Beitrag für den Klimaschutz, sagte Lukas Landgraf vom Landesumweltamt. Johannes Funke, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Havelland, bekräftigte die Aussage. Funke sagte aber auch, die Bewirtschaftung der Moore und Feuchtwiesen stelle an die Landwirte besondere Herausforderungen.

Finanzielle Hilfe

Das Ministerium hat deshalb ein neues Förderprogramm auf dem Weg gebracht mit dem Ziel, naturnahe Moore zu erhalten oder wieder her zu stellen. Gefördert wird zudem die Anschaffung von Technik zur bodenschonenden Bewirtschaftung von Mooren und Feuchtflächen. Dazu gehören zum Beispiel die Um- oder Nachrüstung von Zwillingsreifen, der Umbau von Anhängern mit Breitreifen oder auch leichtere Mähwerktechnik.

Besichtigung vor Ort

Um den Dialog praxisnah zu gestalten, hatte die AG Hohennauen die Geräte und Maschinen ausgestellt, mit der sie 800 Hektar Moor- und Feuchtwiesen im Gebiet der Unteren Havel und der Großen Grabenniederung bewirtschaftet.

Erst ab Mitte Juni

Die AG Gülpe bewirtschaftet 740 Hektar solcher Flächen zwischen Havel, Großer Grabenniederung und Gülper See. Die Geschäftsführer der beiden Agrargenossenschaften, Peter Wilke und Enrico Voigt, sagten, die Bewirtschaftung der Flächen sei ein „ständiger Balanceakt zwischen Wirtschaftlichkeit und Naturschutz“. So dürfen die Landwirte in den Gebieten erst ab dem 16. Juni auf die Flächen und Gras mähen.

Auf dem Betriebshof der AG Hohennauen. Quelle: Norbert Stein

In der Großen Grabenniederung wachsen zumeist nur Schilf oder andere Gräser, die nicht als Futter infrage kommen. Oft sind die Flächen lange durchnässt und können nicht mit Technik befahren werden. „Vertraglich sind wir aber zum Mähen der Flächen verpflichtet. Wir sollen sie beräumen oder Mutterkuhherden darauf weiden lassen“, sagte Enrico Voigt bei der anschließenden Besichtigung der Großen Grabenniederung, wo ihm auf der Wiese das Wasser um die Stiefel schwappte.

Erstmals wieder 2018

Besonders in den Senken steht das ganze Jahr hindurch Wasser. Die Naturparkleiterin kennt die Probleme und weiß auch, dass die Landwirte oft nicht alle Flächen bewirtschaften können. Im sehr trockenen Sommer 2018 war es nach langer Zeit erstmals der Fall, dass wieder alle Flächen der Großen Grabenniederung bewirtschaftet wurden.

Viele Bedingungen

Wie es in diesem Jahr wird, kann niemand vorhersagen. Aber nur, wenn die Flächen regelmäßig gemäht werden, wird sich die Qualität des Futters verbessern. Die Entschlammung der Stichgräben, ein besseres Wasserregime und die Wiederherstellung von Nebenarmen zur Entwässerung nennt der Geschäftsführer der AG Gülpe als Voraussetzungen für ein besseres und dauerhaften landwirtschaftliches Arbeiten auf Moor- und Feuchtflächen.

Von Norbert Stein

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