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Havelland Hospizhelfer werben für ein besonderes Ehrenamt
Lokales Havelland Hospizhelfer werben für ein besonderes Ehrenamt
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16:12 13.02.2020
Eine Hospizmitarbeiterin hält die Hand eines todkranken Menschen. Für die Ehrenamtler geht es darum, da zu sein, zu zuhören und Trost zu spenden. Quelle: DPA
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Havelland

36 Havelländer verschenken regelmäßig ihre Zeit an todkranke Menschen. Als ehrenamtliche Hospizhelfer begleiten sie Männer und Frauen im gesamten Landkreis auf ihrem letzten Weg.

Sie spenden Trost, hören zu, entlasten Angehörige und besuchen auch Menschen, die niemanden an ihrer Seite haben, im Krankenhaus, im Pflegeheim oder Zuhause.

Möglich macht das der ambulante Hospizdienst „Leben bis zuletzt“ des Diakonischen Werkes Havelland. Dieser ist für den gesamten Landkreis Havelland zuständig und wird seit 2018 von Ramona Weibezahl koordiniert.

Erfahrene Trauerbegleiterin leitet den Kurs

Immer mehr Menschen nutzen das Angebot und sind dankbar für die Hilfe und die Begleitung. Um all das auch künftig anbieten zu können, organisiert der Hospizdienst jedes Jahr einen kostenlosen Vorbereitungskurs, der auf dieses besondere Ehrenamt vorbereitet. Der nächste beginnt am 21. März und Ramona Weibezahl hofft, auf reges Interesse.

„Für den Kurs engagieren wir die erfahrene Trauerbegleiterin Iris Zellmer, die mit ihrer einfühlsamen Art die Teilnehmer in das Thema einführt und sie auf die Begleitungen vorbereitet.

Sie lernen zum Beispiel aktiv und ohne zu werten zu zuhören. Es geht um Kommunikation, um den Umgang mit Demenz und vieles mehr“, erklärt die Koordinatorin.

Vorbereitung auf die Hospizarbeit

Der ambulante Hospizdienst Havelland bietet von März bis November einen kostenlosen Vorbereitungskurs für die ehrenamtliche Hospizarbeit an.

Dieser beginnt am Samstag 21. März im evangelischen Gemeindezentrum in Nauen.

An insgesamt elf Samstagen erfahren die Teilnehmer jeweils von 10 bis 16 Uhr viel über Trauerbewältigung und Hospizarbeit.

Auch Themen wie Demenz, Kommunikation und nonverbale Körpersprache werden behandelt.

Referentin des Kurses ist neben Ramona Weibezahl Doktor Iris Zellmer, die das Zentrum für Trauerkultur in Birkenwerder leitet.

Die Teilnehmer verpflichten sich mit der Teilnahme nicht für das Ehrenamt.

Natürlich ist es nicht für jeden das richtige Ehrenamt, eins hat sich aber in den letzten Jahren immer wieder gezeigt: Wer sich für diese Arbeit entscheidet, scheint damit sehr glücklich und erfüllt zu sein.

„Für mich war es wie eine Berufung“, berichtet eine Ehrenamtlerin. Die 50-Jährige Heilpädagogin ist seit fast zwei Jahren Hospizhelferin. „In meinem Umkreis waren anfangs viele skeptisch und meinten, das sei nichts für mich. Sie hatten Unrecht. Es ist genau das Richtige für mich, ich mache diese Arbeit mit Herz und Seele“, betont die Ehrenamtlerin und ihre Mitstreiter nicken zustimmend.

„Ich hatte damals aus der Zeitung erfahren, dass der Hospizdienst Ehrenamtler sucht. Dort stand: Wer hat Zeit zu verschenken? Das hat mich angesprochen. Ich war damals 63 Jahre, gerade frisch im Ruhestand und wollte meine Zeit sinnvoll nutzen. Die Idee, meine Zeit anderen zu schenken, fand ich toll“, erklärt eine weitere Mitstreiterin.

Gut auf das Ehrenamt vorbereitet

Inzwischen ist sie 75 Jahre und noch immer Teil des ambulanten Hospizdienstes. Sie und auch die anderen Ehrenamtler sind sich einig, dass der Vorbereitungskurs, den sie alle absolviert haben, viel gebracht hat – nicht nur für das Ehrenamt, sondern auch für sie ganz persönlich.

„Wir hatten alle schon mit dem Thema Tod zu tun und es ist kein Geheimnis, wenn ich sage, dass der Kurs mir geholfen hat, eigene Erfahrungen zu verarbeiten. Ja, das wühlt auf, aber es stärkt auch und bereitet einen unheimlich gut auf die Hospizarbeit vor“, sagt eine Hospizhelferin, die seit 2019 im Team ist.

Sich der Endlichkeit bewusst sein

Sie und alle anderen Ehrenamtlichen berichten von einer großen Dankbarkeit, die sie im Umgang mit Sterbenden und ihren Angehörigen erfahren.

„Man muss sich bewusst sein, dass sich die Familien, die wir besuchen, in einer absoluten Ausnahmesituation befinden. Es ist ein großes Vertrauen, dass uns die Menschen entgegenbringen. Und nicht zuletzt geht man Dank dieser Erfahrungen anders mit der Endlichkeit um. Man lebt bewusster, gerade weil man sich der Endlichkeit so bewusst ist“, betont eine Helferin.

Wer sich für den Vorbereitungskurs interessiert, meldet sich bei Ramona Weibezahl unter Telefon: 03385/53 77 28.

Von Christin Schmidt

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