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Havelland Schulentwicklungsplanung soll auf den Prüfstand
Lokales Havelland Schulentwicklungsplanung soll auf den Prüfstand
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15:44 17.05.2019
Jedes Jahr müssen Schüler, die die Bürgel-Gesamtschule besuchen wollen, auf das Gymnasium oder die Oberschule ausweichen. Quelle: Bernd Geske
Rathenow

In einer Stellungnahme hatte die Kreisverwaltung vor vier Wochen unmissverständlich klar gemacht, dass die Schülerzahlen im westlichen Havelland nicht reichen, um die gesetzlichen Vorgaben zur Errichtung einer weiteren Schule zu erfüllen.

Anders sehen das die Sozialdemokraten. Sie haben sich in einer Sitzung des Unterbezirksvorstands noch einmal mit der Schulstruktur und den Konsequenzen aus den steigenden Schülerzahlen für die Weiterführenden Schulen beschäftigt.

Dabei sind sie zu dem Schluss gekommen, dass die Schulentwicklungsplanung des Landkreises auf den Prüfstand muss.

Schüler- und Elternwunsch stärker berücksichtigen

„Sowohl im Ost- als auch im Westhavelland steigt die Zahl der Schüler an den Grundschulen. Daraus müssen zügig Konsequenzen für die Kapazitäten der Weiterführenden Schulen gezogen werden,“ erklärte der Vorsitzende der SPD Havelland Martin Gorholt.

Im Osthavelland hat der Landkreis mit dem Aufbau einer Gesamtschule in Brieselang Konsequenzen gezogen. Im Westhavelland sind dagegen derzeit keine Veränderungen geplant. Das stößt in den Reihen der SPD auf Unverständnis.

„Schon jetzt ist die Nachfrage nach der Bürgel-Gesamtschule in Rathenow regelmäßig größer als das Angebot. Der Schüler- und Elternwunsch muss stärker als bisher berücksichtigt werden. Wir wollen keine Bildungswege abschneiden, sondern der klar erkennbaren Tendenz des Erstwunschverhaltens zum Bildungsweg Gesamtschule Rechnung tragen,“ betont der SPD Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Stefan Schneider.

Mitte des nächsten Jahrzehnts zwischen 50 und 80 Schüler mehr

Um die Situation zu entspannen, hatte seine Parteikollegin Katja Poschmann, Landtagskandidatin der SPD, vorgeschlagen, die Oberschule in Premnitz zu einer Gesamtschule umzugestalten.

Auch der Premnitzer Bürgermeister Ralf Tebling (SPD) unterstützt diese Idee und sicherte die Hilfe der Stadt zu. Der Landkreis ging auf diesen konkreten Vorschlag bisher nicht ein.

Und das, obwohl ab Mitte des nächsten Jahrzehnts zwischen 50 und 80 Schülerinnen und Schüler mehr die weiterführenden Schulen anstreben, als derzeit Kapazitäten zur Verfügung stehen, so Gorholt.

Martin Gorholt, Vorsitzende der SPD Havelland, sieht die Notwendigkeit einer zweiten Gesamtschule im Westhavelland. Quelle: Christin Schmidt

„Aktuelle Schülerzahlen können dieser Stellungnahme nicht zugrunde liegen und eine Prüfung einer Umwandlung der Oberschule Premnitz in eine Gesamtschule ist offensichtlich nicht erfolgt,“ meint Gorholt.

Auskunft darüber kann ihm seine Parteikollegin Elke Nermerich geben. Sie ist Erste Beigerodnete im Landkreis und unter anderem zuständig für den Bereich Bildung.

Martin Gorholt ist sich sicher, sowohl für den Bereich der Sekundarstufe I als auch der Oberstufe ist eine deutliche Kapazitätssteigerung notwendig.

„Wir werden im neu gewählten Kreistag eine zweite Gesamtschule im Westhavelland und die umfassende Überprüfung der vorliegenden Schulentwicklungsplanung umgehend auf die Tagesordnung setzen,“ verspricht Stefan Schneider.

Das Thema wurde auch während der Veranstaltung „Schwatz auf’m Platz“ diskutiert. Unter anderem äußerten Teilnehmer eines Gesprächsrunde Zweifel, dass eine zusätzliche Gesamtschule die große Nachfrage an der Bürgelschule eindämmen würde. Das Konzept der Bürgerschule sei einfach sehr gefragt.

Von Christin Schmidt

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