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Havelland Heiligabend am wärmenden Feuer
Lokales Havelland Heiligabend am wärmenden Feuer
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06:39 16.12.2016
Im Vorfeld der Buga im vorigen Jahr wurde der lauschige Schlosspark wieder hergerichtet. Quelle: Tanja M. Marotzke
Wagenitz

Am Heiligabend gegen 22 Uhr wird Wilfried Fürstenow auch in diesem Jahr wieder die alte Dorfschmiede aufschließen. Vor dem historischen Gebäude werden dann in Feuerschalen Holzscheide angezündet und sich anschließend wieder viele Einwohner um das wärmende Feuer versammeln. In gemütlicher Runde wollen sie Glühwein trinken, erzählen und sich frohe Weihnachten wünschen.

„So ist es nun schon einige Jahre bei uns in Wagenitz“, sagt Rentner Fürstenow. „Um die 80 Einwohner kommen immer am späten Heiligen Abend zur Dorfschmiede“. Auf diese Weise lassen die Wagenitzer nach dem Abendessen und der Bescherung in der Familie den besinnlichen Abend in großer Dorfgemeinschaft ausklingen. „Das ist schön so und soll auch so bleiben“, meint Wilhelm Breitenbücher.

Seit mittlerweile 20 Jahren schwingt er im Dorf das kommunale Zepter, zunächst als Bürgermeister und seit der Gemeindegebietsreform im Jahre 2003 als Ortsvorsteher.

Wagenitz ist ein Dorf mit viel Schwung und jede Menge Unternehmensgeist. Dafür sorgen der Heimatverein, die Feuerwehr, der Reitverein, die Landfrauen und weitere Gemeinschaften. Insgesamt neun Vereine oder vereinsähnliche Zusammenschlüsse hat Wagenitz. Sie sorgen für geselliges Leben, organisieren Feste, kümmern sich um die Ordnung und Sauberkeit im Dorf. Der Landwirt und Gemeindevertreter Phillipp Scharschmidt nennt dafür als Beispiele den jährlich stattfindenden Frühjahrsputz, bei dem immer mehr als 30 Wagenitzer anpacken, aber auch den Förderverein der Dorfkirche, der sich um den Friedhof des Ortes kümmert, oder die Feuerwehr, die immer zur Stelle ist, um zu helfen.

Das Vereinsleben bringt zudem Vielfalt in das Dorf wie die Linedancer mit ihren schwungvollen Auftritten. Oder die von Ingrid Rohmann vor elf Jahren gegründete Theatergruppe „Die Wagesäcke“. Neun Inszenierungen haben die Laienschauspieler bisher auf die Bühne gebracht. Derzeit proben sie für eine neue Aufführung. Welches Stück sie Anfang nächsten Jahres zur Premiere bringen, verraten die „Wagesäcke“ Niemandem, selbst dem Ortsvorsteher nicht.

„In unserem Dorf lebt das Gemeinschaftsgefühl. Jeder hilft jedem. Niemand wird in Stich gelassen“, erklärt der 25-jährige Phillipp Scharschmidt, warum er sich in Wagenitz wohlfühlt und auch bleibt. „Außer Kindertagesstätte und Schule haben wir eigentlich alles im Dorf“, fügt der Ortsvorsteher hinzu, verweist auf Handwerk und Gewerbe. Wagenitz hat einen Hofladen mit ländlichen Angeboten, einen Friseur, Kosmetiksalon, eine Gaststätte, seit einigen Wochen auch wieder einen Verkaufsladen an alter Stelle, eine Landwirtschaft mit Dammwildgatter und weitere Betriebe, die für Arbeit im Dorf sorgen.

Wahrzeichen von Wagenitz ist der Schwedenturm, ein aus dem Mittelalter stammender freistehender Küchenbau für das damalige Schloss. Die Bezeichnung Schwedenturm führen Ortschronisten auf den 30-jährigen Krieg zurück. Um den Bau vor weiterem Verfall zu bewahren, wurden in den Jahren 1991 bis 1994 umfangreiche Sicherungsarbeiten ausgeführt. Seither steht der Schwedenturm unter Denkmalschutz und beherbergt ein kleines Heimatmuseum. Rund um den Turm feiert der Heimatverein sein jährliches Heimatfest.

Unweit von der Sehenswürdigkeit entfernt beginnt der acht Hektar große und vor drei Jahren sanierte Schlosspark. Seither wird der Park wieder gut besucht. Ortsvorsteher Breitenbücher hat dafür seine eigene Begründung. Für ihn ist „einmal durch den Park gehen wie drei Tage Erholung an der Ostsee“. Die weitere Pflege und Unterhaltung der Parkanlage bereitet ihm allerdings schon etwas Sorge, weil die Gemeinde aus eigener Kraft dauerhaft dazu kaum in der Lage sein wird und geförderte Arbeit rar geworden ist.

Von Norbert Stein

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